UNDERWAYGS®
TRAVELING AROUND THE WORLD

Saigon / Ho Chi Minh City - Alles im Fluss

Es ist angenehm mal wieder in einem größeren Komforthotel zu leben, auch das Frühstücksbuffet wissen wir zu schätzen. Auf jeden Fall sind die Energiereserven wieder aufgefüllt und alle drei sind wir Fit und bereit für neue Entdeckungen.

Nach dem Frühstück buchten wir für morgen einen privaten Ausflug zu den Cuchi Tunnel, ungefähr 70km von Saigon entfernt (Dietmar, Rolf, geht los :-). Eine ausgiebige Raucherpause am Pool mit Dachausblick wurde mir auch noch zugestanden und dann ging der Erkundungstag los. Für heute nahmen wir uns die nähere Umgebung vor und wollten mit Notre Dame anfangen. Mit einem Taxi nach Paris... Nein, nein, auch Ho Chi Minh City, oder ich sag lieber Saigon, hat sein kleines Notre Dame. Das wurde währen der französischen Kolonialzeit für den Wohlfühlfaktor der Franzosen gebaut und naja da steht jetzt eine kleinere Kathedrale. Spontan entschieden wir doch erst das Hauptpostamt anzusehen, dass dort gleich um die Ecke ist. Ein tolles großes Hallengebäude, man kann förmlich den Geist vergangener Zeit spüren. Es gibt dort antike Telefonzellen, die heute statt mit Telefonen mit ATM Automaten bestückt sind. Drei Telefone haben wir noch in den hölzernen Zellen entdeckt, aber die sind mehr aus unserer Generation. Ansonsten gibt es Schalter für Pakete, Briefe und Briefmarken und einige Souvenirschalter und -stände. Lohnender als gedacht so ein Hauptpostamt in Saigon. Die Kathedrale hatte geschlossen als wir fertig waren mit der Post, so waren wir zu spät für das Innenleben vom kleinen Notre Dame. Erneute Öffnung der Kathedrale um 15 Uhr, dafür war es wiederum viel zu früh. Sind wir halt einmal drum rum gelaufen. Um den Weg in Reihenfolge zu halten war als nächster Programmpunkt der Wiedervereinigungspalast dran, wofür wir aber auch noch zu früh oder auch zu spät waren. Besichtigungsstätten und Museen in Vietnam haben meistens früh beginnende und ausgiebige Mittagspausen.

Den Palast konnten wir uns keineswegs entgehen lassen, so haben wir den Großteil der Wartezeit in einem nahgelegenen Park verbracht. Die Parks in Hanoi und Saigon sind für mich immer ein Ort der Ruhe zwischen der unbeschreiblichen Hupen- und Verkehrslärm der Straßen. In diesen Parks gibt es nicht nur schöne Pflanzen und Bäume, es gibt auch immer auf irgend einer Art sich ertüchtigende Vietnamesen zu sehen und wenn sie sich nur angeregt unterhalten.

Nach der Mittagspause des Wiedervereinigungspalastes, der nicht wegen der deutschen Wiedervereinigung so benannt wurde, sondern wegen der Wiedervereinigung von Süd- und Nordvietnam, sind wir gleich Tickets kaufen gegangen und mit unserer Besichtigung gestartet.

Ein sozialistischer Prachtbau, nach unserem Empfinden. Große Konferenzräume, Präsidentenbüros, Apartments, Kommandoräume, einen großer Bunker, Kino, Spielzimmer Hubschrauber auf dem Dach, Panzer im Vorgarten, Großküche, und einen liebevollen Spielplatz. Die meisten Räume sind mit englischsprachigen Infotafeln ausgestattet und spätestens jetzt wussten wir ein geschichtsträchtigen Ort besucht zu haben. Martje fand das alles so lala, der Spielplatz hat ihr aber richtig gut gefallen. Martje war heute überhaupt ein großes Muffelkind. Anderseits schlägt sie sich aber auch sehr tapfer durch die Ausflugstage.

Zwischendurch bemerkt, die Wärme und das Klima hier haut uns echt um. Laufen, trinken, Pause und das ständig und immer wieder zwischen unseren Sightseeingstopps.

So sind wir ölend und schnaufend vom Palast zum Hindu-Mariamman Tempel gelatscht. Ein weiterer Hindu Tempel auf unserer Reise, aber der erste Hindu-Tempel den wir in Vietnam besichtigt haben. Mein einfacher Eindruck ist, Hindu-Tempel sehen in jedem Land ziemlich ähnlich aus. Buddhistische Tempel hingegen sind von Land zu Land doch recht unterscheidbar von der Architektur und dem Spirit. In einer Stadt wo man das Gefühl hat es gibt mehr fahrende und hupende Motorroller oder andere motorisierte Fortbewegungsmittel, ist jede Form von Tempel ein Ort des Friedens und der Ruhe. Schön war es heute wieder einen besucht zu haben.

Kein Tag ohne Markt, könnte auch ein Motto unserer Reise sein. Heute war der Ben Thanh Market unser Handelszentrum. Vorbei an Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch, kamen wir zu den Touriartikeln. Da habe ich erst mal Swaantje an eine Gang geschäftstüchtiger Textilverkäuferin vermittelt und die hatten genau die richtigen Hosen für Swaantje und Martje in der Auswahl. Während Swaantje und Martje ständig neue Hosen bestaunen mussten, wurde ich auch angehalten alles mögliche zu kaufen. Ständig wurde was neues hervorgekramt, aber ich blieb Spielverderber und wollte nix aus dem umfangreichen Warensortiment.

Als die richtigen Hosen für Martje und Swaantje gefunden waren, ging es in die Verhandlung. Eigentlich läuft so etwas immer nach gleichen Schema: Man bekommt einen unverschämten hohen Preis genannt, bietet dagegen mit einen unverschämten niedrigen Preis, dann spricht man gegenseitige Empörung aus uns kommt sich in den Preisvorstellungen immer näher. Entweder man knickt ein und kauft dann zum bestmöglichen Preis des Verkäufers, oder man nennt sein absolutes Limit, beharrt darauf und geht desintressiert weiter. In der Regel wird ein dann hinterhergerufen und man bekommt die Sache zu einem enorm günstigeren Preis als zum Verhandlungsanfang. Wenn man das Spiel mag, dann macht das Handeln richtig Spaß. Das ausreizende Handeln macht mir immer wieder riesigen Spaß. Auch wenn ein die Verkäufer ein oftmals das Gefühl geben man würde sie in den Bankrott treiben, kann man davon ausgehen das niemand einen etwas ohne Gewinn zu machen verkaufen würde.

Später habe ich mir auf dem Markt noch zwei neue Kopfbedeckungen gekauft, wegen übermäßigen Gebrauch der vorhandenen Kopftücher und des Caps aus meinem mitgebrachten Bestand.

Nach dem Markt folgte eine Pause an einer Busstation um dann doch zu Fuß zur City Hall (Rathaus) zu laufen. Schönes Fotomotiv, mit anliegender Prachtmeile. Das nahliegende und oft besichtigte Opernhaus von Saiogon haben wir links liegen lassen und erfreuten uns über den großen Fußgänger-Boulevard der uns direkt zum Bitexco Finacial Tower führte. Der Tower ist das Vorzeigehochhaus von Saigon. Dort gibt es ein Skydeck in der 49 Etage mit toller Aussicht, aber für vietnamesische Verhältnisse unverschämt teuren Eintritt. Eine Etage darüber gibt es ein Cafe ohne Eintritt, aber dafür mit unverschämten Preisen. Wir haben uns für das teure Cafe entschieden und die Aussicht der einbrechenden Dunkelheit genossen. Die vielen Lichter der Stadt und besonders das beleuchtete Verkehrsgewusel ist von oben betrachtet schon sehr nett anzusehen.

Von da oben konnten wir sogar die Leuchtreklame unseres Hotels sehen, dass verleitete uns dazu dorthin zu Fuß zurück zu laufen. Der Weg zum Hotel war gut, immer am belebten Fluss entlang. Nur war der Weg doch länger als aus der 50 Etage wahrgenommen.

Vor unserem Hotel angekommen sind wir in ein sehr atmosphärisch eingerichtetes Restaurant essen gegangen. Das Speiseangebot war sehr exotisch, Frosch oder Hühnchenfüße standen auf der Speisekarte. Wir hatten lieber ein einfaches gebratenes Reisgericht geteilt.

Swaantje und Martje waren danach noch im Swimmingpool aktiv und ich fing schon mal mit Tagesbericht an.

Fazit des Tages, Saigon wirkt auf uns noch geschäftiger als Hanoi. Straßenüberqueren ist eine noch größere mutige Herausforderung als in Hanoi oder Da Nang. Die Kunst ist und bleibt, selbstbewusst die Straße in einem konstanten Tempo zu überqueren. Dann wird man schon umfahren und nicht umgefahren. Ich mache Fortschritte mit meiner Verkehrsphobie, aber freue mich immer über Straßen mit Ampeln die halbwegs beachtet werden :-)

Aus jetziger Sicht ist auch Saigon eine Stadt voller Kontraste, da gibt es Straßen mit heruntergekommenen Häusern, dreckigen und stinkenden Straßen und dann gibt es die großen Prachtstraßen auch mit moderner Architektur. Eine Konstante ist der permanente fließende Verkehr mit dem wilden gehupe.

Viele Grüße aus Ho Chi Minh City

Marco

Zurück zum Reiseblog

        


Hinterlasse eine Antwort

Name *
E-Mail *

Wer reist hier?

    Profil von Swaantje
    Profil von Marco
            

    Jetzt eigene Reise planen

    UNDERWAYGS ermöglicht dir, deine Reisen mit anderen Personen zu planen und deine Erfahrungen in Bildern und Reiseberichten zu teilen. Mit den vielzähligen Funktionen, die UNDERWAYGS dir bietet, bist du bestens auf deine Reise vorbereitet. Probiere es aus und plane deine eigene Reiseroute, schreibe deinen Reiseblog!

    Jetzt loslegen

UNDERWAYGS
Reisen
Reisen
Orte
Orte
Ratgeber
Blog
Community
Freunde
Events
Über
Nach oben scrollen