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Beobachtung der Zeit

Bagan, am Morgen. Wir sitzen auf der obersten Plattform einer Pagode, die im Reiseführer namentlich nicht erwähnt ist. Die birmesische Seifenblasenschrift verrät uns den Namen leider nicht. Unser Blick geht nach Westen und umschließt einen Teil des schier unendlichen Pagoden- und Stupafeldes.Die fast meditative Ruhe wird einzig von Birmesen gestört, die selber hergestellte Bilder an die Touristen, allerdings wenig aufdringlich,  verkaufen möchte. 

Der Blick schweift über die Pagoden, von der wunderbar restaurierten Ananda über die höchste zur größten Pagode und nimmt die vielen kleinen Stupas, deren Spitzen aus der kargen Landschaft auftauchen, wahr.Eine Beschreibung bieten die Reiseführer. Uns versetzt in Erstaunen, welche Hochkultur diese Kulturbauwerke erstellen konnte, während in Europa, speziell auch Deutschland, finsteres Mittelalter herrschte. Entstanden sind die Pagoden zwischen dem 10. Und 13. Jahrhundert. Die Formen entwickelten sich zu einem spezifischen Baustil des Landes, durch den die Macht und die Kraft der birmenischen Könige repräsentiert wurde. Die Ausführung der Bauten verlangte hohe handwerkliche Kunst und Kenntnisse. Die Ausführung höchste Sorgfalt und Geschick. Ein besonders grausamer König ließ die Maurer hinrichten, wenn er nur einen Nagel zwischen die Ziegelsteine stecken konnte. Ende des 13.Jh. war dann diese Blütezeit beendet. Für die Ursache gibt es viele Erklärungsansätze klassischer Natur. Mongolen, Klima, Dekadenz...

Der Blickt schweift über die Jahrhunderte. Wie bei allen grossen Gebäuden, die von unterschiedlichen Kulturen errichtet wurden,  ist ihre Entstehung sicherlich mit viel Leid verbunden. Die Schönheit und Erhabenheit jedoch hat die Zeit jedoch nicht zerstört. Naturereignisse wie Erdbeben allerdings schon; am schlimmsten jedoch zerstört hat einen Teil der Gebäude der Mensch auf der Suche nach Gold.Aber auch Forscher,  und natürlich auch Deutsche, haben durch Diebstahl von Keramikkacheln oder Skulpturen dazu beigetragen. In Berlin sollen die einen oder anderen Objekte zu sehen sein.

Unser Blick schweift über die Jahrhunderte und realisiert eine ausgedorrte Landschaft. Birmesische Reisegruppen in einfachsten Fahrzeugen unterwegs besuchen die Pagoden zum Gebet. Teils lärmend, teils andächtig, mit Opfergaben im Arm, knien vor den Buddhastatuen und beten. Wir umrunden die Pagoden, betrachten die jeweils vier Buddhastatuen der letzten vier Buddhas, nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Staunen über Reste von Wandbemalungen, die nur selten fotografiert werden dürfen. Wir entdecken kleine, höhlenartige Pagoden und monströse,  die Kathedralen ähneln. Die Ananda-Pagode ist vom Ausland renoviert und in einen hellen Zustand versetzt worden, der sich stark von den Ziegelbauten oder vergoldeten Objekten, die oft von den Militärs "gespendet" wurden, unterscheiden. 

Unser Blick realisiert die Vergänglichkeit der Zeit und lässt uns wieder im Heute ankommen. Wir steigen auf unser E-Bike/Mofa und fahren weiter auf Asphalt und Sand durch die Jahrhunderte. 

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Simon

vor über einem Jahr

Genial!


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