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Feuer ist Leben! In den Bergen 3

Mit der staatlichen Erlaubnis in der Tasche ging es nun in die"Tiefe", wie unserer Reiseführer zu sagen pflegte.Wir wanderten in die Berglandschaft, in der die unterschiedlichen Stämme und Familien leben.  Es stellte sich als eine Reise in die eigene Vergangenheit bzw. der Familie heraus, zumindest für unsere beiden Landeier aus der Region Melsungen, während meine Empfindungen sicherlich anders waren, schließlich bin ich ein klassischer Städter.

Wir passierten Dörfer,  die aus wenigen Hütten oder Häusern bestanden, spielende Kinder,  wenige Erwachsene,  da diese sich bei einer Zeremonie, in diesem Fall Hochzeit,  mit Essen und Reisweingelage befanden.

Wir stiegen stets aufwärts,  überquerten Bachläufe und erklommen kleinere Hügel,  bis wir an unserem Ziel ankamen: Der Ort, an dem drei Häuser den Lebensbereich der Menschen jenseits der Natur bildet. Auffallend war, dass große Flächen an den Hängen zur Bewirtschaftung gerodet worden waren. Nach meistens drei Jahren wird die Ackerfläche (Manjokanbau) aufgegeben und der Boden sich selbst überlassen, der dann ca. 10 Jahre zur Regeneration benötigt. Das ist natürlich nicht unproblematisch und funktioniert nach alter Tradition nur deshalb,  weil die Population begrenzt ist. Ein starkes starkes Anwachsen der Bewohner würde zu erheblichen Problemen führen.  Da insgesamt ein Verdrängungsprozess stattfindet,  ist eine solche Entwicklung nicht ausgeschlossen. 

Wir erleben das einfache,  aber durchaus in dieser Zeit der Ruhe (die Arbeit beginnt mit der Regenzeit) angenehme Leben der Menschen, das derzeit offensichtlich in vielen Feiern besteht. Die Zeremonien haben aber durchaus rituellen Charakter,  Opfergaben werden zur Beschwörung diverser Geister,  zur Besänftigung der Dämonen gebracht, ein kleines Schwein darf es dann schon mal sein! Und wie gesagt,  mit Reiswein, der Standardmedizin,  wird alles abgerundet. Erstaunlich ist, dass die wenigen Familien offensichtlich ständig zusammensitzen und das Leben,  ihre Art und Weise zu leben,  friedlich genießen. 

Wir partizipieren an diesem Leben,  schaukeln in der Hängematte und lassen Tiere und Menschen an uns vorüberziehen. Die Schweine und Hühner laufen um uns herum,  suchen nach Fressen;  nirgendwo herrscht Aufregung oder Gezeter.  Ist das die Welt,  die wir suchen? Ist das die Welt, die wir verloren haben?

Wir wandern den Berg weiter hinauf durch gerodete Flächen hinein in den Urwald. "Die Menschen essen den Wald". Aber sie sorgen für die Regeneration.  Die Blicke gehen in die Weite der Landschaft und erfreuen sich an einem Bambushain oder an verschlungenen Wurzeln der Bäume. 

Zurück im Dorf finden wir weder eine Toilette noch Badezimmer oder ähnliche kulturellen Erscheinungen. Wozu gibt es die weite der Natur,  das Wasser liefert eine Quelle,  es wird per Schlauch über einen kleinen Weg geleitet,  ein Miniwasserfall am Bach dient als Dusche.

Das Essen wird auf der einfachen Kochstelle zubereitet, das Feuer lodert. Ein wenig erschöpft legen wir uns auf unser Schlaflager, das neben dem Feuer vorbereite wurde. Daneben hocken die Menschen und trinken ihren Reiswein und reden. Wir versuchen zu schlafen,  was unterschiedlich gelingt.  Am Morgen weckt uns wieder das Knistern des Feuers: Der nächste Morgen beginnt mit dem Hahnenschrei. Ohne das Feuer gäbe es kein Leben. Dies manifestiert sich auch in der Sprache: "tunh"-Feuer wird in unterschiedlichen Verbindungen genutzt:, für das Feuer im Haus zum Kochen, für das Feuer zum "Essen" des Waldes und auch die Familie und das Zusammenleben wird mit dieser Silbe verknüpft. Ein gemeinsames Leben sollte ja auch feurig sein,  da können wir locker zustimmen! 

 Und nun schreibt ein "Landei": Rainer hatte vier Nächte kaum geschlafen und so ruhten wir den Nachmittag einfach nur in der Hängematte aus. Erst fand ich es schade, nicht mehr von der Gegend zu erwandern. Doch dann wurde es für mich ein Nachmittag,  der mich in meine Kindheit auf Bauernhof und Dorf zurückführte: ein Leben mit den Tieren,  mit dem Rhythmus der Natur, die Ruhe, die Stimmung, die  Einfachheit des Lebens ... Eine wunderbare und berührende Erfahrung

 

 

 

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