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Dead Kangaroo Island

Am nächsten Morgen musste ich mal wieder (wer hätte es gedacht?) früh raus um meinen Bus nach Cape Jervis zu nehmen. Dort legt die Fähre nach Penneshaw auf Kangaroo Island ab. Auf der Insel wollte ich eine 2-tägige Tour machen, die ich noch zusätzlich geplant hatte, nachdem ich meinen Weiterflug nach Cairns um 9 Tage verschoben hatte.
Am Fähranleger in Penneshaw wartete unser Guide bereits auf uns und erkannte uns sofort an unseren großen Rucksäcken. Nach einem kurzen Stop am örtlichen und einzigen Supermarkt auf unserer Tour, ging es los. Die meisten Teilnehmer der Tour waren zwischen 20 und 25 Jahren alt und außer einer Französin waren alle anderen aus der Schweiz.

Bereits ganz zu Beginn warnte unser Guide uns ausdrücklich vor den Schlangen. Auf Kangaroo Island gibt es 2 Arten von Schlangen, beide sind ziemlich giftig.
Unser erster Stop war an Rob's Sheep and Shearing Farm, wo wir etwas über die Merino Schafe, die Schäferhunde und das Schafescheren erfuhren. Rob demonstrierte dann auch live, wie ein Schaf geschoren wird.
Mittags hielten wir an einer Eukalyptus Plantage, wo wir die Gelegenheit erhielten Eukalyptusöl, Emu-Öl und anderes gesundes Zeug zu erwerben. Als Lunch gab es Sandwiches.
Spannend wurde es bei der Seelöwen Kolonie. In Neuseeland hatte ich ja nur ein schlafendes Exemplar in den Dünen zu sehen bekommen. In der Seal Bay (die korrekterweise wohl Sea Lion Bay heißen müsste) gibt es eine relativ große, wenn auch nur langsam wachsende Kolonie von Seelöwen. Durch die Tragezeit von 18 Monaten haben die Seelöwen einen sehr langen Reproduktionszyklus von 2 Jahren, so dass die Population sich nur langsam von dem Versuch der Ausrottung im 19. Jahrhundert erholt. Im Rahmen einer Führung konnten wir ziemlich nah an die Seelöwen heran und lernten dabei so einiges über diese Spezies.
Nachmittags stoppten wir in Little Sahara, einer kleinen Wüste mit 2 großen Sanddünen. Der Spaß bestand darin, auf gewachsten Holzbrettern die Düne herunter zu sausen. Da ich diesen halsbrecherischen Nervenkitzel in Neuseeland ebenfalls verpasst hatte, wollte ich mir das Ganze zumindest mal aus der Nähe anschauen. Ich konnte mich schließlich überreden es nicht unbedingt mit Vollgas auszuprobieren und fand es nicht so furchteinflößend wie ursprünglich angenommen.
Anschließend erreichten wir unsere Unterkunft, die Vivonne Bay Lodge, die ebenfalls vom Fährunternehmen Sealink betrieben wird. Also öffnete unser Guide die Bar für uns und bereitete auch später ein Barbeque für uns zu. Da wir bis dahin noch etwas Zeit hatten, erkundeten wir die Gegend und entdeckten dabei auch die ansässigen Koala-Bären. Ständig auf der Hut vor den Schlangen bahnten wir uns unseren Weg zum Strand von Vivonne Bay. Dieser war mal wieder hoch gerühmt und stellte sich letztlich als ganz normaler Strand heraus. Aufgrund des gefährlichen Box Jellyfish wurde das Schwimmen an diesem Strand eher nicht empfohlen. Außerdem liegt Vivonne Bay an der südlichen Seite von Kangaroo Island und wartete aufgrund der Nähe zur Antarktis mit ungemütlichen 14 Grad Wassertemperatur auf. Um uns nach einem heißen Tag dennoch abzukühlen machten wir uns auf den Weg zum anliegenden Fluss, der den Angaben zufolge einigermaßen sicher sein sollte. Angeblich sollte das Wasser dort angenehme 20 Grad haben. Gefühlt waren es dann aber doch eher warme 14 Grad, so dass es mich einige Überredungskunst kostete, die junge Französin ins Wasser zu locken. Nach dem Barbeque schlugen wir noch etwas Zeit tot, bevor wir ausreichend müde ins Bett fielen.

Die Abfahrt für den nächsten Morgen war auf 8 Uhr angesetzt, so dass an Ausschlafen nicht zu denken war. Unser erster Stop war an einem Lookout über Vivonne Bay, damit wir uns noch einmal aus der Ferne von der Schönheit des Strandes überzeugen konnten. Anschließend ging es zum Hanson Bay Wildlife Sanctuary, wo wir neben einigen Kängurus und Papageien vor allem jede Menge Koala-Bären entdeckten, die für Koala-Verhältnisse ziemlich munter waren. Dazu muss man wissen, dass die Eukalyptusblätter, von denen sie sich ausschließlich ernähren, so wenig Energie enthalten, dass Koala-Bären sich in der Regel höchstens 4 Stunden am Tag bewegen. Infolgedessen sieht man sie eigentlich fast immer schlafend. Hier sahen wir aber mehrere wache Koalas, die zum Teil nicht nur aus ihren süßen Knopfaugen auf uns herabschauten sondern sogar in den Bäumen herum turnten.
Im Anschluss ging es weiter zu den Remarkable Rocks. Nachdem ich in den letzten Wochen ja schon einige "bemerkenswerte" Felsformationen gesehen hatte und die Fantasielosigkeit mit der die Engländer sowohl in Neuseeland als auch Australien die Namen verteilt haben mich inzwischen echt nervt, war ich also wenig erwartungsvoll und lästerte erstmal ne Runde über das was jetzt wieder kommen sollte. Als wir dann aber näher heran kamen, musste ich ein Stück zurück rudern... Soo schlecht waren die Rocks tatsächlich nicht!
Mittags gab es Wraps am Flinders Chase National Park. Anschließend ging es weiter zum nächsten Highlight, einer großen Kolonie von Fur Seals. Wie auch schon in Neuseeland konnten wir die niedlichen Tiere in ihrem felsigen Refugium ausführlich beobachten. Zum Abschluss der Tour steuerten wir noch 2 Strände an. Einer zeichnete sich dadurch aus, dass er extrem schwer zugänglich war. Wäre dort keine Beschilderung angebracht würde wohl kein Tourist diesen Strand jemals finden, muss man doch mehrere Minuten durch teilweise schmale Felsspalten kraxeln, bevor man diesen schönen Spot erreicht.

Irgendwann im Laufe des 2. Tages wechselte ich meinen Sitzplatz und konnte fortan während der Fahrt auf die Straße vor uns schauen. In diesen Stunden sah ich mehr totgefahrene Kängurus auf der Strasse liegen, als lebendige in der Wildnis.
Die Tour endete in Penneshaw, wo alle Teilnehmer außer mir die Fähre nach Cape Jervis nahmen. Ich checkte im Kangaroo Island Backpacker ein, wo ich noch 2 Verlängerungsnächte gebucht hatte. Der Tourguide hatte mir allerdings mit einem abschätzigen Blick von dieser Unterkunft abgeraten, so dass ich letztlich erleichtert war, dass das einzig wirklich strange an diesem Hostel die völlig zugedröhnte Angestellte war...
Zum Abendessen gönnte ich mir beim ansässigen Italiener eine Lasagne, bevor wir noch unsere wöchentliche Telefonkonferenz abhielten.

Am nächsten Morgen war das Wetter zum Glück besser als erwartet, so dass ich mich irgendwann am Vormittag auf den Weg machte und am Strand ein lauschiges Plätzchen hinter einigen Felsen fand, von dem aus ich das Spiel der Wellen auf Augenhöhe beobachten konnte. Dort chillte ich eine ganze Weile, hörte Musik und freute mich über den schönen Platz und das gute Wetter. Irgendwann schreckte ich jedoch auf: Die Felsen bewegten sich seltsam im Wasser! Als ich mich aufgesetzt hatte traute ich meinen Augen kaum: Direkt vor meiner Nase schwamm gemächlich ein großer Pod Delphine vorbei!
Damit war mein Tag gerettet und später konnte ich mich ohne größere Motivationsprobleme dazu bringen meine Wäsche zu waschen und auch wieder etwas für diesen Blog zu schreiben...
Am späten Nachmittag lud mich die Angestellte des Hostels spontan zu einem Ausflug zu einem Fluss ein. Offenbar hatte der Hostel-Besitzer ihr vorgeschlagen ihr diesen Platz zu zeigen und im Auto war noch ein Platz frei. Also ging es im Geländewagen auf ziemlich holprigen Wegen zum Fluss, wo wir versuchten die Fische mit trockenem Brot anzulocken. Wir warfen dann auch noch einen Blick auf den angrenzenden Strand. Auf dem Weg zurück entdeckten wir auf der Strasse eine große schwarze Schlange (Black Tiger), die sich ihren Weg in Richtung Böschung bahnte. Schon gruselig die Vorstellung, dass ein Biss dieser Schlange leicht tödlich enden kann...

Am nächsten Morgen musste ich schon wieder auschecken und machte mich anschließend auf eine kleine Wanderung auf dem Ironhill Trail. Dieser führte in der Nähe der Küste entlang auf eine ehemalige Farm. Das Wetter war ziemlich gut und ich war alleine auf dem Track, so dass ich in Ruhe nach Vögeln Ausschau halten konnte. Insbesondere hoffte ich noch auf ein Foto von einem blauen Fairy-Wren, einem der populärsten einheimischen Vögel in Australien.
Während ich nach diesen kleinen, teilweise blau-gefiederten Tierchen Ausschau hielt, scheuchte ich eine Herde von Wallabies auf, die im Unterholz grasten.
Auf meinem Weg zurück konnte ich die Wallabies etwas eingehender betrachten. Und als ich mich der Küste näherte konnte ich auch wieder die Delphine beobachten, die erneut zur Jagd in die Bucht gekommen waren.

Zurück in Penneshaw suchte ich das Ferry Terminal auf, da ich sichergehen wollte, dass meine Fähre nicht gecancelled wurde. Dies scheint aufgrund der Wetterbedingungen dort häufiger vorzukommen, wie mir verschiedene Leute berichteten. Da das Wetter aber recht gut war, waren die Mitarbeiter dort unbesorgt. Die Zeit bis zum Ablegen der Fähre vertrödelte ich mit Kaffee trinken, am Strand herumsitzen und den hoch angepriesenen und nicht ganz günstigen lokalen und fangfrischen Fish'n Chips.

Zurück am Fährterminal wollte ich einchecken, was sich allerdings als schwierig gestaltete, da man mein Ticket offenbar dem aktuellen Tourguide der 2-tägigen Tour mitgegeben hatte (warum auch immer). Also lungerte ich eine Weile am Busparkplatz herum, um diese Person abzufangen. Die weitere Rückreise nach Adelaide verlief dann aber ohne Zwischenfälle und spät abends checkte ich dann zum dritten Mal im YHA Central ein.

Liebe Grüße, Eure JIL

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