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Tag 14

6:30 Uhr in der Früh. Menschen umringen mich, klopfen gegen die dünne Scheibe die mich von Ihnen trennt. Es geht nicht mehr weiter. Eine Tür wird aufgerissen und ich werde hinaus gezerrt. Matze neben mir ergeht es nicht anders, gefolgt von Nils vor mir. Ich war kurz eingenickt, auf der langen Taxifahrt von unserem Hostel zu einem entfernten Busbahnhof weit außerhalb der Stadt. Nun sind wir zum Stehen gekommen. Ich erinnere mich noch an Worte die ich im Halbschlaf aufnahm... Er sagte etwas von „They will grab you...“ und „be careful“. Aber erst jetzt verstand ich, was unser Taxifahrer damit sagen wollte. Eine große Anzahl von jungen Malayen hatte sich um uns versammelt, als wir am Zielpunkt ausstiegen. Ein jeder versuchte der erste zu sein, uns Tickets seiner Company zu verkaufen. Sie wurden so dermaßen penetrant, dass uns die Luft zum
atmen fehlte und wurden sauer, wenn wir Ihnen keine Aufmerksamkeit schenkten. Es war unglaublich.

 

Zwischen den vielen asiatischen Köpfen die in diesem Moment alle gleich auszusehen schienten, sah ich wie man unser Gepäck aus dem Kofferraum holte und weg trug. Wir hatten große Mühe uns zu sammeln und im Wulst der Menschen wieder zu uns zu finden. Da wir aber glücklicherweise bereits ein Ticket hatten, fanden wir schnell die rettende Insel, unseren Bus nach Medan Selera, einem Treffpunkt 6 Stunden Fahrt entfernt, im Osten Borneos. Hier sollten wir um 13:30 auf einen Guide stoßen, der uns zur Kinabatangan River Lodge bringen wollte. Nach und nach stiegen Menschen dem Bus zu bis er komplett voll war.

 

Nur eine Hand voll Touristen, eine in Australien lebende Deutsche und zwei Holländerinnen verirrten sich hierher, allesamt dem gleichen Ziel folgend. Die Reise startete und der Bus rollte langsam aus der Stadt. Das Tempo änderte sich jedoch rasant der Fahrer hatte es sichtlich eilig, den Bus über die engen Landstraßen zu navigieren, über Berge und Täler, durch Dörfer und Palmölplantagen. Uns bot sich eine beeindruckende Landschaft, die die überwiegend Einheimischen in diesem Überlandbus jedoch nicht zu interessieren schien. Sie zogen schnell die Vorhänge zu und begannen zu schlafen oder schauten die neuste Raubkopie von Transformers, die im Fernseher über dem Fahrer lief.

 

Nach geschlagenen sechs Stunden und einer kurzen Pause kurz vorm Ziel mit Mittagessen an
einer Raststätte, einer stinkenden Wellblechhütte am Straßenrand, erreichten wir das Ziel. Im
Magen hatten wir lediglich jeder eine Pringels Chips-Dose, die wir dort ergattern konnten. Die
Chips waren warm, die Packung ein wenig seltsam, aber es waren Chips – der Rest war uns
egal. Der Guide erschien nicht pünktlich. Eine Tugend, die wir sonst immer in Malaysia antrafen, heute war dies jedoch nicht der Fall. Matze entdeckte am Treffpunkt ein schwaches WiFi Singal, sodass wir wenigstens für die folgenden 90 Minuten die Zeit überbrücken konnten. Zwei Kinder schauten uns mit großen, braunen Augen an, zeigten sonst aber weiter nicht viel Reaktion. Die Sprite, die wir hier im kleinen Shop holten, kostete lediglich wenige Cent, Preise die wir hier sehr zu schätzen wissen. Überhaupt ist alles sehr günstig...

 

Tag 14 und 15 – Dschungelfieber – von Matze


Wir fuhren einen langen Schotterweg entlang und überquerten mit einem kleinen Boot den Kinabatagan River. Der Fluss ist schlammig braun und es schwimmen permanent jede Menge Treibholz, treffenderweise Treib-Baumstämme, flussabwärts. Kurz danach kamen wir in unserer Junglelodge an und bekamen einen leckeren, aber extrem süßen Begrüßungsdrink. Anschließend stand auch schon der erste Programmpunkt an, die abendliche Fahrt mit dem Boot über den Fluss. Sie startete etwas später, da ein einheimischer Junge kurz zuvor beim Spielen am Fluss verloren ging. Auch am nächsten Tag war er von den vielen Booten und Suchtrupps nicht gefunden worden.

 

Am Ufer sah man kaum Tiere, außer wenige Affen. Jedes Boot hielt dort unzählige Minuten an
und alle Touris starrten wie wild in die Bäume. Wir waren sehr erschöpft von der langen Busfahrt und hörten von anderen Bewohnern des Camps, dass man hier kaum Tiere abends sehen kann, daher schenkten wir uns die Nachttour mit gestellten Gummistiefeln durch den Dschungel. An den
Decken des Camps tümmelten sich jedoch einige Echsen, welche gelegentlich abstürzten und mich einmal nur haarscharf verfehlten. Wir überlegten, wie wir hier die restlichen Tage am besten vertreiben können, da sich die Programmpunkte ständig wiederholten. Außerdem waren wir
ziemlich angepisst von dem Camp und sehnten uns nach dem richtigen Dschungel und den Hütten in den kühlen Bergen von Inus zurück. Schnell stand unsere Entscheidung fest, dass wir hier früher abreisen werden, als geplant. Wir erfanden die Ausrede eines versehentlich falsch gebuchten Fluges, um den drei gebuchten Nächten Einer zu entgehen.

 

In unseren Blockhütten war es sehr heiß, aber wir versuchten trotzdem zu schlafen, denn um 5:30 Uhr stand wieder eine Fahrt über den Fluss auf dem Programm. Auch am Morgen waren wir sehr enttäuscht von den wenigen, sich zeigenden, Tieren. Nach einem spärlichen Frühstück mit Toast, Marmelade, Würstchen und Bohnen verbrachten wir den ganzen Tag im Camp und versuchten vor der Hitze und den Fliegen bzw. Insekten zu flüchten.

 

Nils vertrieb sich die Zeit mit unzähligen Seiten in seinem Illuminati Buch, welches ihn total fesselte, Samuel fand durch ein Zufall einen deutschen Comic (Lustiges Taschenbuch Sonderedition 500 Seiten) und wurde wieder in die Kindheit versetzt. Ich vertrieb mir die Zeit mit dem Aussortieren von Fotos, einem Spiel auf dem Handy oder mit der erfolglosen Suche nach
einem WLAN Netzwerk.

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