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Das Elend der Korruption

Es ist sicherlich keine Neuigkeit,  dass Guatemala einen Spitzenplatz auf der Liste der Länder mit hoher Korruption einnimmt., mit großen Konsequenzen für die Menschen. 

Es gibt in Guatemala einen Mindestlohn, es gibt Arbeitsgesetze zur Regelung der Arbeit.  Es gibt Gesetze,  aber sie werden nicht eingehalten, da keine Kontrolle durch die Exekutive oder Judikative erfolgt.  Und die herrschenden Politiker...? Da darf man sich keine Illusionen machen. 

Ein Lehrer verdient in etwa 3000 Quetzales (ca. 380Euro) im Monat. Ein Polizist der Touristenpolizei 5000. Ein höherer Mitarbeiter der Regierung 10000 usw. Die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 40%. Aber für Indigene gelten all diese Zahlen nicht.  Ihre Situation ist viel, viel schlechter.  Die Konsequenzen?  Eigentlich ist fast jeder darauf angewiesen,  einen " Nebenverdienst" zu erhalten,  um die Familie zu ernähren.  Die eine Möglichkeit ist,  für das Weggucken Geld zu verdienen, die andere ist, durch illegale Geschäfte ein Zubrot zu bekommen. Die beste Gelegenheit für Beides ist der Job des Präsidenten oder eines Ministers. So hat sich bisher jeder dieser Herrschaften auf das üppigste bedient und nach der Amtszeit nach Venezuela oder in die Schweiz abgesetzt,  um die geplünderte Staatskasse zu verleben. Erste Maßnahmen dagegen mit Hilfe einer internationalen Untersuchungskommission werden dann regelmäßig behindert oder gar verboten.  Wie sollte der Selbstbedienungsladen sonst funktionieren.  All das wissen die meisten GualtemaltekInnen. Wer arbeitslos ist sucht sich Banden, klinkt sich im Drogengeschäft ein und ist Teil der Gewalteskalation im Land mit vielen Toten, da die skrupelosen Banden mit härtesten Mitteln um die Vorherrschaft kämpfen. Das will keiner Erleben.

Besonders schwer haben es die Indigenen, die im wesentlichen im Landwirtschaftssektor beschäftigt sind und natürlich einen Hungerlohn erhalten.  Möglicherweise geht es denen, die ihre Produkte an Touristen verkaufen, besser. Sonderlich geachtet werden sie aber nicht.

Den Gipfel bietet das existierende Gesundheitssystem. Jeder von uns hat in Deutschland schon darüber lamentiert.  Hier kommt es doll: Den Menschen wird für die Krankenversicherung ein Betrag vom Lohn abgezogen, ähnlich wie bei uns. Der Unterschied: Sie erhalten keine Leistung,  weil vor einigen Jahren die Vizepräsidentin die  Kasse leergeraubt hat. Das bedeutet,  dass Krankenhäuser keine Medikamente haben können, zu wenige Ärzte beschäftigt werden und im Krankeitsfall gezahlt werden muss. Das Ärzte unter diesen Bedingungen,  bis zu 200 Patienten am Tag, hoffnungslos falsche Diagnosen stellen, ist kein Wunder.

Wenn die Krankenhäuser funktionieren,  nutzen das die Drogenbanden aus. Ein inhaftierter Gangsterboss stellt sich krank und wird in ein öffentliches Krankenhaus eingeliefert.  Das bleibt kein Geheimnis und wird von der Polizei und der Justiz an die Banden weitergeleitet.  So vor einiger Zeit geschehen.  Die Bandenmitglieder stürmen das Krankenhaus,  schiessen nieder, was ihnen im Weg steht und spazieren mit ihrem Boss aus dem Haus. Bei dieser furchtbaren Aktion traf es 40 schwangere Frauen,  die im Gang in Betten liegend auf die Geburt ihres Kindes warteten. Da verschlägt es einem die Sprache und man kann nur noch schweigen.

 

 

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