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Über Busse, Taxen und Menschen

Wir haben viele Menschen getroffen,  die mit einem geliehenen Auto durch Mexiko reisen. Das ist keine ganz billige Angelegenheit,  aber das Straßennetz ist gut,  mit Ausnahme von Chiapas.  Wegen derer sog. Unabhängigkeitsbestrebung fließen sehr geringe öffentliche Gelder dorthin. Das spürt man...

Eigentlich bestand einmal ein gutes Schienennetz;  aber wie es die Privatisierung so mit sich bringt,  ohne Investitionen verrottet das System,  und das ist in Mexiko geglückt.  Mit Ausnahme einer touristischen Linie im Norden ist der Personenverkehr eingestellt. 

Wir haben Busse und Taxis genommen und bisher überhaupt keine schlechten Erfahrungen gemacht.  Das kenne ich durchaus anders aus Südostasien, wo man immer davon ausgehen musste,  betrogen zu werden. Wir haben auch von niemandem etwas über Überfälle o. ä. gehört.  

Busfahren ist unbequem und lästig? Komfortabel sind die sog. 1.Klasse Busse,  in denen man zwar nicht liegend schlafen,  aber aufgrund der großzügigen Beinfreiheit angenehm größere Strecken überwinden kann, sogar bei Nacht.

Die Zweiteklasse-Busse haben dann schon eine andere Qualität.  Rappelnd und klappernd kommt man ans Ziel.

Collectivos sind im allgemeinen Kleinbusse,  die losfahren,  wenn sie voll besetzt sind. Die halten dort, wo die Leute raus oder rein wollen.  Für viele Menschen,  die in kleineren Städten oder Dörfern wohnen, ist das die einzige Chance,  ans Ziel zu kommen. Manchmal heißt es dann aber auch umsteigen in einfache Pritschenwagen. 

In den Städten fahren Taxen und Uber,  wobei ihr Ruf in Mexico-City schlecht ist. Da fehlt uns noch die Erfahrung. Die Busse sind annähernd antik, aber billig.

Alternativ gibt es Taxis collectivos, normale PKW-Taxen, die aber erst losfahren,  wenn hinten und vorne drei Leute incl. Fahrer sitzen, Warum sollen hier nicht 6 Leute im Pkw auf netter Tuchfühlung sitzen, wenn es in Vietnam 5 auf das Moped schaffen.

Das Problem liegt mit Sicherheit in der mangelhaften Infrastruktur aufgrund des Desinteresses des Staates,  Investitionen zu tätigen,  die im Interesse der Armen liegen.  Warum in Stadtbusse investieren,  wenn die die gehobene Mittelschicht nicht nutzt? Da ist der Bau von autobahnähnlichen Straßen schon interessanter,  weil beim Bau viel zu verdienen ist und Mexikaner mit ihrem edlen PKW gerne schnell fahren,  wie man sagt. Und spürt. Es gibt sehr viele Huppel, über die nur ganz langsam gefahren werden kann

Heute haben wir mit einem Kleinbus eine sechsstündige Fahrt ans Meer gemacht.  Im Gespräch mit dem Busfahrer erfuhr Dorothee,  dass er nach der Hinfahrt (ca. 6 Stunden) bei einer zweistündigen Pause,  die er im Bus verbringen kann, wieder die gleiche Strecke zurückfahren muss. Damit ist er 14 bis 15 Stunden unterwegs auf einer Strecke,  die durchaus kurvig und bergig ist und bei der er ganz schön heizen muss,  um die geplante Fahrzeit einzuhalten.  Und der Verdienst? 300 Pesos. Die teile man durch 23 und man erhält den Tageslohn.  Eine Kleinigkeit schwarz dazu ist in diesem Fall auch nicht sehr hilfreich.  Eine Familie ist so nicht zu ernähren. Insofern wundern einen viele Dinge nicht mehr.  Die systembedingte Armutsproblematik und den sehr krassen Gegensatz von Arm und Reich möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt beleuchten. 

 

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