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Conoces Carlos Marx?

Wir besuchten bei reichlich Regen die archeologische Stätte Palenque im Regenwald von Chiapas, dem ärmsten Bundesstaat Mexikos. Nachdem ich ein Weilchen mit einem fliegenden Händler, der mir gern etwas verkaufen wollte,  gesprochen hatte,  fragte er mich, woher ich komme.  Deutschland. Kennst du Karl Marx? Diese Frage verblüffte mich erst einmal. Des Rästels Lösung: Die Zapatistas, eine linke Bewegung um den Kommandante Marcos, der, soweit man ihn im deutschen Fernsehn sehen konnte,  immer mit einem Tuch vor dem Gesicht auftrat, beschäftigen sich mit Marx. Sie bauen eine Gesellschaft auf, die wohl mehr oder weniger auf dem Prinzip der Solidarität fusst. In Teilen von Chiapas verwalten die Zapatitas die Gemeinden. Nachdem es jahrelang militärische Auseinandersetzungen mit vielen Toten gab, hat sich dort der mexikanische Staat zurückgezogen, auch finanziell.  Luis,  der mit seiner Familie im Dorf noch irgendwie im Tourismus ein kleines Geschäft hat, gibt seinen Gewinn abzüglich der Familienkosten  an die Kooperative ab, womit Schulen, Straßen, Gesundheitsstationen etc. finanziert werden. Das Prinzip der Genossenschaft ist ein wichtiger Teil des Gemeinwesens. 

Auf unserem Weg zum Eingang mussten wir an zwei verschiedenen Häuschen Eintrittskarten lösen.  Einmal geht die Einnahme an den Staat Mexiko,  das zweite Mal an die jeweilige Gemeinde,  die darüber Geld einnimmt, um so ihr Gemeinwesen zu finanzieren. Ihre Begründung ist, dass die Stätten auf ihrem eigentlichen Gebiet liegen und die Straßen von ihnen unterhalten werden.

Soviel wir bisher gesehen haben,  haben sich die Indios äußerlich dem Standard der westlichen Kleidung angepasst. Ihre farbenfrohen Trachten werden häufig nur noch in abgelegenen Gegenden getragen. (Ich bin gespannt,  ob das in San Cristobal, wo ich 1991 viele Menschen in ihren Trachten gesehen habe, auch so stark verändert hat.) Im Dorf von Luis jedenfalls nicht mehr.  Aber ihre alte Sprache wird dort noch gesprochen. Inzw. werden die Kinder in den Gegenden,  wo die alten Sprachen noch existieren,  bilingual unterrichtet,  überall in Mexico.

Zu Marcos: Den gibt es nicht mehr. Er ist wohl eher ein Mythos.  Der jetzige Führer trägt einen anderen Namen. 

Zum Abschied sang uns Luis ein Lied für den Regen und die Sonne in seiner eigenen Sprache.

Dorothee

 

P.S. Ein Foto meiner Sekretärin findest du unten!

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