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Tag 23 - 25 - Langkawi und die Cameron Highlands

Wir verlassen heute morgen die Cameron Highlands, Langkawi ist bereits mehrere hundert Kilometer entfernt. War insgesamt sehr schön hier. Viel Spaß beim Lesen. Sind jetzt nicht allzu viele Bilder, aber da kommt ohnehin noch eine Galerie nach unserem Urlaub hinterher.

 

Um ehrlich zu sein, finde ich gerade nicht so richtig den Anfang zum Schreiben. Ich habe mir Matze's Reisebericht durchgelesen um zu schauen, wo ich ansetzen muss. Das Problem: Schreibe ich, was wir am 23. Tag auf Langkawi getrieben haben, werdet ihr euch fragen, wie das mit dem 22. Tag zusammen passt. Wir drei Nasenaffen waren uns einig, dass wir stillschweigend den vergangenen Abend vergessen würden, aber irgendwie funktioniert das nicht. Vielleicht versuche ich es einfach mit der halben Wahrheit und ihr denkt euch euren Teil. ;-)


Nun, wir haben den Abend in der Tat bei einem Tiger Bier ausklingen lassen, wie Matze es geschrieben hat. Verschwiegen haben wir jedoch, dass es nicht ein oder zwei Tiger Bier waren. Auch haben wir nicht Tequila und Weinflaschen aufgelistet sowie die Tatsache, dass mich Nils am Strand wecken musste und mich  fürsorglich ins Hotelzimmer zurück brachte. Belassen wir es dabei, es reicht um mit Tag 23 beginnen zu können. Mir ging es nicht gut. Gar nicht gut. Wir rekonstruierten den vergangenen Abend und kriegten es auch größtenteils wieder hin, wir hatten Zeit, verdammt viel Zeit, denn wir blieben mehr oder weniger im Bett. Kopfschmerzen, Übelkeit und absolute Nullbockstimmung zeigten sich von ihrer besten Seite.


Ich weiß nicht mehr wann es war, aber ich vermute, dass Nils und Matze gegen 14 Uhr Hunger bekamen und sich aus dem Bett ans Tageslicht wagten. Sie entdeckten ein nettes Restaurant in dem sie europäische Hausmannskost vorfanden. Bratkartoffeln sind vielleicht in erster Linie nichts besonderes für uns, aber nach wochenlanger Abstinenz mit Rice und Chicken bewirkt es wahre wunder im menschlichen Körper. Als sie wieder kamen, versuchte ich mein Glück. Habe ich erwähnt das es mir gar nicht gut ging? Ja? Okay! Das war der Grund, warum ich mich – vom Bratkartoffelgeruch getrieben - ebenfalls in dieses Lokal gesellte, aber schon nach wenigen Minuten des Wartens merkte, dass ich noch nicht bereit für eine Mahlzeit bin.


Mein Magen bestätigte mir dies wenig später mit einem leichten Seufzer. Ich hatte jedoch noch die Möglichkeit, wieder unsere scharfe Suppe im Supermarkt zu kaufen, nach der wir total verrückt sind. Sie ist von Maggi und nur in Malaysia erhältlich. Maggi ist hier ohnehin sehr gut vertreten, allerdings mit anderen Produkten. Die Suppe löffelten wir dann im Hotelzimmer, wodurch es uns mehr oder weniger schon wieder besser ging, weshalb wir uns gegen Abend in die Shoppingmeile trauten. Ein Fehler für unseren Geldbeutel, 1300 Malaysische Ringit wechselten wenig später die Besitzer. Langkawi ist eine Duty Free Insel, das macht das shoppen unheimlich interessant. Auch interessant wurde es, als wir einen Großteil der Summe mit Matzes Kreditkarte bezahlen wollten. Nils hatte keine dabei und meine war gestohlen. Da aber aller guten Dinge = drei sind, streikte plötzlich Matzes Kreditkarte. Der Verkäufer, der jedoch das Geschäft seines Lebens zitterte, fuhr uns kurzerhand zum Geldautomaten, aber auch da verweigerte sich die Karte erbarmungslos. Hatten wir nun gar kein Geld mehr? Der Verkäufer gab nicht auf.


Er fuhr uns in unser Hotel, indessen Nils Kreditkarte verweilte. Wir probierten es mit ihr und konnten schließlich die Ringits regnen lassen. Ängstlich und vorsichtig sind wir seither jedoch ein wenig geworden, weil scheinbar sämtliche Geldreserven aufgebraucht sind, ein Gefühl, dass wir Deutschen ja sonst nur aus der Tagesschau kennen. Leider wussten wir am Abend noch immer nicht, wie wir am folgenden Tag zu den Cameron Highlands gelangen konnten. Ein Wink des Schicksal war es, dass wir Abdullah kennen lernten. Abdullah kommt aus Saudi Arabien und ist für sieben Monate in Malaysia. Er ist hier mit sieben weiteren Freunden, Abdullah, Abdullah, Abdullah und äh... die restlichen Namen haben wir vergessen. Nein ich lästere nicht – die stellten sich uns wirklich alle mit Abdullah vor und es waren auch NICHT ihre Nachnamen. :-)


Abdullah Nr. 1 jedoch, leicht zu erkennen an seinem Kamm den er in seinem Haar trägt (sorry ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber er hatte wirklich einen Haarkamm in seinem Haar), wusste wie wir von der Insel kommen. Er führte uns zum TravelAdvisor, einem kleinen Reisebüro in der Stadt. 5 Minuten später hatten wir eine ungefähre Fährund Busplanung.


Gesagt, getan! Am folgenden Morgen begaben wir uns zur Fähre. Ich habe die Fähre bereits schon einmal erwähnt, muss an dieser Stelle aber jegliche Illusionen eines großen Schiffes nehmen, es handelt sich mehr oder weniger um große Speedbote in der bis zu einhundert Menschen Platz finden. Asiatische Menschen!
In unserem Boot waren es jedoch dieses mal gefühlte 500 Menschen. Es roch unheimlich interessant und der Lautstärkenpegel war am gefühlten Trommelfell-Anschlag. Besonders die schreienden Kinder hatten es sich zur Aufgabe gesetzt, uns drei einzigen Europäer in die ewigen Jagdgründe zu treiben. Ein Kind, das lauter schreit als ein iPod Songs abspielt, das muss man erst einmal schaffen. Und waren die Kinder mal nicht am schreien, versuchten sie symbolisch, Nils mit NoBite ein zu sprühen. Es erreichte ihn jedoch lediglich die fliegende Spucke bei jedem „Zisch“-Geräusch. Asiatische Vordersitze sind einfach toll, sie kleben unserem germanischen Hulk Hogan Nils direkt im Gesicht.


Ruhiger wurde es schließlich, als einer der Schiffsjungen Kotztüten verteilte. Ich ahnte was kommt und fragte Matze sofort nach seinen Reisekaugummis. Wir überstanden jedoch auch diese Reise ohne größere Komplikationen, waren nun jedoch erst in Kuala Kedah, einer Stadt auf dem Festland, sehr weit im Norden.
Per Senioren-Taxi, welches – wenn es denn reden könnte – sicherlich Geschichten aus dem ersten Weltkrieg erzählen würde, ging es dann weiter zum entlegenen Überland-Bus Terminal. Hier startete der zweite Teil der langen Reise zu den Camerons. Der Überlandbus fuhr glücklicherweise eine halbe Stunde später los, aber auch dieser war sehr voll. Und wieder waren wir die einzigen Europäer.


Der Bus sollte uns nach Ipoh bringen, der drittgrößten Stadt Malaysias. Von hier wollten wir mit dem nächsten Bus zu den Camerons fahren. Und obwohl es die drittgrößte Stadt ist, schaffte es doch tatsächlich der Busfahrer, daran vorbeizufahren. Da war er wieder, der psychische Stress. Hat der Typ uns jetzt vergessen? Waren wir die einzigen, die nach Ipoh wollten? Gottseidank erbarmte sich ein Local unserer verzweifelten Gesichter und sagte uns dass der Busfahrer den Stop einfach schlichtweg verpennt hat. Kann ja mal passieren, wer ist nicht schon einmal an einer Großstadt vorbeigefahren in der man eigentlich hin wollte. Kopfkratz...


Wir waren überglücklich, nun endlich sechs Stunden Reise hinter uns gebracht zu haben und vor allem aus diesem letzten Bus zu kommen, da das Getriebe mit jedem weiteren Kilometer seltsame Geräusche von sich gab. Leider waren wir jedoch durch den Patzer des Busfahrers zu spät in Ipoh angekommen, weshalb kein  Anschlussbus in die Camerons mehr wartete. Wir verhandelten mit den Taxifahrern und konnte schließlich einen guten Preis für die letzten zwei Stunden Fahrt herausholen. 8 Euro pro Person. Unsere Freude über den günstigen Preis konnte jedoch auch nicht von langer Dauer sein, als wir bemerkten, dass der Taxifahrer auf dem Weg durch die Berge Malaysias müder und müder wurde, weshalb sein Fahrstil einer Achterbahn glich. Angst machte sich in uns breit. Diesen Satz sollte ich mir langsam einmal in die Zwischenablage kopieren, ich werde ihn noch häufiger gebrauchen müssen. Wir versuchten den Fahrer wach zu halten und erzählten ihm irgendwelche irrelevanten Dinge, was ihn halbwegs von den Gräben und steilen Abhängen fernhielt. Als uns der Stoff ausging rief glücklicherweise seine Mutter an und fragte ihn wohl, wo er bleibt. Wir dachten uns unseren Teil.


Nach zwei Stunden erreichten wir dann die Camerons. In diesen Bergen Malaysias ist es angenehm kühl, endlich einmal waren wir die stetigen 30-40 Grad Temperaturen los und konnten uns abkühlen. Auch die Luft ist einfach klasse. Hier oben auf 1500m ü. NN befinden sich die Teeplantagen Malaysias, die von den Engländern vor einhundert Jahren gegründet wurden. Eine völlig andere Welt bot sich uns auf einmal. Wir checkten im Fathers Guesthouse ein und fanden noch am selben Abend ein deutsches Restaurant. YES! :-)


Es folgten zwei große Schnitzel und ein Leberkäse, der Hunger und die Sehnsucht nach deutschem Essen konnten uns nicht vor dem völlig vergammelten Innenleben des Restaurants abhalten, auch störte uns nicht, dass es von Indern und Chinesen geführt wurde. Es war deutsche Küche, mehr verlangten wir doch gar nicht. :-)
Heute morgen buchten wir dann eine Tour mit Fathers Guesthouse. Wir schauten uns eine Rosenplantage sowie Schmetterlingsfarm an. Danach folgte eine Erdbeerplantage. Seltsamerweise können die Malaysen gar nicht verstehen, dass Erdbeeren für uns deutsche nichts besonderes sind. Hier wachsen sie ausschließlich in den Camerons und werden das ganze Jahr über geerntet. Sie sind der absolute Hit in Malaysia und dementsprechend auch recht teuer. Der ganze Ort war im Erdbeerwahn. Von Erdbeerluftballons über Handtaschen und Kopfkissen bis hin zu Erdbeerkleidung konnte man alles kaufen. Wir testeten natürlich auch die hier gefertigte Eiscreme sowie Plätzchen und Erdbeerschokolade. Es schmeckte fantastisch und war ein echter Kontrast zu den restlichen Süßigkeiten die wir bisher vor fanden, wenn man von üblichen Snickers und Twix einmal absieht.


Nach dem Erdbeerstop ging es zu einer Honigfarm und einem chinesischen Tempel. Die Teefabrik hatte heute leider geschlossen, dies hielt uns jedoch nicht davon ab, die wunderschönen Teeplantagen zu besuchen. Der Anblick ist kaum zu beschreiben und auch nicht in Bildern wiederzugeben. Einfach traumhaft. Nun ist es Abend. Morgen früh geht es für uns wieder auf eine lange Reise zu den Perhentian Islands. Wir wollten uns zum Abschluss etwas gönnen und haben uns ein recht luxuriöses Resort gebucht. Zum wiederholten Male haben wir uns jedoch auch hier wieder verbucht und müssten eigentlich heute schon dort sein. Langsam haben wir uns aber daran gewöhnt, die Hoteliers zu benachrichtigen, dass wir nicht wie geplant anreisen werden ;-)


Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns von den Perhentians aus melden können, weil die Inseln noch recht natürlich sind und es dort keine Dörfer und Straßen gibt, lediglich die Resorts die vom Wasser aus angefahren werden. Wir werden es probieren!


Sam und die zwei anderen Nasenaffen

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