UNDERWAYGS®
TRAVELING AROUND THE WORLD

Tag 19 und 20 - Kuala Lumpur

Mir läuft Schweiß von der Stirn. Ich habe verdammt große Angst, Ungewissheit über den weiteren Reiseverlauf macht sich in mir breit. Werde ich morgen mit den Jungs mit fliegen können? Oder behält man mich nach dieser Scheiße hier? Ich falle nach links. Und anschließend wieder nach rechts. Vor mir zwei Polizisten, beide bis an die Zähne bewaffnet. Nils und Matze neben mir, wir schauen aus einem Police Car und rasen mitten durch Kuala Lumpur. Ohne Halt, ohne Beachtung jeglicher Verkehrsregeln. Scheiße, wie konnte das nur passieren? Ich habe aufgepasst, ich habe es nicht bemerkt... Ich muss in die deutsche Botschaft, ich muss das schnell klären, ich brauche Hilfe!


Ein Schatten hat sich heute über unsere Reise gelegt, aber der Reihe nach... Um 18 Uhr verließen wir vorgestern mit einem Taxi Brunei Darussalam und fuhren mit einem völlig überteuerten Taxi zum Flughafen um die Insel Borneo endlich hinter uns zu lassen. Der Flug sollte 20:40 Uhr abfliegen, wir waren überpünktlich. Am Airport angekommen, folgte jedoch der erste Schock. Unser Flug war nicht aufgeführt. Wieder nicht! Schon in Singapur hatten wir es vercheckt, als wir einen Tag zu früh am Flughafen standen, der Schock saß uns noch tief im Nacken. Hatten wir nun wieder Mist gebaut? Wir durchforsteten die digitale Anzeige im Flughafen... und fanden schließlich unseren Flug zwischen einer Reihe Royal Brunei Departures. Der Flug wurde um Zwei Stunden verschoben. Wir bekamen die Krise... das Hostel in Kuala Lumpur bereits gebucht und mehrmals die Reservierung geändert worden.
Nun mussten wir wieder anrufen um ihnen mitzuteilen, dass sie etwas warten müssten bis wir kommen, da nun die Ankunftszeit in der Hauptstadt Malaysias gegen 1:30 Uhr in der Nacht erfolgte.


Wir warteten... und warteten... und warteten. Es schien uns unendlich vorzukommen, selbst die Spaghetti für ca. 70 Cent am Flughafen konnten uns nicht aufheitern. Der Flug wurde und wurde nicht aufgerufen, mit anderen Worten: Aus zwei Stunden Verspätung wurden letztlich vier Stunden. Die Worte des Piloten auf dem Rollfeld kurz vor Abflug „Sorry for late Departure, the Airplane was damaged“ trugen erschwerend dazu bei, dass mir nicht gerade wohler wurde, als das Flugzeug in den Himmel abhob.


Angekommen in Kuala Lumpur warteten wir auf unser Gepäck. Der zweite Schock. Es war nicht auf dem dafür vorgesehenen Rollband. Unser Blut kochte, it was unbelievable. Uns fiel jedoch auf, dass überall neben den Gepäckbändern Koffer herumlagen, scheinbar nicht abgeholt worden? Aber so viele? Wir durchsuchten die Rollbänder und tatsächlich: Auf dem Hongkong Spätflug – Rollband fuhren unsere Rucksäcke Runde um Runde im Kreis. Wären die Umstände andere gewesen, hätten wir darüber lachen können.


Um 3:30 Uhr in der Nacht erreichten wir dann endlich unser Hostel, nachdem wir eine weitere einstündige Fahrt mit einem verrückten Taxifahrer hinter uns hatten. Die Straßen der Fünfmillionen-Stadt waren wie leer gefegt, das spornte den Taxifahrer wohl zu neuen Höchstleistungen an und er gab sich größte Mühe, uns den malaysischen „Mikaal Schuemaker“ zu zeigen. Nur Juck Norris schien er nicht zu kennen, den Weg zum Hostel wusste er jedenfalls nicht, zeigte uns aber freundlicherweise eine Reihe anderer seltsamer Unterkünfte immer wieder mit der gleichen Frage, ob wir nicht lieber die nehmen möchten, „is also nice“ und ob wir unser Hostel schon im Voraus bezahlt haben. Wir antworteten ihm mehrmals, dass es bereits bezahlt war. Ich konnte nicht mehr lachen. Ich war müde. Hungrig. Genervt. Nils und Matze erging es da nicht anders.


Am nächsten Morgen, also drei Stunden später, standen wir auf und gingen nach einem Breakfast im Hostel in die Stadt. Das Hostel ist übrigens sehr stylisch und cool. Die Duschen liegen irgendwie auf einer Art Balkon mit Blick auf dreckige Hinterhöfe und die Skyline. Anna und Rudy, die beiden Angestellten hier sind sehr nett und hilfsbereit, auch der Rest der hier Untergebrachten scheint sehr in Ordnung zu sein.


Wir folgten Rudys Empfehlung und kauften ein Ticket für die Schwebebahn um zu den Petronas Towers zu kommen. Die erste Bahn war übelst voll, wir ließen sie vorbeiziehen. Die zweite Bahn war jedoch ebenso voll, sodass wir es in der dritten schlussendlich wagten. Dies war mein größter Fehler und somit Katastrophe Nr.3. Es war super eng, mindestens drei Kerle klebten an mir wie die Maden, ich konnte nicht anders als es zuzulassen, mein größter Fehler, wie sich drei Stationen später herausstellte. Ich stieg aus der Rail und bemerkte sofort, dass mein Money Pack verschwunden war. Ich wurde beklaut. Wenige Minuten später realisierte ich was dies bedeutete: Mein Reisepass war weg, mein Personalausweis, meine Kreditkarte, meine EC Karte, mein Führerschein und mein Stundenausweis. Dazu etwas Bargeld und mein Haustürschlüssel. Ich sackte ab und wusste im ersten Moment nicht mehr weiter. Sofort fuhren wir zum Hostel zurück, sperrten die EC- und Kreditkarte. Ein Anruf bei der deutschen Botschaft brachte Nils, Matze und mich zur Polizeistation bei denen ich einen Report erstellen musste.


Wir sitzen im Police Car. Die Polizisten waren überaus freundlich zu uns, sie fuhren uns zu einer entlegenen Tourist Police mitten durch die Stadt und das in einem Tempo, das locker jeden Actionfilm weg steckt. Das alles konnte mich nicht aufheitern. Ich wurde beklaut, ich hatte keine Ausweise mehr, kein Geld und morgen sollte unser nächster Flug nach Langkawi gehen. Ich werde nicht mit fliegen können, wenn... SCHEISSE!! Wie  onnte das nur passieren? Alte Erinnerungen packten mich an Pisa. Schon einmal übelst beklaut worden, ähnliche Situation – nur sind es diesmal meine Pässe. Ich erinnerte mich, dass ich Julia damals sagte, dass es jetzt nichts bringt, sich aufzuregen. Ich erinnerte mich, dass man das Beste  daraus machen muss. Also erhielt ich meine gute Miene zum bösen Spiel.


Nach dem Police Report gingen wir zur deutschen Botschaft. Man soll immer das Positive sehen... Ich war nicht mehr auf Borneo, ich wurde in der Nähe der Botschaft beklaut. Ich hatte noch zwei Tage Zeit, einen vorläufigen Ausweis zu erhalten, verdammt – es ist trotzdem absolut uncool. Die Angestellten in der Botschaft waren extrem nett. Ich ließ mir in der Stadt Passfotos erstellen (die miesesten die ich je gesehen habe, nachbearbeitet mit einer geklauten Photoshop Software) und eilte zurück zur Botschaft. Man wollte sich persönlich darum kümmern das ich morgen wieder mit einem vorläufigen Pass reisen kann, benötige aber die Antwort aus Deutschland. Und deutsche Behörden können manchmal verdammt langsam sein. Ein Kanadier musste wohl einige Wochen zuvor 15 Tage auf eine Antwort seiner Behörde warten und konnte nicht ausreisen. Angst machte sich in mir breit.


So harrte ich der Dinge...

 

Den angefangenen Tag beendeten wir am späten Abend erschöpft und doch irgendwie zufrieden. Matze und ich hatten wieder eine dieser extrascharfen Suppen gelöffelt, Nils war im Bavaria Restaurant bei einem zarten Schnitzel mit Bohnen :-) Wir hatten uns die Petronas Towers angeschaut, das dritt höchste Gebäude der Welt, waren auf dem Messeturm, dem höchsten der Welt und shoppten in der City. Ein seltsamer Tag neigt sich dem Ende. Ich hoffe, das sich  morgen alles zum Guten wenden wird.

 

Kuala Lumpur Tag 2

Ich konnte die halbe Nacht nicht schlafen. Heute sollte ich meinen Pass – hoffentlich!! bekommen. Ich war überpünktlich bei der Botschaft, nahm ein 2 Euro Taxi quer durch die Stadt
anstatt mich wieder auf die Schwebebahn einzulassen. Die Antwort kam prompt: „Herr Schmidt, die deutschen Behörden haben uns die Antwort zukommen lassen, hier ist Ihr neuer Pass!“ YES!!!!


Ich war überglücklich, sodass mich auch die 60 Euro Gebühren nicht mehr störten. Ich hatte
wieder einen Pass!! :-) Anschließend traf ich mich wieder mit Nils und Matze in der Stadt, den Rest des Tages verbrachten wir zum Shopping in den großen Läden. Die Preise sind einfach zu  verlockend.

Zurück zum Reiseblog

        


Hinterlasse eine Antwort

Name *
E-Mail *

Wer reist hier?

    Profil von Samuel
    Profil von Mathias
    Profil von Nils
            

    Jetzt eigene Reise planen

    UNDERWAYGS ermöglicht dir, deine Reisen mit anderen Personen zu planen und deine Erfahrungen in Bildern und Reiseberichten zu teilen. Mit den vielzähligen Funktionen, die UNDERWAYGS dir bietet, bist du bestens auf deine Reise vorbereitet. Probiere es aus und plane deine eigene Reiseroute, schreibe deinen Reiseblog!

    Jetzt loslegen

UNDERWAYGS
Reisen
Reisen
Orte
Orte
Ratgeber
Blog
Community
Freunde
Events
Über
Nach oben scrollen