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Das Paradies ist (n)irgendwo?

Lost in paraďiese  -  paradeise lost  -  das Paradies ist nebenan -  mein kleines Paradies  -  Adam und Eva im Paradies  -  12 Jungfrauen...

Wir befinden uns auf der kambodschanischen Insel Kong Rong Samloen, die der Küste von Sihanoukville vorgelagert ist. Zu erreichen ist sie nur mit einem sog. Schnellboot, das die Wellen pflügt, denn wir haben es mit einem kraftvollen Ozean zu tun, was wir auf der Rückfahrt besonders zu spüren bekamen. Wir landen an einer langgezogenen halbkreisförmigen Buçht. Sonne, weißer Strand, türkisfarbenes Meer, gesäumt von Holzhütten , Bars und Restaurants. Meist junge Touristen bevölkern den Strand, es herrscht leichter Betrieb, der Massentourismus ist jedoch weit entfernt, eher am Festland zu finden. Wir haben unser Ziel aber noch nicht erreicht. Uns steht ein Fussmarsch durch den tiefen Sand zur anderen Inselseite bevor. Der Weg ist jedoch bereitet, wir benötigen keine Macheten, unser schweres Gepäck wird transportiert. Wir erreichen unser kleines PARADIES,  lazy beach. Das sind etwa 20 Bungalows, eher weniger als mehr komfortabel ausgestattet, aber mit bequemen Betten und einer großen Terrasse mit zwei Hängematten und einem wunderbaren Blick aufs Meer, das wir nach ca.5 Metern Fussmarsch erreichen:Klares Wasser, sehr warm, leichter Wellengang, gelb-weißer Strand, quarzhaltig, der die Schritte quietschen lässt.Umsäumt wird der Strand von unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern, in denen und auf denen so manches ungewöhnlichesTier zu entdecken ist. Hinter uns liegt der Inselurwald, die ideale Rückzugsmöglichkeit für viele Lebewesen. Geckos von Unterarmgrösse in Familienkonstellationen können Gäste sein wie Ameisenvölker, die ihr Werk im Umkreis der Holzterrasse verrichten und plötzlich wieder verschwunden sind. Als Wecker tun sich grosse Nashornvögel hervor, die mit grausamen Schreien und Gekrächze für das Ende des Schlafes sorgen. Jeder Hahnenschrei klingt demgegenüber wie eine Opernarie von wem auch immer. Es sind wunderbare Vögel, leider fehlt ihnen der rechte Sound. Liegend in der Hängematte kann man der Brandung lauschen,  diesem nicht enden wollenden Tosen des Meeres, mal harmlos klatschend, mal gewaltig krachend. Und dergleichen Blick schweift in die Ferne, orientiert sich am Horizont,  der belegt,  dass die Erde eine Kugel ist. Fischerboote schwanken mit den Wellen schier lautlos dahin oder jagen mit dröhnendem Motor durch die Wellen. 

Es stellt sich die Frage nach dem Paradies, worauf jeder schon wartet. Was ist das Paradies, worin besteht unsere Sehnsucht, können oder wollen wir es überhaupt erreichen oder besteht nicht gerade in der Sehnsucht, im unerfüllbaren Traum der eigentliche Sinn? Womit wir bei der deutschen Romantik wären. Die Suche nach der Blauen Blume, kaum erreichbar; und wenn wir sie doch gefunden haben sollten,  dann schließt das nicht die Suche nach einer weiteren Blauen Blume aus, usw.usf...Verloren in der Suche nach der Blauen Blume, never ending story!

Kristallklares Wasser, goldgelber Strand von Palmen gesäumt, einsam, aber nicht verlassen, und bitte nur für eine bestimmte Zeit.Es geht nicht nur darum, etwas zu erlangen, was wir in Europa nicht haben. Unser Geist sucht mehr und verbindet visuelle Vorstellungen mit Gedanken und Ideen. Oder sind wir einfach nur manipuliert von der Bacardiwerbung, die uns ein leichtes Leben suggeriert, am Palmenstrand mit schönen Menschen und natürlich mit Alkohol? 

Wenn ich in meiner Hängematte liege und schreibe, so empfinde ich die äußeren Bedingungen als paradiesisch. Und dennoch wollte ich so nicht immer leben.Wir suchen uns für jede Lebensphase unsere kleinen Paradiese, sind diese somit nicht überall, selbst wenn wir das nicht täglich so empfinden können? Kann man etwas als paradiesisch ansehen,  was alltäglich ist? Bedeutet es dann nicht, wenn man ein Leben in Zufriedenheit führen kann, im täglichen Paradies zu leben? Gut, manchmal erscheint das Umfeld alles andere als schön, eher hässlich,  gar brutal oder grausam. Wenn ich ums Überleben kämpfen muss, also kaum zufrieden sein kann, können mir Gedanken, die sich um paradiesische Zustände bemühen,  gar nicht kommen. Je ruhiger und unbelasteter unsere Lebensbedingungen sind, umso exotischer entwickeln sich die Träume und Wünsche sowie die Suche nach dem Neuen, vielleicht noch nicht Entdeckten.  Und dann bleibt der Traum, unerreichbar, gut so.

Wenn wir unser kleines Inselparadies verlassen, werden wir nicht trauern, wir werden ein neues finden, vielleicht ein ganz anderes im großen "Menschenmeer".

Phnom Penh ist der gelungene Kontrast. Zivilisation, technische Errungenschaften,  MODERNE. Die Bilder zeigen die Welten und verdeutlichen unsere (Alb-) träume. ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eva Osner-Herrmann

vor über einem Jahr

Habe erst heute begonnen eueren Reisebericht zu lesen und kann gar nicht mehr aufhören.
Herzlichen Dank für die vielseitigen Eindrücke und kritischen/philosophischen Bemerkungen

Christiane Schmitt

vor über einem Jahr

Hängematte, ein Stück Heimat, ein kleines Paradies im Obstgarten... noch immer kein Heimweh?


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