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TRAVELING AROUND THE WORLD

Zoo City

Als ich den Flughafen von Christchurch erreichte, war dieser noch im Nachtmodus. Die anliegenden Rasenflächen wurden gerade großzügig bewässert, so dass man auf dem Fußweg eine schöne Dusche bekam. Das Hauptgebäude war noch geschlossen, aber in einem Nebengebäude war eine größere Anzahl schlafender Reisender anzutreffen. Ich nutzte die Wartezeit, um ein paar Freiminuten nach Deutschland auf meiner neuseeländischen Travel-Sim zu vertelefonieren. Schließlich war in Deutschland hellichter Nachmittag. Gegen 6 Uhr morgens ging ich dann an Board nach Sydney.

Dank der Zeitverschiebung landete ich schon gegen halb acht und hatte noch den ganzen Tag vor mir, um mich mit der Stadt vertraut zu machen. Mein Weg führte mich zuerst zu meinem Hostel in der Nähe von Kings Cross. Unterwegs traute ich meinen Augen kaum, als ein großer weißer Kakadu vor mir über die Strasse flog. Aber das war längst nicht der einzige Papagei, der mir in Sydney begegnen sollte... Das Hostel mit dem Namen Blue Parrot hatte ein recht hohes Rating, also war ich einigermaßen optimistisch, was diese Unterkunft anging. Die Begrüßung war auch sehr nett und ich konnte dort meinen Rucksack abstellen. Die Zeit bis zum Check-in nutzte ich, indem ich mich einer Free Walking Tour anschloss. Diese wird von Locals organisiert und ermöglicht einen super Einblick in die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bei schönstem sonnigen Sommerwetter erhielt ich in 3 Stunden viele spannende Informationen und eine grundlegende Orientierung in der Stadt. Außerdem machte ich Bekanntschaft mit dem Ibis, der die Stadt bevölkert wie in Deutschland die Tauben.

Nachdem ich mir auf dem Markt in The Rocks etwas zu Essen besorgt hatte und im Hostel eingecheckt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Mardi Gras Parade. Eine große Gruppe von Couchsurfern hatte sich dort verabredet, um dieses Spektakel anzuschauen und zu feiern. Wir trafen uns gegen 5 an der Oxford Street, um uns einen guten Platz mit Sicht auf die Parade zu sichern. Und natürlich mussten wir dann noch eine ganze Weile warten, bis es losging. Als allmählich die Dämmerung hereinbrach bemerkte ich seltsame Geschöpfe am Himmel. Und wieder konnte ich meinen Augen kaum trauen: Riesige Fledermäuse kreisten über der Stadt!

Gegen kurz nach 7 kam ich auf die grandiose Idee, noch mal schnell zur Toilette zu gehen, bevor das Spektakel losgeht. Und prompt in dem Moment als ich auf meinen Platz zurück kehren wollte entstand ein riesiger Lärm, als eine große Zahl von Motorrädern die Parade eröffnete und unter großem Gejohle und Gejubel der Menschenmassen die Strasse passierte. Und ich stand irgendwo in der 10. Reihe und konnte nichts sehen. Ein paar Minuten versuchte ich ziemlich verzweifelt mich nach vorne durchzukämpfen, bis es mir gelang einen der Couchsurfer anzustupsen und ihm zuzurufen, dass sie doch sicher da vorne einen Platz für mich freigehalten hätten. Was für ein Glück für mich!

Die nächsten 2 Stunden bestaunte ich den bunten Aufzug von Menschen und Wagen, die mit Musik, Plakaten, Tanz und ganz viel Glitter für Toleranz, gleichgeschlechtliche Liebe und Inklusion warben und feierten. Gegen 9 befand mein Körper, dass 22 Stunden auf den Beinen wohl genug sind also machte ich mich mich auf den Weg zu meinem Hostel. Da allerdings nicht nur die Strassen sondern auch die nächstgelegene Train Station gesperrt war, brauchte ich noch ca. eine Stunde bevor ich todmüde ins Bett fallen konnte. Dachte ich zumindest... Bis ich dann feststellte, dass ich durch neuseeländische Hostels verwöhnt war und zunächst mal selbst mein Bett beziehen musste. Die Nacht war dann auch ziemlich unruhig durch meine Zimmernachbarn und Handys, die die ganze Nacht piepsten.

Am nächsten Morgen stand ich einigermaßen übermüdet auf und meine mangelnde Begeisterung für das Hostel wurde durch die vorherrschende Sauberkeit und die Angewohnheit während der Frühstückszeiten zu putzen noch weiter herabgesetzt. Keine Ahnung wieso dieses Hostel immer noch als eines der besten in Sydney gehandelt wird... Und ich hoffe inständig, dass das jetzt nicht der Maßstab für Hostels in Australien ist!
Meine ursprüngliche Idee für den Tag war, die Shopping-Malls zu erkunden und vielleicht noch ein fancy T-Shirt zu ergattern. Da die meisten Läden im CBD aber ziemlich schicki-micki sind und außerdem auch Sonntag war (nicht alle Geschäfte haben sonntags geöffnet) änderte ich kurzerhand meinen Plan und nahm die Fähre nach Manly. Dort ist sonntags ein Street Market und es gibt ein paar nette Läden mit Aborigine Kunst. Nachdem ich dort eine Weile herum gelaufen war und einem Strassenmusiker zugehört hatte, startete ich eine Wanderung auf einem Scenic Walkway zum North Head der Halbinsel. Gleich zu Beginn war ich fasziniert von einem Water Dragon, einer großen heimischen Echse, die dort die Küste bevölkert. Abgesehen von ein paar schönen Aussichten über die Küste und Buchten um Manly war der Weg aber ziemlich unspektakulär. Meine Laune besserte sich erst, als ich einen einheimischen Vögel entdeckte. Da ich keine Lust hatte den ganzen Weg wieder zurück zu laufen, nahm ich einen Bus nach Manly und von dort aus die Fähre zum Circular Quay.
Ich setzte mich in die Nähe des Opernhauses, versuchte eine Verbindung zum kostenlosen WLAN herzustellen und beobachtete eine Weile das bunte Treiben der Besucher und Touristen. Später traf ich mich mit 2 Couchsurfern zum Abendessen. In einem chinesischen Restaurant wurden meine Fähigkeiten mit Stäbchen zu essen auf die Probe gestellt. Im Anschluss gönnten wir uns noch ein leckeres dunkles Hofbräu. Schließlich ist das deutsche Bier doch immer noch das Beste!

Der Montagmorgen startete mit meinem wöchentlichen Skype-Date. Anschließend kümmerte ich mich um meine Reiseplanung. Angesichts der klimatischen Bedingungen (Regenzeit) und der Stingersaison hatte ich mir in den Kopf gesetzt meine Zeit in Cairns abzukürzen und zu versuchen meine Flüge umzubuchen.

Später fuhr ich in den Stadtteil Newtown, um dort die Geschäfte zu erkunden. Es gibt dort eine Reihe netter Vintage Läden. Auf die Empfehlung eines Sydneysiders kehrte ich mittags im "Lentils as anything" ein, ein angesagter no-profit Laden, indem es wechselnde vegetarische Speisen gibt. Der Besucher entscheidet letztlich selbst, was er bereit ist für das Essen zu zahlen. Nachdem ich noch ein wenig in einem Café gechillt hatte, machte ich mich auf den Weg zurück in die City.
Ich besuchte den botanischen Garten und war mal wieder von den vielen unbekannten Vögeln beeindruckt. Gegen 6 schloss ich mich einer weiteren Free Walking Tour an, diesmal durch "The Rocks" mit einigen spannenden Stories aus der Gründungszeit von Sydney. Abends traf ich mich mit einem netten Couchsurfer aus Chile zum Essen, den ich bei der Mardi Gras Parade kennengelernt hatte. Am nächsten Morgen ging es dann weiter in die Blue Mountains, aber dazu später mehr...
Liebe Grüße, Eure JIL

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