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Rette mich wer Cairns!

Am Dienstag morgen startete ich wie gewohnt früh zum Flughafen. Die Nummerierung der Buslinien und die Anzahl der möglichen Bushaltestellen überforderte mich leider, so dass ich gleich mal wieder in Panik geriet. Es ging aber alles glatt und so checkte ich pünktlich für meinen Flug nach Cairns ein. Der Flug dauerte ca. 3 Stunden und bei der Landung war meine Verwirrung in Bezug auf die Zeitzonen komplett. Ich hatte mich ja mit Mühe daran gewöhnt, dass es in Adelaide und South Australia eine halbe Stunde früher ist, als in Melbourne. In Anbetracht der Tatsache, dass Adelaide westlich von Melbourne liegt, ergibt das zumindest ansatzweise Sinn. Nachdem ich nun 3 Stunden in nordöstlicher Richtung geflogen war, erwartete ich, dass es nun wieder später sein würde. Die Landezeit war allerdings mit 10 Uhr angegeben, was trotz meiner schwachen mathematischen Fähigkeiten nicht mit der Abflugzeit und der Flugdauer matchte. Nachdem ich das Ganze doppelt und dreifach gecheckt hatte musste ich akzeptieren dass die australischen Zeitzonen einfach mal gar keinen Sinn machen und es im Nordosten tatsächlich früher ist als im Süden. Letztlich habe ich mich dann nur gefreut, dass nicht noch eine Zeitumstellung auf meinen Reisetag fiel, denn sonst hätte ich meinen Flieger sicher verpasst...

Beim Verlassen des Flugzeugs machte ich das erste Mal im Leben Bekanntschaft mit tropischem Klima. Es war schon recht warm und ziemlich schwül. Aber ich freute mich trotzdem sehr! Denn ich stellte fest, dass ich einen heftigen Zyklon verpasst hatte. Noch einen Tag vorher erlebte die Region um Cairns die schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Ich machte ca. 8 fette rote Kreuze in meinem Kalender, denn ursprünglich war geplant, dass ich bereits 9 Tage früher in Cairns ankommen sollte. Nachdem ich jedoch festgestellt hatte, dass mein 2,5-wöchiger Aufenthalt in Cairns mitten in die Regenzeit und in die Stinger Saison fallen würde, hatte ich einige Tage angestrengt überlegt und recherchiert, wie ich meine Zeit in Cairns verkürzen könnte. Meine Entscheidung den Flug nach hinten zu schieben, stellte sich als goldrichtig heraus!

Ich organisierte mir einen Shuttle Transport in die Stadt und obwohl ich eigentlich nur schlafen wollte musste ich erst noch meine Tour für den nächsten Tag bestätigen. Danach fiel ich ziemlich zerschlagen ins Bett und wachte einige Stunden nur wenig fitter wieder auf. Den Rest des Tages bekam ich nicht mehr viel auf die Reihe, aber zum Glück machte ich Bekanntschaft mit einem netten Berliner, der mir den kürzesten Weg zum Supermarkt zeigte. So bekam ich zumindest noch etwas zu essen,  bevor ich wieder ins Bett fiel.

Am nächsten Morgen sammelte mich der Tourbus, mit dem es in den Regenwald und zum Cape Tribulation gehen sollte, am Hostel ein. Nachdem wir Cairns hinter uns gelassen hatten, durchquerten wir einige Felder auf denen Zuckerrohr angebaut wird. Den ersten Halt machten wir an einem Lookout, von dem man schön die Küste und den angrenzenden Regenwald überblicken konnte. Anschließend ging es weiter zum Mossman Gorge, einem sprudelnden Fluss mitten im Regenwald, der aufgrund des Zyklons jede Menge Wasser mit sich führte. Das Gebiet wird durch die Aborigine verwaltet, die dort ein Besucherzentrum errichtet haben. Jeder Besucher nimmt an einer traditionellen Willkommenszeremonie teil, die unter anderem eine Reinigung durch Feuerrauch beinhaltet. Des Weiteren erläuterte der Aborigine uns Pflanzen, Waffen und andere traditionelle Gegenstände und lud uns ein, unsere Gesichter und Arme im Aborigine Style zu schminken. Anschließend besichtigen wir den Fluss, in dem man an ruhigeren Tagen auch schwimmen kann.

Unser Guide war ein unterhaltsamer und gut informierter Zeitgenosse, der uns während der Fahrten laufend mit interessantem Wissen und gruseligen Geschichten über Krokodile versorgte. Entsprechend vorbereitet lieferte er uns bei der Daintree River Cruise ab, wo wir ca eine halbe Stunde über den beeindruckenden Daintree River schipperten. Unterwegs lernten wir einiges über die Besonderheiten des Flusses und der dort wachsenden Pflanzen. Highlight waren die Krokodile, die am Flussufer herumlungerten ("Arme und Beine bitte im Boot lassen - Krokodile können springen!"). Ganz besonders freuten wir uns über die winzig kleinen Babykrokodile, die relativ selten sind, da nur ca 10 % die ersten Monate überleben.

Unsere Mittagspause legten wir in der Nähe des Cape Tribulation ein, wo Känguru Burger u.ä. serviert wurde. Anschließend besuchten wir den anliegenden, hübschen und sehr bekannten Strand, der aber wegen regelmäßiger Krokodilattacken eher nicht zum Baden einlädt. Am Nachmittag legten wir noch einen weiteren Stop im Regenwald ein, wo wir einen Bushwalk machten, bei dem wir noch mehr über die Pflanzen und Tiere lernen konnten. Besondere Begeisterung löste unser Guide aus, als er anfing grüne Ameisen aufzulesen und genüsslich zu verspeisen. Leider konnten wir auf unserer Wanderung keine Cassowaries entdecken. Diese sehr großen flugunfähigen Vögel sind vom Aussterben bedroht und stellen somit eine weitere Touristen Attraktion dar.
Auf unserem Weg zurück hielten wir an einer biologischen Eiscreme Fabrik, die dutzende tropische Sorten zur Auswahl hatte.
Abends im Hostel traf ich meinen Bekannten von der Great Ocean Road wieder, der inzwischen auch in Cairns eingetroffen war. Gemeinsam planten wir einen Ausflug nach Fitzroy Island. Später saß und quatsche ich noch lange mit dem netten Berliner.

Am Donnerstag hatte ich frei, also konnte ich mal lange schlafen. Vormittags besuchte ich die Tauchschule, mit denen ich mein Tauch-Wochenende im Great Barrier Reef verbringen würde. Da ich über das Reisebüro kaum Informationen erhalten hatte und mich schon mal im Vorfeld mit dem Gesundheitsfragebogen beschäftigen wollte, erschien mir das naheliegend. Dort konnten alle meine Fragen beantwortet werden. Anschließend machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich bummelte eine Zeit lang durch die Geschäfte, gönnte mir mittags eine Bruschetta und wollte mich danach im öffentlichen und kostenlosen Pool abkühlen. Die Außentemperaturen lagen bei sommerlichen 31 Grad, die Wassertemperatur bei 22 Grad. Mit Abkühlung hatte das leider nicht viel zu tun...
Abends trafen wir uns im Hostel zum Pizza essen. Für 5 Dollar gab's so viel Pizza wie man essen konnte. Später zogen wir dann noch einmal los in Richtung Stadt, wo wir uns mit einem Couchsurfer auf ein Bier trafen. 

Am nächsten Morgen brachte uns der Shuttle vom Hostel zum Reef Terminal, wo unser Boot nach Fitzroy Island ablegen würde. Nach dem Check-in und einem 2. Frühstück gingen wir an Board. Während der 45-minütigen Überfahrt kreuzten mal wieder ein paar Delfine unseren Weg. Auf der Insel angekommen entschlossen wir uns zunächst zu einer kleinen Wanderung zum Leuchtturm. Der Weg war ziemlich steil und unterwegs entdeckten wir jede Menge Echsen und ein paar nette Aussichten aufs Meer. Zum Glück brauchte ich meinen Begleiter dann nicht mehr überreden auf den Aufstieg zum Gipfel zu verzichten.

Zurück am Ausgangsort holten wir unser Lunch-Paket ab und nachdem wir das verspeist hatten, begaben wir uns zu der Ausgabestelle für das Schnorchel-Equipment. Voll ausgestattet mit Stinger-Suite, Schnorchel und Brille suchten wir uns ein Plätzchen am Strand und begaben uns dann auf unsere Exkursion rund um ein paar Felsen in Strandnähe. Eine Weile kämpfte ich mit Schnorchel und Brille, bevor ich mich richtig auf die bunte Unterwasserwelt konzentrieren konnte. Die dort zu sehenden Korallen und bunten Fische gaben einen kleinen Vorgeschmack auf das Tauchen am Great Barrier Reef. Da die Zeit unter Wasser deutlich schneller vergeht als an der Luft, verging der Nachmittag wie im Flug und schon war es Zeit, das Equipment zurück zu geben. Während wir darauf warteten, dass das Boot zurück nach Cairns ablegte, gönnten wir uns ein Eis. An Board trafen wir auch unseren Freund aus Berlin wieder, der eine Kanutour entlang der Küste mit Schnorcheln gemacht hatte.

Zurück in der Stadt wollten wir gemütlich ein Bierchen trinken, bevor wir uns einen Platz für das Abendessen suchten. Aufgrund des Feiertags war dies jedoch nicht möglich, da Alkohol nur in Verbindung mit einer Mahlzeit ausgeschenkt werden durfte. Wir fanden jedoch ein Restaurant, wo wir das Essen schon bestellen konnten, aber auf Wunsch erst eine Stunde später serviert wurde. Später im Hostel musste ich noch meine Sachen für das spannende Wochenende auf dem Tauchboot im Great Barrier Reef packen... (Fortsetzung folgt)

Liebe Grüße, Eure JIL

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