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Jury - Vorsitz und ein politisches Statement

18 жовтня 2018

„Never talk politics“ war ein Rat den ich in verschiedenen Publikationen zur Ukraine schon gelesen habe. Ich hab’s mir trotzdem nicht verkneifen können und die Reaktionen waren, naja, emotional. Aber dazu später.

In der ersten Stunde hätte ich eigentlich unterrichten sollen, ich wurde aber kurzfristig zu einem Wettbewerb der Schule eingeteilt. Die Schülerinnen und Schüler der Deutschgruppen hatten einen fächerübergreifenden Contest „MeisterChef“. In 4 Gruppen hatten sie die Aufgebe, Bananenbrot und Obstsalat anzurichten und dabei auf Schnelligkeit, Teamwork, Präsentation und Ästhetik Wert zu legen. Diese vier Punkte wurden auch beurteilt. Ein 5. Punkt war noch in der Vorbereitung - das Rezept für den Obstsalat, welches aus einzelnen Sätzen bestand, in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ich durfte, zusammen mit der Werklehrerin (fächerübergreifend Deutsch und Werken/Hauswirtschaft) und der Vizerektorin, in der Jury Platz nehmen. Nachdem ich dann die Preisverleihung auch noch machen durfte, ging es weiter.

Das Wetter war wunderschön und so wechselte ich noch schnell in der Wohnung von der Winterjacke (Frühtemperatur 3 Grad – jetzt 14 Grad, Tendenz steigend) auf Sakko. Ich hatte ja noch einen offiziellen Termin.

Auf der Uni, in den Räumlichkeiten der Österreich Bibliothek, fand ein Deutsch Wettbewerb für die Oberstufen – Schüler statt, bei dem es um drei Plätze für einen Aufenthalt in St. Paul / Kärnten ging.

Ich habe mich einmal an dem schriftlichen Test versucht, und habe tatsächlich einen Fehler gemacht.

Während die Schülerinnen und Schüler den Test schrieben, habe ich mit meiner Deutsch – Seminargruppe die Medienlandschaft Österreichs erarbeitet und dann mit der ukrainischen verglichen.

13:00 dann vom zweiten in den ersten Stock: Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern. Ich habe prompt den Jury-Vorsitz bekommen und führte die Gespräche zusammen mit einer Deutsch-Professorin und dem Leiter der Österreich Bibliothek. Die Schülerinnen und Schüler kamen einzeln zum Gespräch und haben aus 12 verschiedenen Themen rund um das Bundesland Kärnten eines zufällig ausgewählt. Dann gings los. Bewertet wurden neben den sprachlichen Fähigkeiten (lexikalische Vielfalt, Grammatik, flüssiges sprechen, …) auch der Inhalt. Die Bandbreite war sehr weit aber durchaus gut.

Zu guter Letzt durfte ich wieder Urkunden austeilen, aufmunternde Worte sprechen und Hände schütteln.

Vor dem nächsten Programmpunkt haben wir dann noch einen Zwischenstopp eingelegt. Eine Portion Вареники waren die erste Mahlzeit heute.

Nächster Stopp: Stadtbibliothek. Buchpräsentation! (auf Ukrainisch)

Eine interessante Sitte ist hier, dass aus dem Publikum Stellungnahmen zu dem Thema des Buches gemacht werden. Das lief ja auch alles ganz gesittet ab, bis der Organisator „den Gast aus Österreich“ um ein paar Worte bat. Thema des Buches: Identität

Mein simultan übersetztes Statement lies prompt die Wogen hochgehen und ich war mit minutenlangen direkten Anreden konfrontiert, die ich nur zum Teil verstanden habe und/oder übersetzt bekam. Ich habe auf das Spannungsfeld in Europa und in der Welt Bezug genommen, indem ich Patriotismus als etwas durchaus identitätsstiftendes legitimiert habe, den erstarkenden Nationalismus aber scharf kritisiert habe.

Für die Ukrainer bedeutet die Nation aufgrund der vielen Teilungen und Besetzungen in der Geschichte sehr viel. Ich habe Nationalismus als chauvinistisches Gedankengut hingestellt, das Andere ausschließt und abwertet, den Nationalisten aber auch einsperrt in seiner Welt.

Das hat zu einem sehr emotionalen Diskurs über Begrifflichkeiten geführt. Zumindest von Einigen wurde meine Wortspende als „das Gespräch belebend“ positiv kommentiert.

Nach dem Visitenkartentausch mit dem Organisator und der Vereinbarung, sich ehestmöglich auf ein Gespräch zu treffen, lies ich den Tag gemütlich mit ein paar Achterl „Villa Krim – Pinot Noir“ ausklingen.

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