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Chilliger Neuseeland Endspurt

Am Montag war das Wetter in Twizel super und ich stieg mal wieder in den Bus nach Christchurch - dort war es logischerweise bedeckt. Wahnsinn was sich in Christchurch in den wenigen Wochen schon wieder verändert hat. Die Ankunft an den Foley Towers war dann aber ein bißchen wie nach Hause kommen... Wenn man nach 2 Monaten an einen Ort kommt, den man schon kennt... Abends nutzte ich die Gelegenheit in einem Lonely Planet über die East Coast von Australien zu stöbern, den ich dort im Regal gefunden hatte. Schließlich rückt mein Aufenthalt dort jetzt mit großen Schritten näher und den Australien Reiseführer habe ich aus logistischen Gründen in Deutschland gelassen.

Den Dienstag Vormittag in Christchurch nutzte ich um durch die Stadt zu schlendern, ein Päckchen nach Deutschland aufzugeben und beim Intercity Office nach möglichen Rückzahlungen zu fragen. Wenn ich jedoch geahnt hätte was es bedeutet das Zollformular auszufüllen, wer weiß ob ich es dann versucht hätte. Zum Mittagessen gab es einen köstlichen Spinat-Frischkäse-Muffin. Mhhh...

Nachmittags stieg ich in den Bus nach Timaru, mein letzter Stop in Neuseeland. Eigentlich wollte ich gerne noch nach Kaikoura, aber aufgrund des letzten Sturms oder einer geschlossenen Strasse oder irgendwelchen "operational changes" wurde mein Bus nach Kaikoura gecancelt und ich musste meine Planung mal wieder anpassen. Timaru war einer der wenigen Orte, die von Christchurch aus gut zu erreichen waren und die ich noch nicht besucht hatte. Außerdem konnte ich dort spontan ein Einzelzimmer zu einem vertretbaren Preis in einem Bed & Breakfast buchen. In Timaru gibt es zwar nicht viel zu sehen, aber so konnte ich noch ein paar Tage chillen, bevor es ins deutlich aufregendere Sydney weitergeht.

Mein erster Eindruck von Timaru war auch gar nicht so schlecht. Der Ort dehnt sich auf eine relativ große Fläche, wobei dort viel Industrie angesiedelt ist. Im Ortszentrum gibt es jedoch einen netten Badestrand und einen ziemlich großen Park mit einem Rosengarten.

Das B&B wurde von einer netten, sehr mitteilsamen Dame im mittleren Alter geführt und bot eine deutlich heimeligere Atmosphäre als die meisten Hostels. Ich war also sehr froh, mir diesen Luxus gegönnt zu haben. Als ich dann auch noch hörte, dass es eine lokale Kolonie von kleinen blauen Pinguinen gibt, die man abends am Strand beobachten kann, war mein Tag vorläufig gerettet. Abends machte ich mich also auf den Weg die Umgebung zu erkunden und nach Möglichkeit einen Blick auf die Pinguine zu werfen. Natürlich war ich viel zu früh an der bezeichneten Stelle und stand mir dort eine ganze Weile die Beine in den Bauch. Als um 10 Uhr die Frau vom DOC, die einmal in der Woche die Pinguine zählt, unverrichteter Dinge nach Hause ging, gab ich es ebenfalls auf. Außer einem einzelnen Pinguin in seinem Nest hatte ich leider nicht viel zu sehen bekommen.

Am Mittwoch machte ich mich auf den Weg um den Coastal Walkway zu erkunden, der mir doch tatsächlich von irgendwem empfohlen worden war (?). Erste Zweifel befielen mich, als ich auf meinem Weg zum Zugangspunkt fast 15 Minuten mitten durch den Industriehafen laufen musste. Der Strand lag dann auch unmittelbar hinter dem Industriegelände. Begleitet vom Lärm der Industrieanlagen lief ich eine Weile am Strand entlang und freute mich an der Farbenvielfalt der Steine. Später kehrte ich auf den eigentlichen Walkway zurück, der deutlich näher am Industriegebiet entlang führte. Nach einiger Zeit führte der Weg auf eine Landzunge mit einer schönen Bucht und kurz darauf an einem Surf-Strand vorbei. Das Industriegebiet war da zum Glück schon außerhalb der Sichtweite und ich freute mich auf einen etwas erquicklicheren zweiten Teil meiner Wanderung. Leider war die Beschilderung des Pfades nicht ganz so gut wie in den touristischen Teilen des Landes, also kam ich prompt vom Weg ab und landete auf einer Zugtrasse. Nachdem ich meinen Irrtum bemerkt hatte und auf den richtigen Weg zurück gekehrt war, führte dieser schön an einem Gewässer vorbei, wo ich Pukekos und andere Wasservögel beobachten konnte. An einer Wegbiegung legte ich (zum Glück) eine Pause ein und beobachtete eine Weile einen größeren Schwarm von Möven. Danach führte der Weg an einer großen Müllhalde vorbei und selbst als ich diese hinter mir gelassen hatte gab es auf dem restlichen Weg nicht mehr viel spannendes oder schönes zu sehen. Letztlich musste ich noch ein ganzes Stück durch die Stadt laufen um zum B&B zurück zu kehren. Der Coastal Walkway von Timaru erhält von mir das Prädikat: Hässlichster schöner Walkway von ganz Neuseeland!

Für Donnerstag war erstaunlich gutes Wetter mit Sonne und 24 Grad angesagt. Und da der Strand von Timaru angeblich zu den schöneren auf der Südinsel gehört wollte ich die Gelegenheit nutzen und einfach mal am Strand rumliegen und schwimmen gehen. Ich packte also meine Sachen und machte mich frohen Mutes auf den Weg. Die paar Wolken würden sicherlich gleich verschwinden. Doch da hatte ich mich getäuscht. Das gute Wetter war mal wieder verschoben worden und so lag ich bei nicht allzu heißen 18 Grad am überwiegend bewölkten Strand. Letztlich bin ich dann trotzdem ins Wasser gehüpft, wenn auch nicht für lange Zeit. Abends war ich dann noch einmal zum Essen in der Stadt, immerhin musste ich noch ein paar neuseeländische Dollar loswerden.

Am Freitag ging es dann zum letzten Mal mit dem Intercity Bus nach Christchurch. Nachmittags schaute ich mir dort die Ausstellung Quake City über die Erdbeben in der Canterbury Region an. Ziemlich eindrucksvoll wurden dort die Auswirkungen und persönlichen Erfahrungen von Betroffenen des Erdbebens in 2011 dargestellt.

Anschließend machte ich mich auf zu meiner endgültig letzten Station, dem Jucy Snooze Hostel in der Nähe des Flughafens. Dieses relativ neue Hostel ist ziemlich modern und verfügt anstelle von quitschigen Etagenbetten über sogenannte Pods. Das sind Schlafkabinen, die fast vollständig geschlossen werden, bzw das letzte Licht mit einem Rollo ausschließen. Drinnen verfügt man über Licht, Lüftung, Strom und Spiegel und ist somit ziemlich abgeschirmt von dem was die Zimmernachbarn so veranstalten. Das war wahrscheinlich das einzige Hostel in dem ich nicht wach geworden bin, als die Person im Bett über mir schlafen gegangen ist.

Ich versuchte relativ früh zu schlafen, da ich schon um kurz nach 4 am Flughafen sein wollte. Letztlich war ich aber ab kurz nach 1 wach und war dann mehr als frühzeitig am Flughafen, um meinen Weiterflug nach Sydney anzutreten.

Somit waren meine letzten Tage in Neuseeland ziemlich entspannt und unspektakulär. Ich war aber ganz froh darüber, da ich mir einige Gedanken machte, was mich in Sydney erwarten würde. Schließlich hat Sydney ungefähr so viele Einwohner wie ganz Neuseeland. Und nach 2 Monaten draußen in der Natur und in kleinen beschaulichen Städtchen hatte ich die Befürchtung, dass die schiere Größe und die Menschenmengen mich erschlagen würden. Aber dazu später mehr...

Der erste und größere Teil meiner Reise liegt jetzt hinter mir und ich bin dankbar für all die wunderbaren Erlebnisse, die ich bereits hatte. Auch werden mir viele Begegnungen noch lange im Gedächtnis bleiben und ich bin gespannt wie sich neue Freundschaften weiterentwickeln.

Liebe Grüße, Eure JIL

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