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Es gibt kein Benzin in Mexico

Es ist so viel zu sehen,  zu erkunden,  dass es gar nicht leicht ist,  die Zeit und Muse zum Schreiben zu haben.  Besonders, weil wir dazu auf Internetzugang angewiesen sind.

Wir haben die Frage aus Deutschland bekommen,  ob wir überhaupt noch reisen können,  da es doch kein Benzin mehr gäbe.  Dass solche Meldungen verbreitet werden,  hatten wir schon aus den USA gehört.  Die Aussage, dass es kein Benzin in Mexico gäbe, ist genau so richtig wie die nette Liedzeile, " es gibt kein Bier auf Hawaii" : Wir sind reichlich Bus gefahren und lange, 16 Stunden von Palenque nach Oaxaca. Was wir verstanden haben ist, dass der neue Präsident Lopez Obgrador wohl versucht,  der Korruption die Stirn zu bieten.  Zum einen werden von den Pipelines  große Mengen von Benzin illegal abgezweigt. Zum anderen bestellen die Tankstellenbesitzer ca, 20 bis 50 Prozent des benötigten Benzins legal versteuert bei  der mexicanischen teilstaatlichen Ölgesellschaft PEMEX,  da bleibt selbst für alle Nichtmathematiker ein zu bestellender Rest von 50 bis 80 % . Von wem bekommt man die?  Natürlich "schwarz" auch von PEMEX. Darin verwickelt und somit Profiteure sind ranghohe Mitarbeiter von PEMEX sowie diverse Politiker, die das decken bzw. dulden, gegen eine kleine Belohnung, versteht sich. Und es geht noch weiter: Von den vier Ölraffinerien arbeitet nur eine,  sodass Benzin aus den Staaten eingeführt werden muss, was eigentlich gar nicht nötig wäre. In besonders von Korruption betroffenen Bundesstaaten wird deshalb das Benzin nur noch per Tanklaster verteilt.  Wie einer Zeitungsschlagzeile zu entnehmen war, soll die Verteilung zentral gesteuert und damit kontrolliert werden. Punktuell konnte es da wohl zu Engpässen führen. Taxifahrer die ich (D) gefragt habe, haben immer geantwortet, dass es keine Probleme gäbe,  Benzin zu tanken. Wir vermuten, dass es einige Probleme im Norden zu Beginn der Antikorruptionskampagne gab, diese Situation von den Gegnern ausgenutzt wurde, um Stimmung gegen den liberalen Präsidenten zu machen. Und die internationale Presse...??

Die Menschen, die wir bisher gesprochen haben, setzen große Hoffnung auf Veränderung durch Obgrador. Aber es gibt auch die  Befürchtung,  er könne umgebracht werden. Allen Menschen ist klar,  dass Veränderungen nicht schnell möglich sein werden, da das gesamte System von grundauf problematisch ist. (Hierzu gibt es diverse sehr kritische Berichte in der Literatur, auch auf deutsch) Dennoch: In Chiapas,  wo er eine große Wählerschaft hat,  sahen wir viele Parolen an den Häuserwänden, die für ihn warben. Offensichtlich stirbt die Hoffnung doch zuletzt. 

Diese wenigen Zeilen werden fortgesetzt. Heute gehen wir auf eine geführte Wanderung in die Berge für zwei oder drei Tage. Bis dann, auch mit mehr Fotos, Dorothee und Rainer, diesmal im Stilmix!

 

 

 

 

 

 

 

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Erika Ganßmann

vor etwa 2 Monaten

Wir haben in den Nachrichten von einer großen Explosion erfahren, weil eine Pipeline illegal angezapft wurde und einen enormen Brand verursachte.
Habt ihr davon etwas mitbekommen?
Ich lese mit Interesse eure Berichte und freue mich auf den nächsten

Rainer Sachschal

vor etwa 2 Monaten

Jetzt eine Antwort:
Die Berichte liefen in allen fernsehstationen. Es war natürlich ein lokal begrenzter Unfall beim klassischen Anzapfen einer Leitung, wie er eben auch von Einzelnen durchgeführt wird. Dabei muss dann jemand geraucht haben. Furchtbar!


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