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Similian Islands - Inseln des Grauens ;-)

Um 07:30 klingelte heute das erste mal im Hotelzimmer und Urlaub das Telefon. Wir wurden schon an der Rezeption zum Ausflug erwartet, eigentlich waren wir erst 10 bis 20 Minuten später bestellt, aber kein Problem wir waren startklar. Eine Prämiere, wir wurden in Thailand noch nie vor einer vereinbarten Abholzeit erwartet. Eigentlich muss man immer warten, weil der Fahrer schon aus Prinzip gerne mal zu spät kommt (das ist ungerecht, meist liegt es doch an vorgelagerten Urlaubern oder Verkehr oder oder).

Nach Abfahrt haben wir noch ein paar Hotels abgeklappert und eine Erfahrung gemacht. Je südlicher die Hotels in Khao Lak liegen, um so höher der Anteil an asiatischen Gästen.

Eine weitere Premiere des Urlaubs, wir waren im Minibus nur mit Asiaten unterwegs. Vom Gefühl war es bis heute so, dass man hier 90% deutsche Urlauber antrifft egal ab im Hotel oder irgendwo unterwegs in Khao Lak.

Als der Minibus voll war, hatten wir unser erstes Tagesziel angesteuert. Ich nenne es jetzt mal einen Hafen, mit Werft (spannende alte Schiffe) und einer Touristengeldmachfabrik. Unzählige Minibusse karren da erwartungsvolle Ausflügler mit dem Ziel Similian Island hin. Dort angekommen, wird man an einen Check-In Tisch gelotst. Nachdem man sein Anliegen, ach quatsch, seinen Namen genannt hat, bekommt man ein farbiges Kunststoffbändchen um das Handgelenk gelegt. Die Farbe des Bändchen bestimmt das persönliche Schicksal für einen Tag. Also, die Farbe des Bändchen legt fest mit welchen Speedboot man zu den Similian Island brausen darf und welche Gäste sich für einen Tag ertragen müssen. Die Familie bleib zusammen, Hurra. Der Rest der Mitausflügler teilte sich so ca. auf 60% Asiaten und 40% Europäer auf ( vielleicht war ja auch der eine oder andere Amerikaner oder Australier mit auf unserm Boot). Man konnte sich nach dem Check-In, Schnorchel-Equipment abholen und danach Frühstücken. Frühstücken war uns zu hektisch, man teilt sich gleichzeitig ein Buffet mit tausenden anderen Ausflüglern.

Irgendwann später gab es ein Briefing von den Guides der einzelnen Speedboote, für ihre Tages- oder 2 Tagesgäste. Mir reicht ein Tag für einen solchen Ausflug, bin überzeugt Swaantje und Martje sehen das ähnlich.

Nach dem Briefing, Anlegestellen als Herde runterlatschen, Schuhe ausziehen, Sitzplatz auf Boot erkämpfen und fröhlich sein. Der Füllfaktor des Boots ist vergleichbar mit dem Füllfaktor einer U-Bahn zur Rush-Hour, aber alles gut. Für Menschen die Körperkontakt mögen, sogar der Hit :-)

Swaantje sagte mir, verstanden zuhaben, dass wir so ca. mit 70kmh unterwegs sein werden. Als das Boot erst mal in Fahrt war, fand ich es auch ordentlich schnell. Bei den Außentemperaturen hier ist Fahrtwind eine tolle Sache. Erster Anlaufpunkt war ein Schnorchelstopp an irgend einer der 9 Similian Inseln. Zu sehen gab es da nicht wirklich so viel imposantes, dass konnte man wohl zuletzt vor einer Menge Jahren schreiben. Sich vor wild strampelnden Asiaten im Wasser zu schützen war da die spannendere Beschäftigung. Die tausende frühstückenden Ausflügler sind zwar auf viele Boote verteilt, teilen sich aber auch relativ zeitgleich die gleichen Ausflugstopps. So kann ich ruhigen Gewissens schreiben, man sieht mehr strampelnde Schnorchler im Nationalpark Similan Island, als Fische oder Korallen.

Martje hat wohl schon ihre Vorahnungen und zeigte so gar kein Interesse an Schnorchelaktivitäten. Nach 40 Minuten rettete sich hoffentlich jeder wieder auf sein Boot und es ging zum nächsten Stopp. Diesmal wurde direkt ein paradiesischer Strand angesteuert, so toller Puderzuckersand, glasklares Wasser, tolle Palmen und Bäume und alles was man sich sonst so paradiesisch vorstellt. Wenn da nicht wieder die tausenden einfallenden Gäste wären…

Eigentlich hatte man nur Zeit Mittag zu essen. Ähnlich wie Frühstück ein Massenbetrieb, halt nur im Paradies. Ich selber fand es ein wenig grenzwertig, Essen war lecker. Aber vom Essen lag so viel auf dem Boden der paradiesischen Kantine und da barfuß durchzulatschen machte mir gar keinen Spaß. Ich musste auch mal auf Toilette, zum Glück nur kleines Business, aber der Eindruck reichte. Ich bin in sowas echt nicht so kleinlich. Strand und Vegetation waren wunderschön, Familienmeinung :-)

Stunde rum, tausende wieder am einschiffen und zum nächsten Schnorchelstopp gedüst. Vergleichbar mit ersten Schnorchelstopp, nur sind wir 50 Minuten geblieben.

Anschließend ging es noch zu einer weiteren traumhaften Similian Insel. Wirklich sehr schön, aber eigentlich unbezwingbar. Weil gerade eine großartige Ebbe war, konnten die Boote nicht an Stand fahren und die tausenden Eroberer mussten über scharfkantige Felsen zum Stand stolzieren. Viele haben das unverletzt überstanden. Bei solchen Herausforderungen bin ich nicht so ein Glückspilz, auf den Hinweg habe ich mir die Hacke aufgerissen und dachte ich muss verbluten. Andere Familienmitglieder sind der Meinung, es handelt sich um eine zu vernachlässigenden Hautabschürfung. Schlimmer war es schon auf dem Rückweg, messerscharfe Felsen, meterhohe Wellen und mein Kind unterm Arm machten mir den Weg zurück zum Boot fast unmöglich. Swaantje hatte sich schon fast gerettet und unsere aufmerksame abenteuererfahrende thailändische Tourbegleitung rettete Martje vor den Naturgewalten :-) Wo ich mich dann wieder voll auf mich konzentrieren konnte um mein eigenes Überleben sicherzustellen, ist es passiert. Im Zusammenspiel von hoher Welle und rasiermesserscharfen Felsen, habe ich mir einen Zeh gebrochen. Mediziner würden den Sachverhalt auf maximal eine Verstauchung herunterspielen, ich leide :-)

Egal, wir haben es überlebt und saßen glücklich und dankbar auf dem Boot, bereit zum 80 minütigen Rücktransport zu dem Hafen des Grauens. Von da ging es für die tausende von Similan-Island-Ausflügler zurück mit dem Minibus in die Hotels und alle hatten einen wunderschönen Tag. Vorausgesetzt sie haben den Tag überlebt.

Abschließend haben unsere Guides noch darum gebeten, für diesen Ausflug ordentlich Werbung zuhause zu machen. Mache ich gerne und hoffe hiermit getan zu haben.

Sollte man hier irgendwie negative Schilderungen gehört haben, dann täuscht das.

Wir wussten vorher genau worauf wir uns eingelassen haben und es ist fast alles so eingetreten. War ein lustiger Ausflug und ich hoffe meine Verletzungen werden mich nicht allzu lange dran erinnern ;-)

Die Guides waren super, die haben sich die ganze Zeit beeindruckend um ihre Gäste zu Land und Meer gekümmert. Es gab ausreichend Infos, jede Menge Softdrink und Snacks auf dem Boot. Der Reiseanbieter beherrscht seine Logistik und sein Geschäft, gehört schon etwas dazu tausende von Menschen so getaktet durch den Tag zu bringen.

Man kann das alles auch ein wenig kritischer betrachten, man merkt schon das so viele Menschenmassen der Natur nicht gut tun. Aber die Guides geben sich zumindest Mühe, die Natur vor weitern Schäden zu schützen.

Abgehackt, eine weitere Erfahrung und trotz allem ein schöner Tag. Viele Grüße, bis bald!

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Ralf Zempel

vor über einem Jahr

Hallo Marco, so viel schönes Wasser und warm - wo sind die Thai-Windsurfer? Viele liebe Grüße Ralf


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