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Abgetaucht

Am Samstagmorgen stand ich früh auf und checkte aus dem Hostel aus. Meinen Rucksack konnte ich dort zum Glück zwischenlagern. Mit dem Bus ging es zur Tauchschule und anschließend zum Hafen, wo wir an Board gingen. Das Boot erschien mir relativ klein und Platz für Kajüten konnte ich auch nicht entdecken. An Board gab es erstmal eine Menge Papierkram zu erledigen, den ich natürlich sorgfältig las, bevor ich sämtliche Haftungsausschlüsse usw. unterschrieb. Die übrigen Gäste hatten bereits ihr Equipment erhalten, als das Personal mich aufforderte, die Unterlagen jetzt bald abzugeben. Die Fahrt zum Reef dauerte ca. 1,5 Stunden. Unterwegs erläuterte unser Tauchlehrer uns die wichtigsten Grundlagen für unsere Intro-Dives. Und dann war es plötzlich so weit. Wir bereiteten uns zügig auf unseren ersten Tauchgang vor. Bikini, Stinger-Suite, Taucherbrille & Schnorchel, Flossen, Gewichte, Tauchrucksack mit Flasche und Atemregler... Wie kommt man mit dem ganzen Equipment jetzt ins Wasser? Brille festhalten und kopfüber ins Wasser fallen lassen.

Im Wasser erprobten wir kurz unsere Basis-Skills (Wie bekomme ich Wasser aus der Brille und dem Atemregler?) und ehe wir uns versahen waren wir auch schon abgetaucht. Zum Glück war Chris, unser Tauchlehrer, ein absoluter Profi. Während des ersten Tauchgangs war ich zwar fast nur mit Atmen beschäftigt, so dass ich kaum Zeit hatte die Korallen und die bunten Fische zu bewunden, aber durch die Ruhe, die Chris ausstrahlte, war es trotzdem ziemlich entspannt. Nach ca. 30 Minuten waren wir wieder an Board des Schiffes.

Bei meinem zweiten Tauchgang war ich dann schon mit Chris alleine, da ich alle Tauchgänge bereits im Vorfeld bezahlt hatte. Das Atmen klappte diesmal schon viel besser und ich konnte die Unterwasserwelt das erste Mal richtig genießen. Unten sah ich jede Menge Fische, riesige Muscheln und einen schlafenden Hai. Nach ca. 45 Minuten waren wir wieder oben und bald darauf war es Zeit, das Boot zu wechseln. Wie sich herausstellte liegt das große Boot mit den Schlafkojen während der gesamten Saison draußen im Reef und die Übernachtungsgäste reisen auf dem Tagesboot an und ab.

Auf dem großen Boot wurden wir wieder sehr nett von der Crew empfangen. Gegen 4 war es Zeit für den 3. und letzten Tauchgang des Tages. Da Chris auf dem Tagesboot geblieben war, wurde mir ein anderer Tauchlehrer zugeteilt. Leider hatte er offensichtlich nicht so viel Erfahrung wie Chris und war irgendwie darauf versessen, mir winzig kleine Tierchen zu zeigen. In Summe war dieser Tauchgang für mich wesentlich hektischer und weniger interessant. Zurück an Deck machten wir uns bereit für das Abendessen. Nach Einbruck der Dunkelheit hatten die zertifizierten Taucher die Möglichkeit noch einmal runter zu gehen. Alternativ konnten wir beobachten, wie die Crew eine große Menge Fische und auch einige Haie mit Futter anlockten.

Am nächsten morgen um 6 war der erste Tauchgang angesetzt. Ich wollte die Möglichkeit nutzen, um zu schnorcheln. Die See war aber ziemlich unruhig und als ich im Wasser war dachte ich schnell "Ich will nicht!". Unser Guide sah das zum Glück ähnlich und fragte nach ca. 1 Minute wer noch Interesse hat weiter raus zu schwimmen. Wir entschlossen uns spontan sofort an Board zurück zu kehren.

Nach dem Frühstück war es Zeit für meinen 4. Tauchgang. Diesmal sollte ich mit Will zusammen tauchen. Will war deutlich gelassener als sein Kollege vom Vortag und nachdem wir die wichtigsten Basics noch einmal im Schnelldurchlauf durchgegangen waren, gingen wir zusammen runter. Anders als seine Kollegen fasste Will mich bei der Hand. Unten gerieten wir in einen riesigen Fischschwarm, was ziemlich beeindruckend war. Und während wir dort unten so vor uns schwammen dachte ich irgendwann: Das ist wie Spazieren gehen! Die bunten Korallen des Reefs könnten auch Blumen und Bäume sein und anstelle von Vögeln fliegen dort unten Fische herum.

Zurück an Board schien zunächst alles in Ordnung zu sein. Nachdem wir eine Weile an Deck gesessen hatten wurden einige Teilnehmer und die Crew jedoch zunehmend unruhig. Wie sich herausstellte wurde ein Taucher vermisst. Eine Gruppe von 3 Tauchern musste auftauchen, da der Sauerstoff knapp wurde. Unter Wasser war ansonsten alles ok. Aus irgendeinem Grund war einer der drei aber nicht mit nach oben gekommen und wurde seither nicht mehr gesehen. Alle beobachteten zunehmend nervös die Wasseroberfläche, die aufgrund des Windes immer noch ziemlich rau war. Als sich nach 15 oder 20 Minuten immer noch nichts tat, schickte die Crew uns nach drinnen. Der Schrecken und die Sorge stand vielen deutlich ins Gesicht geschrieben. Ich selbst konnte es auch überhaupt nicht fassen und sah uns schon in den Nachrichten. Nach ca. weiteren 10 Minuten kam dann endlich Entwarnung! Der Taucher war gesund und munter wieder aufgetaucht - nur an Board des falschen Bootes... Im Reef war zu der Zeit auch wieder das Tagesboot unterwegs, welches einen ähnlichen Schriftzug trägt, wenn es auch deutlich kleiner ist. Der Taucher, auf advanced level zertifiziert und offenbar ein guter Schwimmer, hatte mal eben eine nicht unerhebliche Strecke bei ungemütlichem Seegang hinter sich gelegt. Die ganze Hektik und Panik wäre allerdings wohl unnötig gewesen, da die andere Schiffs-Crew bereits seit 20 Minuten versucht hatte unser Boot per Funk zu erreichen...

Nach diesem Ereignis war ich SEHR unsicher, ob ich den 5. Tauchgang noch machen wollte... Dieses ganze Kleingedruckte und die häßlichen Haftungsausschlüsse gingen mir wieder durch den Sinn. Nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht hatte entschloss ich mich dann aber doch, es zu wagen - und habe es nicht bereut! Auf meinen Wunsch durfte ich erneut mit Will runtergehen. Dieses Mal wollte er zu einem Abschnitt im Reef, der am anderen Ende des Bootes lag. Da die See immer noch unruhig war, schwammen wir ein Stück unter der Wasseroberfläche. Nach einigen Minuten checkte Will mehrfach und etwas verwirrt seine Navigationsgeräte und schrieb dann auf seine Unterwassertafel: "Eigentlich müssten wir jetzt das Reef sehen?!" Ich konnte natürlich nur mit den Schultern zucken und hoffte, dass es nicht sein Ernst war. Wenige Meter weiter fanden wir dann aber das Reef und machten uns auf zu unserem nächsten Unterwasser-Spaziergang. Zum letzten Mal bewunderte ich wunderschöne Korallen und die Größe des Reefs. Insgeheim hatte ich gehofft noch eine Schildkröte zu Gesicht bekommen, aber als sich unsere Zeit zum Ende neigte, gab ich die Hoffnung auf. Wir sahen noch einen Barrakuda, was mich freute. Und dann, quasi zum krönenden Abschluss, schwamm doch noch eine Schildkröte vorbei!

Zurück an Board checkten wir aus und aßen zu Mittag. Anschließend hatten wir eine Pause und warteten auf unseren Transport zurück auf das Tagesboot. Als die Boote zusammengebracht werden sollten, riß jedoch ein Seil, so dass eine sichere Verbindung nicht hergestellt werden konnte. Ein Ersatzseil war offensichtlich nicht verfügbar. Nach einer Weile fing die Crew an die Passagiere in kleinen Gruppen mit einem Schlauchboot überzusetzen. Eine ziemlich nasse Angelegenheit... 

Zurück in Cairns war ich völlig erledigt und nach 2 Tagen auf dem Boot schwankte der feste Grund unter meinen Füßen. Ich sprach noch mit meinen Eltern und wankte dann ins Bett.

Am Montag hatte ich zum Glück kein festes Programm, also konnte ich ausschlafen. Nach dem Frühstück ging ich in die Stadt, denn ich wollte mir eine Massage gönnen. Die örtliche Empfehlung deutete auf einen Thai Massage Salon, wo ich direkt ohne Voranmeldung an die Reihe kam. Vielleicht hätte ich mich im Vorfeld doch etwas genauer über Thai Massagen informieren sollen... Nach einigen Minuten wunderte ich mich, woher die zierliche Dame so viel Kraft in den Händen hatte. Bis ich feststellte, dass sie auf meinem Rücken und meinen Beinen herumlief! Na ja, ich hätte das vermutlich wissen müssen. Nach einer Stunde fühlte ich mich gut durchgeknetet, ziemlich entspannt aber ein wenig so, als hätte mich jemand verprügelt. In der Stadt besorgte ich noch die letzten Souvenirs bevor ich mich am Hostel in den Pool warf um den Rest des Tages zu chillen. Abends stand die legendäre BBQ-Night an. Diese findet traditionell 1x pro Woche gemeinsam mit dem Schwester-Hostel Tropic Days statt. Für schmale 14 Dollar gibt es Känguru, Emu, Krokodil und Salate satt.

Am Dienstag stand mein letzter Ausflug in Australien auf dem Programm, der mich in das nahegelegene Regenwald-Dörfchen Kuranda bringen sollte. Mit dem Bus ging es zum Startpunkt der Skyrail Rainforest Cableway, der längsten Seilbahn der Welt. Über eine Strecke von 7,5 km mit 2 Zwischenhalten "fliegt" man praktisch über die Baumkronen des Regenwaldes. Kuranda selbst ist ein recht touristischer Ort mit vielen kleinen Geschäften, die neben Souvenirs und Hippie-Gedöns auch Handwerkskunst und Aborigine Malerei anbieten. Ich besuchte dort das Butterfly Sanctuary und erfreute mich an dem bunten Geflatter. Nachmittags streunte ich ausgiebig durch die Shops ohne jedoch viel zu kaufen, bevor ich mit dem Bus zurück nach Cairns fuhr. Zurück im Hostel sprang ich noch einmal in den Pool und überbrückte so die Zeit bis zum Abendessen. Mit einem netten Italiener suchte ich die Green Ant Cantina auf - ein ausgesprochen gutes mexikanisches Lokal.

Am nächsten Morgen packte ich final meinen Rucksack für die Rückreise nach Deutschland und war froh, dass ich am Ende alle Klamotten und Souvenirs hineinbekommen habe. Nach dem Check-Out hatte ich noch jede Menge Zeit, da mein Flieger erst am Nachmittag ging. Zum Glück gab es am Hostel einige Hängematten. Mit dem Shuttle ging es mittags zum Flughafen, wo ich weitere Stunden überbrücken musste, da mein Flieger eine Stunde nach hinten geschoben worden war. Um 16:00 Uhr saß ich dann im Flugzeug auf dem Weg zum letzten Stop meiner Reise: Hong Kong

Liebe Grüße, Eure JIL

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