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Erkältet in Te Anau

Als ich Sonntag Abend in Te Anau ankam konnte ich es nicht mehr ignorieren. Ich hatte mir eine schöne Erkältung eingefangen. Also ging ich brav früh ins Bett, um für den nächsten Tag und den Ausflug zum Milford Sound fit zu sein. Leider konnte ich fast die ganze Nacht nicht schlafen, so dass ich morgens mehr als erschlagen aus dem Etagenbett krabbelte. Der Touranbieter sollte mich an meiner Unterkunft abholen und bei der Buchung in Oamaru wurde uns gesagt, dass meine Freundin die letzte sein würde, die man abholt und das sie sich keine Sorgen machen solle. Da sie ihre Unterkunft am entgegengesetzten Ende des Ortes hatte, rechnete ich mir aus, dass ich vermutlich als eine der ersten eingesammelt werden würde und stand natürlich überpünktlich zur Abfahrt bereit. Als der Bus nach 15 Minuten immer noch nicht aufgetaucht war, fing ich an etwas nervös zu werden... Irgendwann kam der Bus aber doch und wie sich herausstellte musste meine Freundin etwas überstürzt ihr Hostel verlassen, da sie die erste war, die abgeholt wurde - und ich die letzte...
Unser Guide Yvette fuhr mit uns über die Milford Road zum Milford Sound, informierte uns ausgiebig über die Umgebung und die Geschichte und sorgte dafür dass wir an den schönsten Spots ein paar Fotos machen konnten. Außerdem stellte sie sicher, dass wir den Bootsanleger vor dem großen Touristenbus von Real Journeys erreichten und erklärte uns, wo auf dem Boot die besten Plätze sind. Mit dem Boot von Real Journeys ging es dann raus auf den hoch gelobten und perfekt vermarkteten Milford Sound. Und tatsächlich ist der Sound auch wirklich schön und beeindruckend. Insbesondere die steilen und hohen Klippen und die Wasserfälle sind durchaus sehenswert. Da die Erwartungshaltung aber im Vorfeld entsprechend geschürt worden war, blieb der große Aha-Effekt leider aus.
Zurück am Bootsanleger wartete Yvette bereits auf uns, um uns zu unserem nächsten Highlight - eine 2,5-stündige Wanderung auf dem Routeburn Track - zu bringen. Meine Erkältung, die 3 Stunden Schlaf und 2 Stunden bei Wind und Wetter auf dem Boot rüttelten jedoch an meinem gesunden Menschenverstand und hielten mich davon ab, den Aufstieg zum Key Summit zu versuchen. Als Alternativprogramm wurden einige kleinere Walks in Begleitung von Yvette angeboten. Da ich die einzige war, die nicht mit auf den Track gegangen war, erhielt ich in den nächsten 2 Stunden meine Privatführung inklusive Grundlagentraining in neuseeländischer Flora - eine schöne Ergänzung zu meinen Erkenntnissen über die neuseeländische Vogelwelt. Yvette konnte außerdem das Rätsel aufklären, warum aktuell alle Unterkünfte zwischen Te Anau und Tekapo ausgebucht sind und woher die Unmengen von asiatischen Touristen plötzlich herkommen. In China ist gerade Jahreswechsel und der Milford Sound, Queenstown und Mount Cook sind in China scheinbar sehr beliebte Reiseziele.

Der Dienstag und Mittwoch verstrichen mehr oder weniger ereignislos im netten, aber sehr touristischen Te Anau. Die Erkältung hatte mich fest im Griff, also lag ich am Dienstag faul auf der Wiese des Campingplatzes herum, starrte ein paar große Löcher in die sonnige Luft und schrieb Postkarten. Mittwoch musste ich das Hostel wechseln, versuchte es dann mit einem kleinen Spaziergang, der mich immerhin zu einem Bird Sanctuary führte, wo ich ein paar Papageien und Takahes beobachten konnte. Der Takahe ist ein dicker blauer flugunfähiger Vogel, der dazu neigt sich tot zu stellen, wenn er angegriffen wird. Diese Taktik hat dazu geführt, dass er nahezu ausgerottet wurde, bzw bereits als ausgestorben galt, bevor er in der Nähe von Te Anau im Fiordland National Park wiederentdeckt wurde.
Später trat ich den endgültigen Beweis an, dass die Welt hier unten Kopf steht: Ich war bei schönstem Sonnenschein am hellichten Nachmittag im Kino! Das würde mir unter normalen Umständen sicher nicht passieren! In Te Anau bietet sich jedoch die Möglichkeit im Film Ata Whenua, Fiordland on Film, in 30 Min. wunderschöne Luftaufnahmen des 12.500 km² Fiordland-Nationalparks zu sehen.

Donnerstag war ich wieder einigermaßen fit und hatte die Idee ein Stück am Lake2Lake Cycle Trail zu wandern. Dieser Radweg zwischen Te Anau und Manapouri ist zwar noch nicht fertiggestellt, gilt aber bereits als einer der schönsten Fahrradwege in Neuseeland. Das Wetter wollte mich aber sicher vor vorzeitiger Überlastung schützen, also schüttete es den halben Vormittag wie aus Eimern. Erst gegen Mittag klarte es auf, so dass die Zeit gerade noch für eine gemütliche 2,5-stündige Wanderung reichte. Am späten Nachmittag nahm ich dann den Bus nach Queenstown, Hauptstadt des Nervenkitzels.

Liebe Grüße, Eure JIL

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