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Das doppelte Lottchen auf dem Weg zum Mount Cook


Da der Intercity Bus aus Wanaka heraus leider komplett ausgebucht war, musste ich für die ersten 30 km eine Art Taxi-Shuttle buchen. Wie immer etwas nervös (es könnte ja etwas schief gehen - und was dann?) war ich überpünktlich an der angegebenen Bushaltestelle. Aber auch zum definierten Zeitpunkt war noch kein Shuttle zu sehen. Wenige Minuten später traf der kleine Bulli dann aber ein und schnell waren alle 8 Passagiere an Board. Aber der Busfahrer wartete - offenbar auf einen fehlenden Passagier. Nach ca. 10 Minuten wurde auch der Busfahrer unruhig und rief seine Zentrale an um herauszufinden ob der fehlende Passagier wohl noch auftauchen würde. Aber dann nannte er meinen Namen (!) und ich teilte ihm etwas erschrocken mit, dass ich bereits an Board sei (was er auch schon vorher auf seiner Liste abgehakt hatte). Offenbar stand ich 2x auf seiner Liste... Mit einiger Verspätung trafen wir dann trotzdem noch rechtzeitig in Tarras ein (meine Sorge, der Anschlussbus könnte ohne mich abfahren natürlich völlig unbegründet, da Busfahrer auf reservierten Touren in Neuseeland immer auf ihre Passagiere warten, wie ich ja gerade erneut erfahren hatte).
Der Anschlussbus ließ wie gewöhnlich noch eine Weile auf sich warten. Als der Touri-Bus von Great Sights, der mich nach Mt Cook bringen sollte, dann endlich auftauchte, kamen sowohl der Busfahrer als auch die japanisch-sprachige Reisebegleitung auf mich zu und fragten mich verwundert, ob ich alleine sei. Man hatte offenbar mit 2 Passagieren gerechnet. Die Tatsache, dass ich auch bei diesem Busunternehmen 2x auf der Liste stand, irritierte mich schwer... Ich versicherte also, dass es mich nur 1x gibt und so konnte die Fahrt zum Mt Cook fortgesetzt werden.
Da es sich um eine Touri-Route handelte, gab es ausführliche Erläuterungen des Busfahrers zur Umgebung so wie ein paar Fotostops. Mit einiger Verspätung kamen wir gegen Mittag in Mt Cook Village an.


Und ich war mal wieder beeindruckt! Mt Cook Village liegt mitten in den südlichen Alpen und war von schneebedeckten Bergen umringt.
Noch am Nachmittag wanderte ich den Hooker Valley Track, der in ca. 2 Stunden zum Hooker Lake am Fuß des 3.724 m hohen Mount Cook führt. Der Track war wirklich schön und bot mehr als ein Postkartenpanorama. Der Hooker Lake ist ein Gletschersee, der von den umliegenden Bergen gespeist wird. Und die Tatsache, dass in dem See einige große Eisschollen trieben, schien einige Besucher zu einem Bad im See zu ermutigen. Richtig lange blieb aber keiner im Wasser...
Auf dem Weg zurück machte ich noch Bekanntschaft mit einem kleinen Birkenzeisig. Mit seiner auffallend roten Färbung fiel er mir gleich ins Auge und hielt auch artig für einige Aufnahmen still. Die rote Farbe an Kopf und Brust erschien mir fast unnatürlich - und einen vergleichbaren Vogel hatte ich noch nie gesehen. Aber die Mitglieder einer neuseeländischen Facebook Gruppe konnten das niedliche Tier ein paar Tage später schnell identifizieren.
Zum Einbruch der Dunkelheit ging ich noch einmal raus, um den Sternenhimmel zu bestaunen. Die Gegend um Mount Cook ist für Stargazing Touren bekannt, da es hier kaum Lichtverschmutzung gibt.


Den nächsten Vormittag nutzte ich für eine Wanderung hoch zu den Red Tarns. Auf knapp über 1.000 m liegen ein paar alpine Tümpel, die aufgrund der Pflanzen rot schimmern. Außerdem ergab sich natürlich eine grandiose Aussicht über das Hooker Valley bis zum Mount Cook.
Gegen Mittag holte mich der Bus von Great Sights wieder ab und brachte mich nach Twizel, dem nächstgelegenen Städtchen. Dort hatte ich mich eingebucht, weil in meinem eigentlichen Zielort in Tekapo keine Unterkunft zu bekommen war. Twizel ist ein recht junges und kleines Städtchen, das den Touristen außer einer günstigen Unterkunft wenig zu bieten hat. An diesem Samstag war jedoch einiges los, da das alljährliche Wine & Salmon Festival zelebriert wurde. Für ein überschaubares Straßenfest, das um 5 Uhr nachmittags seine Pforten schließt, fand ich 15$ Eintritt jedoch reichlich übertrieben. Zumal es schon nach 3 Uhr war, wie ich schmerzlich gewahr wurde, als ich auf die Öffnungszeiten der lokalen iSite schaute. Wie üblich hatte ich mit Öffnungszeiten bis 5 Uhr gerechnet, aber in Twizel ticken die Uhren noch etwas anders. Und dabei hatte ich mir doch eine Information über Transportmöglichkeiten nach Tekapo erhofft... Auch die Dame an der Hostel-Rezeption gab sich ratlos und so begann ich zu fürchten, dass ich den ganzen folgenden Tag im langweiligen Twizel verbringen würde - oder mich erneut zu einer einsamen Wanderung aufmachen müsste.
Da mir nicht nach kochen zumute war, ging ich abends noch einmal los. Zu meiner Überraschung hatte sich quasi das gesamte Dorf in einem nahegelegenen Biergarten versammelt und feierte dort fröhlich weiter. Mit einigen freundlichen Einheimischen verbrachte ich einen netten Abend.

Am nächsten Morgen stand ich dann vor der Entscheidung: Entweder eine weitere einsame Wanderung durch die Umgebung von Twizel oder einen Weg finden, wie ich doch noch nach Tekapo kommen konnte. Am Vortag hatte ich im Hostel eine junge Norwegerin getroffen, die ähnlich planlos in Twizel gestrandet war. Beim Frühstück beschlossen wir dann spontan es einfach mal mit Hitchhiken (Trampen) zu versuchen. Diese Art zu reisen ist in Neuseeland sehr verbreitet und gilt hier in der Regel als ungefährlich. Ein weiterer Vorteil ist, dass es bei Twizel genau eine Strasse gibt und wer in der richtigen Richtung unterwegs ist fährt zwangsläufig nach Tekapo. Einigermaßen optimistisch stellten wir uns also an eben diese Strasse und hielten das erste Mal in unserem Leben die Daumen raus. Es dauerte ca. 10 Minuten, bis eine Australierin mittleren Alters mit ihrem Wohnmobil anhielt...
In Tekapo angelangt arbeiteten wir schnell die wesentlichen Sehenswürdigkeiten (eine kleine Kapelle und ein Schafsdenkmal) ab und machten uns dann auf den Weg zum Gipfel des Mount John, der uns eine schöne Aussicht über den Lake Tekapo versprach. Oben angelangt herrschte ein heftiger Wind, der mal wieder eine Regenfront aus dem Süden herauf befördern sollte. Wir setzten aber auf unser Glück und entschieden uns für den etwas längeren Walk am See entlang zurück ins Dorf. Und tatsächlich war das Glück auf unserer Seite und das Wetter hielt. Für unsere Rückfahrt mussten wir gerade mal 3 Minuten warten und waren letztlich beide super happy, dass wir es gewagt hatten.

Liebe Grüße, Eure JIL

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