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Ausländer

5 листопад 2018

Am Vormittag hole ich die letzten Unterlagen vom Institut für Internationale Beziehungen ab. Am Nachmittag geht es mit dem Ukrainisch Kurs weiter und am Abend folgt noch ein Kinobesuch: "Богемна рапсодія"! Es ist für mich noch immer kaum zu verstehen, aber ein paar Worte kann ich dann schon zuordnen. Ich werde das wiederholen. 

 

6 листопад 2018

Perfekt geplant beginnt mein Tripp nach Lviv zur Einwanderungsbehörde.

Ich werde nach Truskawetz chauffiert und steige dort in den Bus nach Lviv. Der Bus ähnelt den Reisebussen mit denen wir damals 1985 auf Schulwoche gefahren sind. Er ist wahrscheinlich einer davon und wurde seither eher wenig gepflegt und repariert. Egal – zwei Stunden Fahrt über unzählige Schlaglöcher später erreiche ich den Hauptbahnhof von Lviv.

Am Bahnhof werde ich von zwei Germanistik-Studentinnen im zweiten Studienjahr abgeholt. Wir fahren mit der Tramway ins Zentrum. Da wir noch etwas Zeit haben, das Amt öffnet erst um 14:00, zeigen sie mir noch ein paar Sehenswürdigkeiten. Danach geht’s in ein nettes Kaffeehaus.

Die anfänglich zwanglose Plauderei führt uns über die Unterschiede zwischen Österreich und Ukraine auf das Thema „Krieg“. Da geht es dann schon sehr tief, wie ich merke. Besonders eine der beiden dürfte direkt davon betroffen sein. Als sie von den jungen Männern erzählt, die vornehmlich aus der Westukraine im Krieg kämpfen und von dem mittlerweile zur Normalität gehörenden Anblick junger Männer ohne Beine, oder anderweitig durch den Krieg gezeichneter ehemaliger Soldaten. Da entgleist das ansonsten perfekte Gesicht schon merklich. Es ist ein schweres Thema und ich mir wird wieder bewusst, welches Glück ich doch in der Geburtslotterie gehabt habe.

Und diese ewige Suderei des gelernten Österreichers wird wieder einmal mehr unverständlich.

Wir müssen zum Amt, also wird das Thema wieder gewechselt und wir gehen am Rathaus vorbei zum Hotel „George“. Gleich dahinter befindet sich diese Servicestation des Amtes für Immigration. Wir warten geduldig eine halbe Stunde in der Schlange bis wir drankommen. Die beiden Mädls übergeben die Unterlagen und ich merke, hier läuft was schief. Ich habe nicht alles Notwendige. Es wird besprochen, notiert, zwischendurch bekomme ich ein Update übersetzt. Ich versuche zu erklären das ich schon bei der Botschaft in Wien … – aber das ist egal. Vorschrift ist Vorschrift, nicht nur in Österreich.

Ich brauche noch eine beglaubigte Übersetzung meiner in Österreich abgeschlossenen Versicherung, einen Mietvertrag und ich muss in Begleitung einer Person erscheinen die in der Universität Drohobytsch beschäftigt ist, und für sie sprechen darf. Das heißt Vollmacht der Universität, Stempel und Siegel, …

OK – Telefonat mit Drohobytsch (mein Akku gibt auf) – Telefonnummer auf der Uni in Lviv erfragen, weil die Telefonnummer auf meinem Telefon ist - ToDo-Liste durchgeben – die Mädls sind echt super. 

Wir gehen was essen. Ich kann hier mein Telefon laden und wir (eher die Mädls) sortieren die Dokumente, verschriftlichen eine Liste mit offenen Punkten und schicken diese per Messenger nach Drohobytsch. Sie begleiten mich noch bis zum Bahnhof und setzen mich in den Bus zurück. Diesmal nicht in den großen, „bequemen“, sondern in die hier üblichen Kleinbusse. Nicht nur einmal habe ich das Gefühl, das meine Wirbelsäule demnächst brechen wird.

Ich telefoniere im Bus um noch abzuklären wie und was weiter zu tun ist.

Mittlerweile arbeiten schon einige Leute an dem Projekt „Yurij“

Zum Schluss telefoniere ich noch mit der stellvertretenden Dekanin der Primarstufe um ihr zu erklären, dass unsere morgigen Termine wohl nicht zu halten sein werden.

 

7 листопад 2018

9:00 Termin beim Vizerektor!

Vor dem Büro treffe ich noch auf Wassyl und Marta, die mir beide noch die Einladung von der Uni in Kiew übermitteln.

Abgesehen von Ihm sind noch Ira, drei Damen aus dem Büro, der Leiter der Studentenheime und der Berater der Rektorin in Sachen internationale Beziehungen dabei. Es wird besprochen, dazwischen telefoniert, vereinzelt verlassen auch wieder Personen den Raum und kommen dann mit irgendwelchen Papieren wieder.

Gegen die heute früh aufgetretenen Halsschmerzen hilf vorerst ein Tee.

Nach einem kurzen Abstecher in das Amt in Drohobytsch, wo wir zu fünft auftauchen und den zuständigen Beamten belagern ist dann wirklich alles geklärt.

Zwei Dokumente fehlen noch und einmal die Unterschrift der Rektorin.

Nachdem Yurij (der Vizerektor heißt auch wie ich) einen Termin in Lviv hat können wir mit ihm mitfahren. Eigentlich fahren wir mit ihm bei einem Freund von ihm mit und der fährt einen Skoda Superb! Schneller und bequemer bin ich noch nicht nach Lemberg gefahren! Ira und ich steigen im Stadtzentrum aus und gehen zum Amt. Nachdem wir noch dreimal herumgeschickt werden um die fälligen Gebühren von 860 UAH zu bezahlen, können wir dann endlich alles abgeben. Die Dokumente sind vollständig und ich darf noch die erkennungsdienstliche Prozedur über mich ergehen lassen. Fingerabdrücke und Fotos. Unbeschreiblich lästig. In gut drei Wochen kann ich dann meinen Bescheid persönlich abholen!

Mittlerweile habe ich sehr starke Halsschmerzen und wir besorgen Medikamente. Die auflösbare Brause nehme ich in einem Kaffeehaus zu mir.

Um 16:00 ist Treffpunkt vor dem Bahnhof und es geht wieder bequem und schnell zurück.

Die Halsschmerzen sind mittlerweile deutlich heftiger und ich greife zu den Lutschpastillen. Die wirken deutlich besser.

 

8 листопад 2018

10:00 unangekündigter Besuch im Institut für Internationales. Ich habe Süßigkeiten gekauft um mich so für die Hilfe zu bedanken. Für Yurij, den Vizerektor, habe ich noch was in meiner Tasche. Dankenswerterweise hat mich Ira da beraten. 

Als Yurij kommt lacht er schon und fragt was jetzt schon wieder ist.

In seinem Büro stelle ich dann eine kleine Flasche Kognak auf den Besprechungstisch und bedanke mich für die Hilfe! Er besteht darauf gemeinsam mit mir zu trinken und holt Alexander noch dazu.

Yurij gratuliert mir dazu, dass ich den „ukrainian Way“ schon verstehe und schenkt mir ein. So verbringen wir dann noch eine halbe Stunde bei Gesprächen über Familie, wie ich die Ukraine sehe und einer regen Diskussion über die Musik der 60er und 70er Jahre mit Alexander.

Für das Englisch Seminar bin ich zu spät, also nutze ich die Zeit um bei der stv. Dekanin vorbeizuschauen, da ich ja die gestrigen Termine aufgrund meiner Fahrt nach Lemberg nicht wahrnehmen konnte. Alles Bestens und ich besuche noch Marta in der Österreich Bibliothek bevor ich zu meiner Deutsch – Seminargruppe gehe. Als ich die Türe öffne sitzt mir genau eine Studentin gegenüber! Alle anderen sind krank oder haben Arzttermine. Ich entscheide mich für die Absage des heutigen Seminars und wir verlassen das Universitätsgebäude.

Ich brauch eh dringend Erholung!

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