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Utan Paradise Lodge – Tag 1

Es ist 20:30 Uhr. Ich sitze mit Nils und Matze unter einem Bambusdach und um uns herum regnet es in Strömen. Es hat gerade angefangen, sehr schnell entwickelte es sich aber zu einem heftigen Gewitter. Nicht ungewöhnlich, wir sind im Regenwald angekommen! Genauer gesagt befinden wir uns in den Bergen der Crocker Range, des Nationalparks auf Borneo.


Die Fahrt hierher war sehr angenehm, ein Fahrer holte uns am morgen mit einem größeren
Fahrzeug ab und brachte uns zur Utan Paradise Lodge, einem kleinen Camp inmitten des
Regenwaldes. Das letzte Stück gingen wir zu Fuß mitsamt Marschgepäck und Verpflegung für einige Tage. Hier befinden... sorry ich muss gerade lachen... Nils träumt von einer Currywurst und Matze ergänzt, dass es auch ein Jägerschnitzel sein kann... nun aber weiter im Text...

 

Hier in der Lodge befindet sich ein Haupthaus das zu den Seiten hin offen ist und aus Bambus
gebaut wurde. Auf dem Platz um dieses Gebäude herum befinden sich kleine Strohzelte in denen wir übernachten werden.

Inus ist der Besitzer dieser Hütten und für die kommenden Tage unser Tourguide. Die erste Tour startete heute... und war zugleich sehr einprägsam für Matze und mich da wir mit seinem 30 jährigen Mitsubishi Bus zurück ins Tal fuhren um Fisch zu kaufen und eine Plantage besuchten.

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Schon beim ersten Anstieg auf einem schmalen Pfad zur Hauptstraße zu dem wir fünf Anläufe benötigten, passierte Unglück Nr I (Ich vergebe aufgrund der hohen Anzahl zukünftig Nummern, dann läßt es sich leichter zuordnen). Inus musste stark beschleunigen um den alten, gebrechlichen Motor in Schwung zu bekommen, der auch nicht sofort anspringen wollte. Aufgrund der hohen Zugkraft jedoch riss es Matze mitsamt Rückbank beim ersten Schlagloch aus der Verankerung und er landete im Kofferraum des Wagens. Hier angekommen bot jedoch
auch die Heckklappe keinen Widerstand mehr und öffnete ihm bereitwillig den offenen Dschungel. Matze geht es inzwischen wieder besser. ;-)


Inus hielt sofort an und schraubte die Rückbank mit einer Schraube (!) wieder an, empfahl aber Matze das er sich besser am Vordersitz festhalten sollte. Das erste Auto das ich kenne, bei dem es zwei Schuhabdrücke an der Decke gibt.

 

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Da wir anfangs nur bergauf fahren mussten, war es jetzt bergab mit Inus's „Rolls Royce“, wie liebevoll das Auto betitelte, einfach. Einfach? Vergiss es! Das dachten wir, aber dem war nicht so. Die Bremsen wurden schon nach kurzer Strecke sehr heiß, daher bremste er mit niedrigen Gängen, weswegen das Auto einem Technoschuppen glich. Lediglich lauter waren eigentlich nur die schussähnlichen Geräusche die beim Beschleunigen aus dem Auspuff kamen. Der zweite Weltkrieg war ein Dreck dagegen.

 

Sehr durchdacht ist aber, dass es extra Raststätten für heiß gelaufene Bremsen an den Wegen gibt. Hier tranken wir eine Cola mit den Locals die sehr freundlich und aufgeschlossen waren. Sie fragten uns sehr schnell ob wir ihre Schwestern kennen lernen wollten. Nein wollten wir nicht. Uns saß noch immer der Schock des Wagens im Nacken.

 

Im Tal angekommen besuchten wir einen Freund von Inus, der eine Obstplantage betreibt. Ich dachte bisher ich kenne so ziemlich alle südländischen Früchte, aber das war weit gefehlt. Es
gab wirklich leckeres Obst, sehr süß und teilweise eine Masse die einem Gehirn gleicht.
Widerlich und kurz vorm Brechreiz stehend erging es uns eigentlich nur mit der Durian Frucht. Eine ananasgroße Frucht die für uns Europäer zum Himmel stinkt. Es war kaum auszuhalten.
Abwechslung schuf anschließend das Krokodil mit fünf Fingern, das wir sahen.

 

Verwunderlich war für mich, dass es scheinbar nicht üblich ist, sein Geschäft in der Natur zu erledigen. Wir sahen viele Stehtoiletten, weswegen ich mich kaum traute, nach einem kurzen Halt zu fragen. Gottseidank jedoch erreichten wir noch ein Stehklo, wobei „Stehen“ für einen mittelgroßen Europäer zu viel versprochen ist. Leider sind die einheimischen sehr klein, ich pinkelte mehr oder weniger in der Hocke, rundherum nur Dschungel.

 

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Der Weg zurück führte uns wieder hoch in die Berge. Und als hätten wir es nicht schon geahnt,
quälten sich die wenigen verbliebenen Pferdestärken des alten Mitsubishis den Hang hinauf. Wir bekamen Angst. Verdammt große Angst. Ich überlegte noch ob ich einige Anrufe tätigen sollte, es hätten meine letzten sein können. Dem Himmel sei dank, das wir mit wenigen Zwischenfällen und kurzen Stops am Wegrand oben ankamen, lediglich eine Zündkerze
musste gewechselt werden.

Nils schlief immer noch als wir ankamen... ihm ging es nicht so gut, ich vermute aber mittlerweile eher, er hatte eine Vorahnung. Und das war auch gut so. Wäre er mitgekommen, hätte es das Auto zerlegt... wir sind auf morgen gespannt.

 

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Inzwischen hat es aufgehört zu regnen. Wir sitzen im Lichtschein, im Hintergrund lautes Dschungelkonzert. Wir können zwei, vielleicht drei Meter weit schauen, dahinter beginnen die ersten Bäume und es ist dunkel. Ein alter Dieselgenerator brummt leise hinter einer Hütte und spendet uns den nötigen Strom. Tiere haben wir bisher nicht viele gesehen, man hört sie nur in unserer Nähe.

 

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Den Ausblick den wir hier haben ist gigantisch. Hinter der Lodge fällt ein Abhang ins Tal und auf der anderen Seite erhebt sich ein bewaldeter Berg in den Himmel. Es ist heiß, aber nicht so sehr wie in der Stadt im Tal. Wir sind schon recht hoch hier... Nun ist es Schlafenszeit. Die Sonne geht in Malaysia sehr früh unter weshalb man hier nicht mehr allzu viel tun kann. Außerdem sind wir von der vergangenen Nacht noch ziemlich kaputt.

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