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Moloch Mexiko Stadt

Fünf Tage Mexiko Stadt, ca. 28 Mio. Einw., hat nicht alle unsere Erwartungen erfüllt.  Überall lasen wir von Menschen,  die ausgeraubt worden waren, möglichst nicht Metro fahren, Rucksack nur vorne tragen ... Entsprechend vorsichtig waren wir. Das war sicherlich auch richtig. Aber von all dem haben wir zum Glück nichts erfahren. In der Metro gab es Tuchfühlung,  es war gut warm bei langen Fahrten,  niemand hat sich an unserem Rucksaçk zu schaffen gemacht. Und auch hier, die Mexis sind hilfsbereit. Jedoch auch verschlossener. Taxifahrer waren zugeknöpft, was jetzt in einer kleineren Stadt, sofort wieder anders war.

Erwartet hatten wir weiterhin das totale Verkehrschaos, Smog, der dem Fußgänger das Laufen schwer macht,  schlechte Fußwege und sengende Sonne.

Die ersten drei Nächte hatten wir eine kleine Wohnung in einem schönen, angesagten Stadtviertel neben Roma, das manche von euch vielleicht durch den preisgekrönten Film gleichen Namens kennen. Es war einfach schön durch diese Viertel zu laufen, sie in dieser Langsamkeit zu entdecken, das viele Grün in den Straßen mit kolonialen Häusern.  Zwar in unserem Sinn heruntergekommenen,  aber es gab doch Flair. Vor allem gab es an fast jeder Strasseneck eine Kneipe, Restaurant oder Café. Besonders nett war ein Buchladen, der gleichzeitig ein Restaurant war.  Für die weiteren zwei Nächte mussten wir umziehen und gingen dann ins Stadtzentrum. Wir wohnten in einer normalen Wohnung,  die so gar nicht unseren Vorstellungen entsprach, d.h. ungepflegt bis heruntergekommenen. Der Teppichboden im Schlafraum war --  sauber gesaugt, aber unendlich fleckig.  Das Wasser im Bad lief unablässig,  aber das kümmert anscheinend nicht. Wasser ist hier ein großes Problem,  auch weil auf dem Weg schon so viel verloren geht. Es war erst einmal schwer, dieses Zimmer zu akzeptieren.  Bis uns klar wurde,  dass selbst Menschen der Mittelschicht in solchen Wohnungen leben. Ich gehe davon aus,  dass die Wohnung zwar das Dach über dem Kopf ist, aber der größte Teil des Lebens sich an der Arbeit und auf der Straße abspielt.  Viele essen an der Straße. Dort wo es besonders gut schmeckt,  bilden sich lange Schlangen. S. Foto Auch Restaurants werden gut besucht. Dabei muss man beachten,  das viele davon schon um 17.00, 18.00 oder 19.00 Uhr schließen. Wir haben heute zahlreiche abgeklappert um zu hören, das neue Gäste nicht mehr bedient werden.  Letztlich fanden wir noch einen Stand am Markt und assen köstlich: Haifisch in Teig gebacken. 

 Natürlich ist die Hauptstadt auch modern, wie es sich wohl gehoert. Das bedeutet, dass Hochhäuser die Straßen des Zentrums saeumen, von denen einige auch speziell gegen Erdbeben gesichert seien, so sagte man zumindest. Ausserdem sind die Straßen hier sehr breit, die Abrissbirne muss gute Arbeit geleistet haben. Dieses Muster kennen wir ja auch von deutschen Städten. Und hier ist die Stadt einfach wirklich hässlich. Hochhaeuser, mehrspurige Strassen, allerdings doch fast immer ein bisschen grün. Und unter die Strassenbruecken hat man Kinderspielplätze (Schatten) oder Geschäfte angesiedelt, um das Gebiet nicht verwahrlosen  zu lassen. Viele Flächen sind begrünt und werden gepflegt. Es wurden Radwege angelegt, Räder und Roller zum mieten stehen überall und werden auch gut genutzt.  Allerdings hatten wir als leidenschaftliche Radler kein Bedürfnis uns so fort zu bewegen. Was wir sonst normalerweise nicht tun, haben wir gemacht: Wir bestiegen einen Turibus, um etwas mehr von der riesigen Stadt sehen zu können, denn die Entfernungen sind groß.  Tut man sicherlich auch, wenn man nicht im wesentlichen unter sengender Sonne im Stau steht! Wir erfuhren so einiges über sehr hohe Hochhäuser, Strassenerbauer bzw. welcher hohe Herr das Werk in Auftrag gegeben hatte, mexikanische Superlativen ... Einige interessante Informationen gab es auch und die Fahrt durch die angesagten Stadtteile waren schön. Aber irgendwann wollten wir keinen Stau mehr und sind in Coyacan, wo Frida Kahlo, die berühmte Malerin mit Diego Rivera lebte und Leo Trotzki ermordet wurde, ausgestiegen. Ein ebenfalls schöner und sehr beliebtter Stadtteil. Zur Rückfahrt stiegen wir erst in einen Bus mit Tuchfühlung.  Eine Frau erkannte an meinem Akzent,  das ich Deutsche bin und so kam es zu einem interessanten Gespräch. Es ist wirklich leicht,  hier in Kontakt zu kommen. 

Zwei Tage machten wir Ausflüge. Einen nach dem wunderbaren Teotihuacan, das einen eigenen Blog verlangt. 

Der zweite führte uns zu einem ziemlich einzigartigen Schauspiel, zu den Monarchschmetterlingen. Dazu fuhren wir auf 4400m Höhe. Weitere ca. 300 m ging es auf schmalen Pfaden steil bergauf. Hunderttausende,  vielleicht auch Millionen von Schmetterlingen hängen in großen Trauben in den Kiefern. Noch schöner ist es,  diese orange-schwarz -weiß farbenen Schmetterlinge flegen zu sehen oder bei der Paarung (z.B. an meinem Fuß). Sie kommen jedes Jahr zum Überwintern aus Kanada, 4000 km und weitere ca. 2000 km fliegen sie im April wieder Richtung Norden und legen dabei auf dem Weg ihre Eier an bestimmten Pflanzen ab. Es war ein einmaliges Schauspiel, das natürlich auch viele Mexis sehen wollen. Vom Kleinkind bis zur Oma. Ich hoffe, alle sind diesen steilen Pfad gut wieder runter gekommen.  Man konnte sich auch per Pferd bringen lassen. Insofern musste man darüber nachdenken, ob eigentlich mehr Schmetterlinge oder Touristen unterwegs waren. Letztendlich haben aber mit absoluter Sicherheit die Monarchfalter diesen Wettbewerb gewonnen.

Recht viel Zeit verbrachten wir im großen Anthropologischen Museum, in dem zahlreiche Skulpturen und Keramiken, auch einige Goldarbeiten der unterschiedlichen Völker zu sehen sind. Beeindruckend hinsichtlich der Kunstfertigkeit, der Schönheit, der Grösse und des Wissens,  das sich darin zeigt. Im zweiten Teil erfährt man viel über die verschiedenen indigenen Völker. Über ihre (frühere) Lebensweise, ihre Spiritualität,  ihr Zusammenleben,  den Wert der Familie,  ihre Erwerbsarbeit, ihre Feste ...

Viele Familien haben eine Jesuspuppe zu Hause. Für den 2. Februar wird diese jeweils neu eingekleidet und mit in die Messe genommen.  Und anschließend mit Freude und vielleicht auch Stolz anderen gezeigt. 

Dorothee mit kleinen Ergänzungen von Rainer

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