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Reisebericht: Roadtrip Tansania Northern Circuit 14 Tage

Zunächst ein paar kurze Worte zu uns. Ich und meine Frau sind beide Anfang 30 und haben in den letzten Jahren zwei Inseln rund um den afrikanischen Kontinent besucht (Sao Tome im Westen und La Reunion im Osten). Jetzt wollten wir uns auch das afrikanische Festland einmal genauer anschauen. Das Hauptaugenmerk sollte dabei auf der Tierwelt liegen. Daher haben wir uns letztlich für Tansania entschieden. Dieses Land ist zwar eins der teureren Reiseländer, aber die Tierwelt in den Nationalparks soll dafür auch einzigartig sein.

Da wir immer gerne individuell unterwegs sind, habe ich zu Beginn meiner Planung nach Blogs oder Erfahrungsberichten zu Mietwagenrundreisen gesucht und relativ wenig gefunden. Daher habe ich mich entschieden unsere Erfahrungen zu teilen.

Am Beginn der Planung stand zunächst die Suche nach einem geeigneten Mietwagen. Schnell war klar, ein Wagen mit Allradantrieb ist ein Muss, vor allem wenn man damit auch in die Nationalparks fahren will. Anfangs war der Plan selbst zu fahren, daher habe ich speziell danach gesucht. Ich bin dann letztlich auf den Anbieter Roadtrip Africa gestoßen. Bei diesem Anbieter kann man für verschiedene Länder, Mietwagen verschiedener Kategorien buchen. Da wir mit dem Wagen auch die Game Drives in den Parks durchführen wollten, haben wir uns für einen Landcruiser mit Pop up Roof entschieden. Da wir nicht campen wollten, ohne Camping Ausrüstung (kann man dort aber auch buchen). Je mehr ich über das Land gelesen habe und auch die Mehrkosten für einen eigenen Fahrer relativ gering waren, haben wir uns dazu entschieden einen Fahrer mit zu buchen (wir waren mehr als froh während der Reise uns so entschieden zu haben).

Als der Mietwagen gefunden war, ging es an die örtliche Eingrenzung im Land. Da wir auch den Kilimanjaro sehen wollten und auch viel Gutes über den Northern Safari Circuit gelesen hatten, stand schnell fest, dass die Reise in diesen Bereich gehen sollte (auf weitere Inlandsflüge wollten wir verzichten).

Schnell war klar, wir wollen alle Nationalparks besuchen, jedoch ist dies natürlich auch eine Kostenfrage. Der Eintritt in die dortigen Nationalparks liegt so grob bei 150 USD pro Tag für zwei Personen mit Fahrer und Auto. Möchte man in den Ngorongoro Krater hineinfahren, kommen nur dafür schon ca. 290 USD dazu.

Um die Kosten etwas in Grenzen zu halten, haben wir uns dazu entschlossen entweder in den Krater zu fahren, oder in die Serengeti.

Wir haben uns für den Krater entschieden, da im Januar die großen Gnu Herden auch in der Ngorongoro Conservation Area (NCA) zu finden sind.

Da wir zum Schluss noch ein paar Tage übrig hatten und wir die Berge mögen, sollte es zum Schluss noch in die Usambara Berge gehen.

Als Reisezeit haben wir uns für den Januar (liegt genau zwischen den beiden Regenzeiten) entschieden.
Flüge waren dann auch schnell gefunden (Direktflug mit KLM von Amsterdam zum Kilimanjaro Airport. Achtung, Rückflug nur mit Zwischenstopp in Daressalam möglich). Insgesamt hatten wir dann 14 Tage vor Ort.
Die Unterkünfte habe ich hauptsächlich mit Expedia gebucht, eine über Booking und die am Krater über eine kenianische Reiseagentur, da sie sonst nirgends gelistet war und Emailanfragen nicht beantwortet wurden. Mehr zu den Unterkünften gibt es später.


Wir haben uns für folgende Route entschieden.

Tag 1: Späte Ankunft, daher nur zur Unterkunft in Flughafennähe in Boma N’gombe.

Tag 2: Abholung durch den Fahrer und Fahrt zum und in den Tarangire Nationalpark, Übernachtung in der Nähe.

Tag 3: Fahrt zum und in den Lake Manyara Nationalpark, Weiterfahrt nach Karatu.

Tag 4: Fahrt in die Ngorongoro Conversation Area zum Ndutu Lake, Übernachtung in Karatu.

Tag 5: Erkundung eines Dorfs, abends Fahrt zum Kraterrand und Übernachtung dort.

Tag 6: Fahrt in den Krater, abends Übernachtung in Karatu.

Tag 7: Transfertag zum Arusha Nationalpark.

Tag 8: Fahrt in den Arusha Nationalpark.

Tag 9: Transfer- und Entspannungstag zum Kilimanjaro Nationalpark in den Ort Machame.

Tag 10: Wanderung durch und im Bereich des Ortes Machame im Schatten des Kilimanjaros.

Tag 11: Transfertag ins Usambara Gebirge.

Tag 12 und 13: Wandern im Usambara Gebirge.

Tag 14: Transfertag zum Flughafen und Rückflug am Abend.

Die Planung für die letzten Tage in den Usambara Bergen sollte sich vor Ort noch spontan ändern, mehr dazu später.

Die Reise

Tag 1, Ankunft:
Der Tag der Anreise war schließlich gekommen und es konnte endlich losgehen. Der Flug war pünktlich und wir kamen abends gegen 21 Uhr Ortszeit am Kilimanjaro Airport an. Hier gibt es dann zwei Schlangen für die Einreise, eine für Personen die bereits ein Visum haben und eine für die die noch eins brauchen. Da man es direkt am Flughafen erwerben kann, haben wir vorher kein Visum besorgt, die günstigere und einfachere Variante ist es, das Visum direkt bei der Einreise zu erwerben. Für Europäer kostet es 50 USD pro Person und für US Bürger 100 USD.

Insgesamt arbeiten die Beamten an den Schaltern sehr langsam, sodass es etwas länger dauern kann. Wir hatten Glück und standen recht weit vorne, zudem war an der Schlange ohne Visum insgesamt weniger los. So haben wir ca. 45 Minuten gebraucht. Aber ich denke bis zu zwei Stunden ist alles möglich.

Die Gebühr für das Visum wird vor Ort in USD bezahlt, Achtung: es werden keine Scheinen akzeptiert die vor 2006 geprägt wurden. Außerdem werden nur Scheine im Guten Zustand akzeptiert. Bei zwei Damen direkt vor uns aus des USA wurden ca. die Hälfte Ihrer Scheine abgelehnt.

Nach der erfolgreichen Einreise wartete ein Fahrer für den Transfer zur Unterkunft auf uns. Diesen hatte ich zuvor über die Unterkunft für 20 USD organisiert (Kommunikation über Expedia). Ich würde empfehlen den Transfer vorher zu organisieren, da ich es am Flughafen recht unübersichtlich empfand und auch auf den ersten Blick keine Taxen gesehen habe, sondern nur bestellte Fahrer mit Namensschildern.

Der Fahrer brachte uns dann in ca. 20 Minuten zur Unterkunft, Le Parlour in Boma Ngombe. Die Unterkunft bieten einfache Bungalows an, die aber geräumig sind und für die dortigen Verhältnisse auch sauber. Es gab warmes Wasser zum Duschen (keine Selbstverständlichkeit), nur die Klimaanlage hat nicht wirklich gekühlt. Das Frühstück war auch okay und das Personal sehr freundlich. Für eine Nacht, direkt nach der Ankunft in meinen Augen eine sehr geeignete Unterkunft, zumal es auch die mit Abstand günstigste auf unserer Reise war. Wer ein bisschen mehr Komfort möchte, kann auch zur Meru View Lodge fahren (ca. 35 Minuten Fahrzeit). Dort waren wir später und haben uns sehr wohl gefühlt (später mehr dazu).

 

Tag 2, Tarangire Nationalpark:
Am nächsten Tag pünktlich um neun Uhr kam unsere Fahrer Ansi mit dem Wagen von Roadtrip um uns abzuholen.

Die Fahrt ging dann in Richtung Tarangire Nationalpark. In Arusha haben wir kurz an einem Supermarkt gestoppt um uns mit Wasser und Snacks zu versorgen. Wir hatten im Wagen auch eine Kühlbox mit gemietet. Diese läuft allerdings nur wenn der Motor des Wagens läuft. In Arusha gibt es auch reichlich Gelegenheit um Euro in Tansania-Schilling zu tauschen oder um an einem ATM Geld abzuheben. Mit Visa oder Mastercard gibt es keine Probleme. Wir hatten allerdings USD mitgebracht. Diese gelten im ganzen Land eine Parallelwährung und werden auch vom kleinsten Bananenstand akzeptiert. 1 USD sind ungefähr 2000 TSH. Ich hatte vorher gelesen, dass auch Euro in touristischen Gebieten akzeptiert werden, allerdings haben wir davon keinen Gebrauch gemacht. USD ist da die bessere Wahl. Es gilt jedoch zu beachten, dass an den Tankstellen nur mit TSH bezahlt werden kann (mit Ausnahme einiger Wenigen, die Kreditkarten akzeptieren).

Von Arusha ging es dann zum Tarangire Nationalpark. Wir sind dort gegen 12:30 Uhr eingetroffen. Die Parkgebühr kann vor Ort mit der Kreditkarte bezahlt werden. Ich hatte allerdings für einige Parks die Gebühr über Roadtrip schon bezahlt, dies spart etwas an Zeit an den Eingängen zu den Nationalparks. Tarangire hatte ich schon bezahlt, sodass Ansi unsere Einfahrterlaubnis nach wenigen Minuten in der Hand hielt und es konnte losgehen.

Auf dem Parkplatz am Eingang turnten schon einige kleine Affen herum, unter anderem eine Mutter mit einem kleinen Baby.

Kurz nach der Einfahrt in den Park erwarteten uns schon die ersten Tiere. Eine Gruppe Paviane und einige Impalas. Wir waren insgesamt vier Stunden im Park und waren danach schon völlig begeistert. Die Landschaft ist sehr schön, weite Grasflächen mit vielen Affenbrotbäumen und die Anzahl an Tieren die wir in der kurzen Zeit gesehen haben war schon überwältigend. Wir haben dort folgende Tiere gesehen: Elefanten, Löwen, Gazellen, Impalas, Paviane, Mungos, Büffel, Gnus, Warzenschweine, Störche, Strauße, Geier und eine riesige Echse.
Das Highlight waren zwei Löwen die direkt vor uns einen Fluss durchquert haben. Im Januar nach der Regenzeit ist das Gras allerdings recht hoch, sodass kleinere Tiere teilweise schwer gesehen werden können.

Nach diesem erfolgreichen Start in den Urlaub sollte es zur nächsten Unterkunft in der Nähe gehen, dem Whistling Thorn Tented Camp. Leider war diese nicht bei Maps.me eingezeichnet, aber unser Fahrer kannte zumindest ein Hinweisschild zum Camp. Dieses stand allerdings gefühlt schon mitten im Nirgendwo im Busch. Eine Straße bzw. Fahrspur auf dem Boden war kaum zu erkennen und verlief später dann ins Nichts. Wir sind dann grob der Richtung des Schildes gefolgt bis wir auf einige Massai Hütten gestoßen sind und uns im teilweise nassen Untergrund schon fast festgefahren hatten. Dort fragte unsere Fahrer nach dem Weg und folgte der Beschreibung bis zu einem Fluss, den wir aber an der Stelle nicht überqueren konnten. Also zurück zu den Massai und nochmal gefragt. Jetzt stiegen zwei Massai Kinder dazu und zeigten uns den Weg. Nach 10 Minuten Weiterfahrt stunden wir dann plötzlich mitten in einer Zebraherde, was schon irgendwie cool war, da wir im Park keine Zebras gesehen hatten. Kurz hinter der Herde fanden wir dann auch endlich das Camp, mitten im Busch an der Grenze zum Tarangire Nationalpark. Unser Fahrer brachte die Massai Jungs zurück, die von uns als kleine Belohnung, etwas mitgebrachtes Spielzeug, erhielten und dementsprechend happy waren. Wir wurden während dessen herzlich von den Mitarbeitern des Camps Empfangen und mit dem obligatorischem Saft begrüßt. Wir waren die einzigen Gäste im Camp, welches wie der Name schon sagt, aus Zelten besteht. Die Zelte sind jedoch groß und geräumig, aber ohne jeglichen Luxus (außer einer Toilette und Dusche). Es gab auch kein Moskitonetz über dem Bett. Zum Glück hatten wir selbst eins dabei, was dann auch sofort aufgehängt wurde.

Nach unserer Ankunft teilte man uns mit, dass der Wagen, welcher das Essen bringen sollte, stecken geblieben sei. Unser Fahrer fuhr um ihnen zu helfen und blieb selbst stecken. Es gab also nur eine improvisierte, aber leckere, Suppe im "Aufenthaltszelt". Hier bestand auch nur die Möglichkeit Handys oder Akkus zu laden. Im Zelt selbst gab es nur Licht. Man teilte uns auch mit, dass man nach Einbruch der Dunkelheit nur noch mit "Massaisecurity" zwischen dem Wohnzelt und dem Aufenthaltszelt hin und her laufen solle, da Tiere Nachts das Camp besuchen (es ist nicht umzäunt).
Diese "Security" hält sich die ganze Nacht im Camp auf.
Da wir abends noch duschen wollten und kein Wasser aus der Dusche kam, fragten wir nach. Man erklärte uns, dass man dafür Wasser erhitze und dann später damit zu uns kommt. Nach 20 Minuten kam dann auch jemand mit dem Wasser und stellte sich damit an die Außenseite des Zelts. Wenn man nun Wasser brauchte, wurde es außen eingefüllt und es lief kurzzeitig. Bei mehr Wasser musste von außen durch Zuruf wieder nachgefüllt werden, sodass während der gesamten Dusche jemand draußen stand und Wasser nachfüllte. Ungewohnt, aber hat funktioniert.

 

Tag 3, Lake Manyara Nationalpark:
Am nächsten Morgen gab es dann ein gutes Frühstück und es ging weiter in Richtung Lake Manyara Nationalpark. Unsere Fahrer konnte in der Nacht das Auto zum Glück mit Hilfe eines örtlichen Traktors befreien. Bevor wir das Gebiet jedoch verlassen konnten, mussten wir zu unserer Überraschung noch eine Steuer von 80 USD an einen Ranger bezahlen. Für Unterkünfte in den Nationalparks war mir das bewusst. Da das Whistling Thorn Tented Camp aber außerhalb des Tarangire Parks lag, habe ich damit nicht gerechnet. Man erklärte uns, dass es einige Randgebiete der Parks gibt die unter besonderer Aufsicht stehen, die sogenannte Wildlife Management Areas (WMA). Auch hier muss pro Übernachtung eine Steuer bezahlt werden.

Aufgrund der unerwarteten Zahlung und der gesamten Umstände würde ich das Camp nicht erneut auswählen.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon sehr froh unseren Fahrer Ansi zu haben, da wir das Camp ohne ihn vermutlich nicht gefunden hätten und wahrscheinlich auch stecken geblieben wären. Es wird aber nicht das letzte Mal gewesen sein wo er uns "gerettet" hat.

Die Fahrt zum Lake Manyara Nationalpark dauerte ungefähr 2 Stunden. Auch hier hatte ich schon über Roadtrip bezahlt, sodass es zügig in den Park ging.

Der Lake Manyara Nationalpark unterscheidet sich landschaftlich total vom Tarangire Nationalpark. Anfangs fährt man durch einen dichten Wald, welcher an den Regenwald erinnert, später wird die Fläche aber wieder offener, bis zu einer Schilflandschaft am sogenannten Hippopool. Und dann natürlich noch das Seeufer.
Auch hier gab es wieder reichlich wilde Tiere zu sehen. Dieses Mal erspähten wir folgende Tiere: Flusspferde, große Gruppen Paviane, Giraffen, Löwen, Büffel, Gnus, Impalas, Warzenschweine, Kraniche und die kleinste Gazellenart Tansanias.  
Auch hier ist ein Fahrer wie Ansi Gold wert. Er ist nicht nur Fahrer, sondern auch Guide. Er kennt sich in den Parks aus, hat Hintergrundinfos und sieht oftmals Tiere die wir ohne ihn übersehen hätten. Zudem kennt er alle verschiedenen Spezies, z.B. bei dem vielen verschiedenen Gazellenarten.
Das Highlight hier waren zweifelllos zwei am Land grasende Hippos, die relativ nah zu beobachten waren. Auch hier haben wir Löwen gesehen, leider aber nicht die auf dem Baum schlafenden Löwen, welche den Park berühmt gemacht haben. Wir werden unsere Chance aber später noch bekommen.

Auf der Rückfahrt gab es wieder einen Moment wo wir froh waren nicht selbst zu fahren. In den angrenzenden Bergen hatte es zwischenzeitlich stark geregnet, sodass ein Fluss stark anschwoll, den wir durchqueren mussten. Da er aber zu viel Wasser führte, standen auf dem Weg 5-6 Safariautos und warten auf einen Rückgang der Wassermassen. Schließen stieß noch ein Parkranger dazu, welcher sich schließlich nach 45 Minuten Wartezeit als ersten an die Durchfahrt wagte. Als diese gelang, folgten ihm Alle durch das tiefe Flussbett. Ob ich mich das alleine auch getraut hätte kann ich nicht sagen, mir wäre jedenfalls nicht wohl dabei gewesen. Wir haben es aber geschafft und konnten den Park wieder verlassen und nach Karatu in der Nähe der Ngorongoro Conversation Area fahren.
Hier erwartete uns dann die nächste Überraschung.

Als Unterkunft hatte ich die Destination Ngorongoro Front Safari Lodge ausgewählt, da sie recht nah am Parkeingang liegen sollte. Ich hatte mich aber schon bei der Buchung über die unterschiedlichen Ortsanzeigen bei Google und Expedia gewundert. Bei Maps.me war die Lodge auch nicht eingezeichnet (mittlerweile müsste sie aber dort korrekt zu finden sein).

Ansi wusste aber wieder einmal zumindest wo ein Hinweisschild zur Lodge zu finden war. Dort ging es von der Hauptstraße über eine in Tansania typische Dirtroad ca. 4 km bis zur Lodge. Der Weg ist recht steil und bei Regen bzw. kurz danach ist der Weg recht schwer befahrbar. Ohne 4WD meiner Meinung nach nicht zu bewältigen. Die Fahrt von der Hauptstraße dauert ca. 25 Minuten bis zur Lodge.
Dort endlich angekommen, standen wir erstmal vor einem verschlossenen Tor. Diesen wurde dann allerdings nach kurzer Zeit geöffnet und man guckte uns mit großen Augen an. Ansi redete dann mit den Leuten und es stellte sich heraus, dass man unsere Buchung nicht erhalten hatte. Die ganze Lodge war zurzeit geschlossen. Nach einigen Gesprächen zwischen Ansi und dem Personal tauchte dann plötzlich der örtliche Manager auf und man richtete uns ein Zimmer her. Man zauberte sogar noch ein echt leckeres Abendessen zur späteren Stunde.
Die Unterkunft ist grundsätzlich sehr schön gelegen, jedoch überhaupt nicht dort wo sie bei Google oder Expedia eingezeichnet war. Zum NCA Einfahrtstor waren es bestimmt 45 Minuten Fahrt aufgrund der 4 km langen und schlechten Dirtroad. Die einzelnen Bungalows sind aber schön in die Natur eingebettet und auch ganz gut ausgestattet. Jedoch hatten wir hier in zwei verschiedenen Bungalows kein warmes Wasser zum Duschen. Die Durchlauferhitzer funktionierten einfach nicht richtig. Kein großes Problem für uns, es soll aber erwähnt werden. Auch hier sagte man uns, dass Nachts hin und wieder Büffel und Elefanten sehr nah an die Gebäude kommen. Wir haben allerdings in allen drei Nächten keine gesehen. Lediglich am letzten Morgen in der Unterkunft haben wir in der Nähe Paviane beobachtet.
In der Unterkunft gab es eines der besten Essen (Abendessen und Frühstück) unserer Reise. Zudem war das Personal, vor allem der Manager Daniel sehr nett. Aber es gab noch riesige Probleme mit der nicht erhaltenen Buchung, die uns ein bisschen Nerven gekostet haben. Das Hauptmanagement in Arusha war einfach total unprofessionell und inkompetent. Man wollte vor der letzten Übernachtung immer noch Geld von uns haben, da sie ja angeblich keine Buchung und kein Geld erhalten hatten. Wir haben ihnen die Buchungs- und Bezahlbestätigung auf Englisch zukommen lassen und ihnen gesagt, man solle sich mit Expedia in Verbindung setzen. Es half aber alles nichts, man wollte immer noch das Geld in cash. Sie haben meiner Meinung nach auch selbst nie versucht mit Expedia zu kommunizieren. Letztlich haben wir bei Expedia angerufen und der Kundenservice hat wiederrum beim Management der Lodge angerufen und konnte die Sache zum Glück klären. Sie hatten einfach vergessen Ihren Account bei Expedia zu erneuern, dieser war unbemerkt abgelaufen. Letztlich mussten wir nichts bezahlen, aber es hat uns schon etwas die Stimmung versaut. Schade, da die Lodge eigentlich empfehlenswert wäre, so würde ich aber davon abraten.

 

Tag 4, NCA:
Nach der ersten Nacht in der Ngorongoro Front Safari Lodge sind wir dann morgens in Richtung NCA aufgebrochen. Hier hatte ich die Parkgebühren noch nicht vorher bezahlt, also hieß es am Eingang bezahlen. Mit Kreditkarte aber kein Problem, dauert insgesamt ca. 15 Minuten. Ansi hatte die Idee an dem Tag die NCA bis zur Serengeti Grenze zu durchfahren und dort zum Ndutu Lake zu fahren. Eine gute Idee wie sich herausstellen sollte.
Nach der Parkeinfahrt ging es durch dichten Wald hoch zum Kraterrand, hier hat man einen super Blick in den Krater. Aber dann schnell weiter in Richtung Serengeti, da der Weg für einen Tag hin und zurück recht weit ist. Auf der anderen Seite des Kraters ging es wieder bergab und die Landschaft öffnete sich und wurde zu einer mit Gras bewachsenen Steppenlandschaft. Auf dem Weg sind uns noch einige Giraffen begegnet. Zudem sind dort einige Massai Dörfer die gegen Bezahlung besichtigt werden können. Wir verzichteten jedoch darauf. Der Weg führte uns weiter an der Statur der Wiege der Menschheit (Olduvai Schlucht) vorbei, hier machen wir kurz halt um dann weiter in Richtung Serengeti zu fahren. Ansi fuhr wirklich schnell, sonst ist das an einem Tag nicht zu schaffen. Wir waren froh, dass der Wagen die schnelle Fahrt über die Schotterpiste ohne Beschädigung überstanden hatte.

Je näher wir an die Serengeti herankamen, desto mehr Gnus säumten den Weg. Schließlich waren es tausende Gnus und viele Zebras welche bis zum Horizont sichtbar waren. Einige Gnu Herden kreuzten auch galoppierend unseren Weg. Es war wirklich beeindruckend.

Am Serengeti Tor angekommen, ging es nach links in Richtung Ndutu Lake, genau auf der Grenze zwischen NCA und Serengeti. Hier haben wir dann unsere erste Hyäne gesehen.

Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt (vom Eingang NCA) erreichten wir schließen den Ndutu Lake. Die Landschaft hier ist von vielen Akazien geprägt und wirklich sehr schön. Hier haben wir dann auch den ersten männlichen Löwen mit beeindruckender Mähne gesehen, der sich im Schatten eines Busches ausruhte. Aber das sollte noch nicht alles gewesen sein, plötzlich sahen wir zwei Löwen, die auf einer Akazien lagen und entspannt auf uns herab blickten. Anschließend sahen wir noch einen weiteren Löwen auf einer Akazie. Die wilde Fahrt hatte sich wirklich gelohnt. Ansi meinte, dass man mit etwas mehr Zeit hier auch Leoparden sehen könnte. Dies blieb uns leider auf der gesamten Reise verwehrt. Aber das ist auch so ziemlich das einzige Tier was wir nicht gesehen haben. Da es dort auch ein Tented Camp gibt, würde ich im Nachhinein dort eine Nacht verbringen, dann hat man deutlich mehr Zeit.

Nach den tollen Ergebnissen dort ging es dann wieder in schneller Fahrt zurück in Richtung Karatu. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir dann wieder die Destination Ngorongoro Front Safari Lodge. Das war definitiv einer der beeindruckendsten Tage unserer Reise.

Tag 5, Mto wa Mbu Rundgang:
Da wir am nächsten Tag erst spät in die NCA zum Krater einfahren wollten (Parkgebühren gelten immer für 24 Stunden und wir wollten so viel Zeit wie möglich am übernächsten Tag im Krater verbringen) brauchten wir eine Beschäftigung für den Tag. Ansi hatte die Idee eine Führung durch ein nahgelegenes Dorf (Mto wa Mbu) zu machen, inklusive eines lokalen Mittagessens. Er kannte jemanden, der so etwas anbietet. Für 40 USD pro Person stimmten wir dann zu.

Unser Guide Andrew war sehr nett und sprach auch gut Englisch. Er zeigte uns sein ganzes Dorf, inklusive Bananenplantage und Reisanbau. Weiterhin gab es eine kleine Gruppe von Holzschnitzern die uns zeigten wie sie die Souvenirs herstellen, die man überall kaufen kann (zu sehr teuren Preisen, trotz Handelns). Mittig der Tour gab es ein lokales Mittagessen (es war inklusive), welches das Beste Essen war, was wir während der gesamten Reise hatten. Es gab ca. 12 verschiedene Töpfe mit sehr leckeren Sachen, alle auf einem Holzofen zubereitet. Alleine aufgrund des Essens hat sich die Tour schon gelohnt. Schließlich zeigte man uns noch wie man Bananenbier herstellt (in einer Tonne auf dem Feuer angerührt, Zutaten neben Bananen ist u.a. Hirse). Das konnten wir natürlich noch probieren. Es schmeckt gewöhnungsbedürftig, aber als Erlebnis war es interessant.

Nach der Tour gab es noch einen Kaffee und dann ging es gegen 17 Uhr zurück zur NCA. Hier mussten wir wieder Gebühren bezahlen, dieses Mal 150 USD für den normalen Eintritt und zusätzlich 290 USD für die Fahrt in den Krater am nächsten Tag. Ziemlich teuer, aber es soll sich lohnen. Als Unterkunft hatte ich die Rhino Lodge auf dem Kraterrand ausgewählt, da es mit Abstand die günstigste dort war. Die Lodge war okay, diverse kleine Bungalows mit kleiner Terrasse und warmen Wasser zum Duschen. Jedoch ohne Blick in den Krater. Wer diesen von seiner Lodge aus genießen will, muss wohl mindestens 500 USD pro Nacht in die Hand nehmen. Aber außer dem fehlenden Ausblick (was uns bewusst war) war die Lodge gut. Man muss bei der Buchung von Unterkünften in den Nationalparks beachten, dass neben dem eigentlichen Preis und zusätzlich zu den Parkgebühren noch eine zusätzliche Steuer (Concession Fee, 59 USD p.P. pro Nacht) zu zahlen ist, welche in der Regel bei der Buchung nicht angezeigt wird. Im Fall der Rhino Lodge war mir das klar, da in einem Nationalpark, aber wie schon erwähnt kann dies auch in den Randgebieten der Parks passieren (WMA Gebiete), wie beim Whistling Thorn Tented Camp.

 

Tag 6, Krater:
Am nächsten Tag brachen wir dann relativ früh auf um in den Krater zu fahren.

Nachdem wir den steilen Kraterrand herab gefahren sind, konnte man schon von weitem viele Tiere sehen, da der Kraterboden komplett flach ist und es nur einen recht kleinen Wald gibt. Man kann also alles gut überblicken. Hier haben wir folgende Tiere gesehen: Elanantilope, Nashorn, viele Zebras, Gnus, Büffel, Elefanten, Flusspferde und schwarze Störche. Zudem einige Löwen (hier gib es die größte Raubtierdichte Tansanias), wobei ein Löwe sich so nach Schatten gesehnt hat, dass er sich direkt neben eines der Safariautos gelegt hat. Man hätte ihn streicheln können, so nah lag er am Fahrzeug.

Außerdem hielt sich am Kratersee eine Kolonie Flamingos auf, was ein schöner Anblick war. Man kommt jedoch nicht sehr nah an den See heran.

Das Highlight im Krater war definitiv ein riesiges Nashorn was wir aus größerer Entfernung gesehen haben. Leider kam es nicht näher, aber es war trotzdem beeindruckend.

Auch sehr schön waren die Hippos in dem kleinen Tümpel direkt am Picknickplatz. Hier kann man sich frei bewegen und die Hippos im Wasser beobachten.

Abends ging es dann zurück nach Karatu in die Ngorongoro Front Safari Lodge. Insgesamt war der Krater zwar sehr schön, aber für uns im Vergleich zu den anderen Nationalparks den deutlich höheren Preis nicht wert. Wie schon erwähnt würde ich bei einer erneuten Buchung lieber eine Nacht am Ndutu Lake oder in der Serengeti verbringen und dafür den Krater weglassen. Will man aber unbedingt Nashörner sehen, führt fast kein Weg am Krater vorbei. Bereut haben wir es aber definitiv nicht.

 


Tag 7, Transfertag:
Am nächsten Tag stand eigentlich nur die Fahrt zur Meru View Lodge an, welche fünf Minuten vom Arusha Nationalpark entfernt ist.
Die Fahrt hat ca. 3 Stunden gedauert, man kann auch gut wieder einen Stopp in Arusha einbauen um Dinge des täglichen Gebrauchs einzukaufen oder um Geld zu tauschen / abzuheben. Wir haben die Zeit dort noch genutzt um in einem lokalen BBQ Restaurant zu essen, was ich auch nur empfehlen kann.

An der Meru View Lodge angekommen, wurden wir wie immer herzlich Empfangen und die Lodge war wirklich schön. Es gibt sogar einen kleinen Pool. Die Bungalows sind alle nett eingerichtet und haben kleine Terrassen. Im Bereich des Restaurants gibt es relativ gutes Wlan. Die Eigentümer der Lodge sind ein nettes älteres Ehepaar, die Frau kommt aus Tansania, der Mann aus Deutschland. Daher gibt es in den Bungalows neben den normalen Steckdosen auch deutsche
Steckdosen und Hinweisschilder auf deutsch. Genau der richtige Ort um mal einen halben oder ganzen Tag zu entspannen. Ich würde die Lodge definitiv weiterempfehlen.

 

Tag 8, Arusha Nationalpark:
Am nächsten Tag sind wir dann morgens in den Arusha Nationalpark aufgebrochen. Von der Meru View Lodge ist dieser nur wenige Minuten entfernt, sodass es direkt losgehen konnte.

Der Arusha Nationalpark ist relativ klein, sodass man an einem Tag eigentlich den ganzen Park befahren kann. Im Park gibt es auch einen kleinen Krater, in den man jedoch nicht herunterfahren kann. Der Blick hinein von einem der Aussichtspunkte lohnt sich aber. Zudem haben wir nur dort schwarz weiße Stummelaffen beobachten können.
Im weiteren Verlauf des Parks haben wir zudem einen der beeindruckendsten Momente unsere Reise erlebt, als wir plötzlich mitten in einer Gruppe von über 30 Giraffen standen. Der Park hat außerdem noch mehrere kleine Seen. Auf einem dieser Seen hielt sich eine riesige Gruppe von Flamingos auf, an die wir auch viel näher heranfahren konnten als im Ngorongoro Krater. Obwohl der Arusha Nationalpark relativ klein ist, steht er den anderen in unseren Augen aber um nichts nach. Nach dem Parkbesuch haben wir noch eine Nacht in der Meru View Lodge verbracht. Kleiner Tipp, wer einen Bungalow in der Nähe des Pools haben möchte, sollte einen der Nummern 1-6 wählen.

 

Tag 9, Transfertag:
Am nächsten Tag stand dann nur der Transfer zur Kaliwa Lodge im Schatten des Kilimanjaros an. Da die Fahrt nur eine Stunde dauert, sind wir recht spät aufgebrochen und haben den restlichen Tag in der Kaliwa Lodge verbracht.
Die Lodge hat uns während der gesamten Reise am besten gefallen. Die Bungalows sind alle sehr stilvoll eingerichtet und der Garten ist wirklich schön. Das Highlight ist definitiv die Terrasse mit Blick auf die Spitze des Kilimanjaros welche sich über den dichten Regenwald erhebt. Bei unserer Ankunft war diese leider noch in Wolken gehüllt, aber am nächsten Tag konnten wir die Schnee bedeckte Spitze bewundern. Generell ist die Chance auf eine wolkenlose Spitze morgens und abends jeweils zwischen 6-7 Uhr am größten.

 

Tag 10, Machame Rundgang:
Nach dem Entspannungstag in der Kaliwa Lodge stand am nächsten Morgen ein kleiner Rundgang durch das örtliche Dorf Machame an. Die Tour haben wir für 70 USD (für 2 Personen) in der Lodge gebucht und hat sich wirklich gelohnt. Unser Guide (Hillary) hat uns durch die Banenplantagen bis zum Fluss geführt. Danach ging es ins Dorf bis zu einem kleinen Wasserfall. Mittags gab es dann ein leckeres Essen in einer Kaffeeplantage. Anschließend zeigte uns der Guide den Weg der Kaffeebohne vom Strauch bis in die Tasse. So konnten wir unseren komplett selbst gefertigten Kaffee natürlich verköstigen.

Am Abend hatten wir in Moshi noch eine Sunset Tour gebucht. Diese hat sich allerdings nicht wirklich gelohnt. Es sollte mit einem alten Bus auf ein Feld gehen um dort, vom Dach aus, bei Bier und Musik einen schönen Sonnenuntergang zu sehen. Grundsätzlich keine schlechte Sache, wäre der Bus auf dem Weg nicht kaputt gegangen und wir so den Sonnenuntergang verpasst haben. Wir haben dabei allerdings zwei nette Jungs aus England kennen gelernt und waren anschließend noch im Hugos Hotel in Moshi Essen. Das wiederrum war wirklich grandios, sodass sich der Abend doch gelohnt hat.
Am nächsten Tag mussten wir die Kaliwa Lodge leider wieder verlassen, wir wären gerne länger geblieben. Die Lodge steht übrigens unter dem Management eines jungen deutschen Paares. Beide sind sehr hilfsbereit und wirklich nett.

 

Tag 11, Transfertag:
Der nächste Tag sollte nur ein Transfertag ins Usambara Gebirge zur Mambo View Lodge anstehen. Die Fahrt sollte sieben Stunden dauern. Es ging also los in Richtung Süden, vorbei am Eingang des Mkomazi Nationalparks weiter bis nach Lushoto. Lushoto liegt bereits in den Bergen, die Straße bis dort ist allerdings geteert, worüber wir uns wunderten. Ansi konnte allerdings Licht ins Dunkel bringen als er uns ein Regierungsgebäude am Ortsrand zeigte. Kurz hinter dem Gebäude war dann auch die Teerstraße vorbei und es ging über eine Dirtroad weiter ins Gebirge. Die Fahrt von Lushoto bis zur Mambo View Lodge dauert weitere zwei bis drei Stunden und ist relativ beschwerlich. Auf der Hinfahrt war es noch trocken sodass der Weg mit einem Geländewagen zu bewältigen war. Nach starkem Regen wird die Strecke meiner Meinung nach aber kaum zu meistern sein, ohne gute Offroad Erfahrung auf keinen Fall. Der Weg führt durch verschiedene kleine Ortschaften mit terrassenförmigen Feldern und ist zumindest landschaftlich sehr schön.

Endlich an der Mambo View Point Lodge angekommen wurden wir allerdings mit einem atemberaubenden Blick hinunter ins Tal belohnt. Unser kleiner Bungalow lag direkt an der Steilkante des Bergs und hatte einen wirklich tollen Ausblick. Man konnte über die Wolken schauen.

Bei der Lodge handelt es sich um eine Ecolodge eines niederländischen Paares. Beide haben einen Hintergrund in der Entwicklungshilfe und haben diese Lodge auch als dauerhaftes Entwicklungsprojekt errichtet. Nun leben sie dort und geben vielen Menschen aus den umliegenden Dörfern eine Arbeit.

In der Lodge kann man verschiedene Aktivitäten buchen. U.a. diverse Wanderungen, auch mehrtägig, durch die Umgebung (hier soll man Chamäleons beobachten können). Wir wollten am nächsten Tag eine Wanderung durch einen nahgelegenen Wald machen, welche für 30 USD (für 2 Personen) angeboten wurde.

 

Tag 12, ungeplanter zusätzlicher Transfertag:
In der Nacht regnete es allerdings sehr stark und auch am nächsten Morgen tröpfelte es noch. Vorbei war der schöne Ausblick. Aufgrund des schlechten Wetters (eine Besserung war nicht in Sicht) und die damit zu erwartenden Verschlechterung der Straßen entschlossen wir uns noch am selben Tag abzureisen (geplant waren eigentlich drei Nächte). Wir hatten wirklich die Befürchtung bei weiteren Regenfällen nicht mehr zurück zu kommen. Auf der Rückfahrt stellte sich heraus, dass dies auch nicht ganz unbegründet war. Die Straße hatte sich teilweise in eine tiefe Matschpiste verwandelt und war selbst bergab nur mit Allrad befahrbar. Die Rückfahrt nur bis nach Lushoto hat so schon mehr als 3 Stunden gedauert.

Wir haben uns auf der Fahrt dazu entschlossen am nächsten Tag den Mkomazi Nationalpark zu besuchen. Daher fuhren wir weiter in den Ort Same und suchten uns eine Unterkunft. Uns wurde das Elephant Motel empfohlen, was es letztlich auch wurde. Hier kann man sogar über die Zimmerpreise verhandeln. Wir haben letztlich 55 USD bezahlt. Die Unterkunft ist für eine Nacht okay, nichts Besonderes aber es gibt warmes Wasser, es war sauber und das Essen war auch nicht schlecht. Das Frühstück war allerdings nicht gut.

 


Tag 13, Mkomazi Nationalpark:
Am nächsten Tag ging es dann in den Mkomazi Nationalpark. Uns wurde vorher schon gesagt, dass dort nicht die Masse an Tieren zu erwarten ist wie in den anderen Parks. Da der Park aber am Rand der Berge liegt, ist er landschaftlich wirklich schön. Einige Tiere wie Giraffen, Elefanten, Zebras und einige Gazellen haben wir aber trotzdem gesehen. Die Tiere hier sind aber auch nicht so sehr an Autos gewöhnt wie in den anderen Parks, sodass man sie eher von weitem beobachten kann. Außerdem gibt es im Park ein Rhino Sanctuary, ein großes umzäuntes Gebiet. Dort werden Nashörner "gezüchtet' um sie später in den Park zu entlassen. Einige sollen auch schon im eigentlichen Park herumlaufen. Das Sanctuary Gebiet an sich kann nur mit einer Sondererlaubnis betreten bzw. befahren werden. Diese ist wohl auch nicht ganz einfach zu erhalten. Wir wollten uns es mal anschauen und sind ein Stück am Zaun entlang gefahren. Nashörner haben wir aber nicht gesehen. Der riesige Zaun vermittelt ein bisschen das Gefühl wie in Jurassic Park.

Aber auch im Mkomazi Nationalpark haben wir Tiere gesehen, die wir vorher noch nicht gesehen hatten. Viele verschiedene Vogelarten und zwei verschiedene Arten von Schildkröten. Für Vogelbeobachter ist der Park generell sehr geeignet. In keinem anderen Park haben wir so viele verschiedene Vogelarten gesehen. Letztlich würde ich sagen der Park ist kein must do, vor allem wenn man die anderen Parks schon gesehen hat, sollte man aber eh in der Gegend sein, kann man ihn aber gut mitnehmen. Zumal der Eintritt hier ungefähr um die Hälfte günstiger ist als in den anderen Parks.

Auf dem Rückweg zur Meru View Lodge haben wir dann nochmal im Hugos Hotel gegessen. Die letzte Nacht in Tansania haben wir dann in der Meru View Lodge verbracht. Wir haben zum Glück den letzten freien Bungalow direkt am Pool ergattert.


Tag 14, Entspannen vor der Abreise:
Da der Flug am nächsten Tag erst um 21:30 Uhr startete, blieben wir noch bis 18:30 Uhr in der Lodge und genossen den Tag. Anschließend hat Ansi uns zum Flughafen gebracht und es ging mit KLM über Daressalam zurück nach Amsterdam.

 


Abschließend noch eine grobe Kostenaufstellung.


Unsere Kosten pro Person verteilen sich wie folgt:

Flug: 930 Euro               
Unterkünfte: 740 Euro
Parkgebühren: 525 Euro
Visum: 45 Euro
Mietwagen mit Fahrer: 1150 Euro
Diesel: 140 Euro
Ausgaben vor Ort: 470 Euro
Insgesamt ca.: 4000 Euro

4000 Euro pro Person sind nicht wirklich günstig für zwei Wochen Urlaub, aber ich finde es hat sich gelohnt!

Ich hoffe mein kleiner Bericht hilft dem ein oder anderen bei der Planung seiner individuellen Reise nach Tansania! Es folgen noch die wichtigen Informationen kurz zusammengefasst.

 

Wichtige Infos kurz zusammengefasst:

Visum:

Bei einer Einreise aus der EU braucht man ein Visum. Dieses kann für 50 USD am direkt am Flughafen erworben werden (Achtung: Es werden nur Dollarnoten ab 2006 in einem guten Zustand akzeptiert).

Reisezeit:

Kurz zusammengefasst, eignen sich für Safaris die beiden Trockenzeiten von Januar bis Februar sowie Juni bis September am besten.

Geld
Die einheimische Währung sind Tansania-Schilling (TSH), gängige Parallelwährung ist der USD (2000 TSH sind ungefähr 1 USD).

Geld kann entweder mit den gängigen Kreditkarten (Mastercard und Visa) an ATM Automaten abgehoben werden. Obergrenze für eine Abhebung sind 400000 TSH. Man kann den Vorgang aber beliebig oft wiederholen.

Euro kann in den Banken zum tagesaktuellen Wechselkurs in TSH gewechselt werden, dabei muss der Reisepass vorgezeigt werden.

Plastikverbot:

Seit dem 01.06.2019 gilt in Tansania ein generelles Verbot von Plastiktüten. Die Einfuhr ist damit auch nicht gestattet. Die normalen „Zippbeutel“ im Handgepäck werden aber akzeptiert.

Gesundheit:

Impfungen:
Bei der Einreise aus der EU werden keine Impfungen verlangt. Reist man jedoch aus einem Gelbfiebergebiet ein (Aufenthalt länger als 12 Stunden), wird ein Nachweis über eine Gelbfieberimpfung verlangt!

Malaria:
In ganz Tansania besteht das Risiko sich mit Malaria zu infizieren. Wir haben daher Malariaprofilaxe durchgehend genommen.

Dengue:
Ein Risiko sich mit Denguefieber zu infizieren ist vor allem in den Küstenregionen und Sansibar gegeben.

Medizinische Versorgung:
Gerade in den ländlichen Gebieten sind die Krankenhäuser recht abenteuerlich. Man sollte auf keinen Fall einen westeuropäischen Standard erwarten.

Trinkwasser:
Es wird empfohlen nicht aus dem Wasserhahn zu trinken, sondern nur aus gekauften Wasserflaschen.



Dress Code

Allgemein sollten Knie und Schultern in der Öffentlichkeit bedeckt sein. Jedoch habe ich als Mann auch kurze Hosen getragen und dies war kein unüblicher Anblick unter den Touristen. Einheimische Männer tragen jedoch kaum kurze Hosen. Frauen sollten die Schultern bedecken und lange Hosen oder Röcke tragen.

Elektrizität

In Tansania ist die 220/230/240 Volt Wechselspannung vorherrschend. Für die Steckdosen braucht man einen Adapter. Britische 3-Loch-Adapter passen in die gängigen Steckdosen. In einigen Lodges (u.a. Meru View Lodge) gibt es auch deutsche Steckdosen.

Nationalparks:
Zum Befahren würde ich definitiv einen Wagen mit 4WD und ausreichend Bodenfreiheit empfehlen. Unser Toyota Landcruiser war bestens geeignet.

Eintrittsgebühr kann direkt an den Einfahrtstoren mit Kreditkarte (Master oder Visacard) bezahlen. Gebühr gilt für einen Tag bzw. für 24 Stunden bei Übernachtung in den Parks. Die Parks schließen in der Regel um 17:00 Uhr.

Gebühren: (Jeweils für zwei Personen mit Guide und Auto)
Tarangire National Park (1 entry)
Entrance: $45 X2 adults= $90
Vehicle entrance: $16
Guide entrance: $2
Total: $108

Lake Manyara National Park (1 entry)
Entrance: $45 X2 adults= $90
Vehicle entrance: $16
Guide entrance: $2
Total: $108

Arusha National Park (1 entry)
Entrance: $45 X2 adults= $90
Vehicle entrance: $16
Guide entrance: $2
Total: $108

Kilimanjaro National Park (1 entry)
Entrance: $70 X2 adults= $140
Vehicle entrance: $16
Guide entrance: $2
Total: $158

Ngorongoro Conservation Area
Entrance: $70 X2 adults= $140
Vehicle entrance: $20
Guide entrance: $3
Total: $158

Crater
295 $ in total

Serengeti
Entrance: $60 X2 adults= $120
Vehicle entrance: $40
Guide entrance: $5
Total: $165


Bei Übernachtungen in den Parks kommen zu den eigentlichen Unterkunftskosten noch Concession Fees hinzu (59 USD p.P.). Bei Übernachtungen in Gebieten die zu der Wildlife Management Area (WMA) gehören kommen ebenfalls entsprechende Steuern (unterschiedlicher Höhe) hinzu.

 

Handeln:
Man sollte gerade in den Souvenirgeschäften unbedingt handeln. Die Preise werden exorbitant hoch angesetzt. Man kann aber auch in einigen Unterkünften über den Zimmerpreis verhandeln.

Autofahren:
Es herrscht Linksverkehr in Tansania. Die Autos sind entsprechend Rechtslenker. In den Städten herrscht großes Chaos. Jeder fährt da wo gerade Platz ist. Die Geschwindigkeitsbegrenzung innerhalb der Städte bzw. Orte ist 50 km/h, außerhalb 80 km/h. Es ist generell nicht zu empfehlen in der Dunkelheit zu fahren. Einige Fahrzeuge haben kaum oder gar keine Beleuchtung. Außerdem werden die Straßen oft von Fußgängern genutzt. Das Unfallrisiko ist bei Dunkelheit um ein Vielfaches höher. 
Die Hauptstraßen sind in der Regel geteert und in einem passablen Zustand. Sobald es aber runter von der Hauptstraße geht, gibt es nur noch schlechte Dirtroads, welche sich nach Regen teilweise in tiefe Schlammpisten verwandeln.
Der Dieselpreis pro Liter beläuft sich ungefähr auf 2100 TSH. Achtung: Die meisten Tankstellen akzeptieren nur TSH, Kreditkarten oder Dollar werden dort kaum akzeptiert.

Trinkgeld:
Als Tourist Trinkgeld zu geben ist üblich. Gerade die Kofferträger, Kellner, etc. erwarten dies schon fast. Daher sollte man immer einige kleine Geldscheine in der Tasche haben. Für Fahrer und Guides ist ein Trinkgeld zwischen 5 und 15 UDS pro Tag üblich. Ist man Natürlich gänzlich unzufrieden mit einer Leistung ist man auch nicht verpflichtet Trinkgeld zu bezahlen.

 

Internet/Telefon:
Generell gibt es in den meisten Unterkünften WLan. Jedoch meistens nur im Bereich der Rezeption bzw. Restaurant. Zudem ist das Internet eher langsam und fällt auch des Öfteren für mehrere Stunden einfach aus.  

Um im Land günstig telefonieren zu können (beispielsweise um Unterkünfte anzurufen), empfiehlt es sich vor Ort eine Prepaid Sim Karte zu kaufen.

Zeitverschiebung
Tansania ist Deutschland in der Winterzeit zwei Stunden voraus und in der Sommerzeit eine Stunde.

Verbot der Ausfuhr:
- Einheimische Währung
- Souvenirs die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen

Hilfe im Notfall:
Das deutsche Konsulat in Tansania befindet sich in Daressalam
https://daressalam.diplo.de/

Der deutsche Honorarkonsul in Tansania ist Ulf A. Kusserow, Kontaktdaten unter folgendem Link
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/tansania-node/tansania/208666?openAccordionId=item-208722-1-panel

 

Was sollte auf der Reise nicht fehlen:

- Adapter für die Steckdose
- Malariaprofilaxe
- Multifunktionsmesser
- Taschenlampen mit Ersatzbatterien
- Eine Rolle Panzerklebeband (nehme ich auf jede Reise mit, Multifunktionshilfsmittel für alles)
- Moskitonetz
- Bargeld in USD
- Fernglas
- Fotoapparat mit Zoomobjektiv
- Mückenschutz (Spray, lange Kleidung etc.)
- Reiseapotheke
- Sonnencreme
- Sonnenbrille
- Etwas wärmere Kleidung für den Abend

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Richard S.

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