UNDERWAYGS®
TRAVELING AROUND THE WORLD

Reise nach Kirkenes

Nach zackigem Aufstehen machten wir uns auf den Weg in den Sampi Park. Wir wollten mehr über die Ureinwohner dieser Gegend kennen lernen. In der Region um Karasjok leben die meisten norwegischen Samis. Diese Gegend setzt sich sehr dafür ein, dass altes Handwerk und Traditionen am Leben bleiben. Hier findet man eine Samischule wo Renntierhaltung und Glasbläserei als Fächer auf dem Stundenplan stehen. Beim Einlass ins Zentrum kamen wir mit der samischen Glasbläserin ins Gespräch. Voller Leidenschaft erzählte sie über ihren Beruf, wie lange es dauert bis man in seinem Handwerk ausreichend Geschikt entwickelt hat und welche Farben welche Bedeutung in ihren Gegenständen haben. Weiter besuchten wir das dortige Theater, wo das Samileben von früher und von heute gezeigt und kritisch hinterfragt wird. Zu Beginn erhielten wir eine Führung  einer  Sami, die uns die traditionelle Kleidung, die Kinderwiege und andere gebräuchlichen Utensilien erklärte.  Anschliessend durften wir uns anschauen, wie die Sami heute Leben. Die Renntierhaltung ist immernoch zentral, jedoch durch die Schneemobile einfacher geworden. Diese ermöglichen der heutigen Generation sich in Häusern niederzulassen  und nicht den ganzen Winter auf Wanderschaft den Renntieren hinterher sein zu. Es gibt 9 verschiedene Samisprachen in den Ländern Norwegen, Schweden, Finnland und Russland, die sich untereinander nicht dasselbe Sami sprechen. Alleine für das Wort Renntier existieren ca. 200 Ausdrücke. Weiter ging es in der Führung über die Samis der Vergangenheit. Beeindruckend wie die Urahnen das Renntier auf diverse Arten genutzt haben. Es diente als Arbeits- und Nutztier. Man ernährte sich aus dessen Milch, nutzte das Renntierfleisch, Pelze wurden für Winteranoraks gebraucht und die Haut zu Schuhen weiterverarbeitet. Das Renntier wandert stets umher auf der Suche nach Nahrung.  Der Sami begriff schnell, dass er dem Renntier zu folgen hatte, wenn er aus diesem einen Nutzen ziehen wollte. In der Samischen Kultur ist das Renntier so stark verwurzelt, dass die Menschen glauben, die Welt sei aus einem Renntier entstanden. Die Flüsse aus dessen Venen, die Sterne aus dessen Augen, die Wälder aus dessen Skelett und das Herz tief in der Mitte der Erde vergraben. Wenn man genau hinhört kann man den Rythmus hören, denn solange das Herz des Renntiers in der Mitte der Erde schlägt, so lange existiert die Erde.  Da genau dieses Herz auch in uns Menschen schlägt werden wir immer mit der Erde verbunden sein, auch nach unserem Tod. In der Samischen Kultur glaubt man, dass nach dem Tod die Seele in den Himmel empor steigt und den Kontakt durch das Nordlicht immer zur Erde beibehält. Berührt und beeindruckt verliessen wir den Sami Park, schauten uns noch das umliegende Gelände an, bevor die Reise weiterging. Unser Ziel war Kirkenes an der Russischen Grenze. Die Fahrt genossen wir so gut es ging bei kalten Temperaturen, Regen und Schneefall. Leider erwartete uns sowohl in Neiden als auch in Kirkenes ein geschlossener Campingplatz. Da wir bei 2 Grad und gefühlten minus 20 Grad nicht ohne Heizung übernachten wollten, beschlossen wir nach langem hin uns eine Nacht in einem Hotel zu gönnen.

Zurück zum Reiseblog

        


Hinterlasse eine Antwort

Name *
E-Mail *

Wer reist hier?

    Profil von Michael
            

    Jetzt eigene Reise planen

    UNDERWAYGS ermöglicht dir, deine Reisen mit anderen Personen zu planen und deine Erfahrungen in Bildern und Reiseberichten zu teilen. Mit den vielzähligen Funktionen, die UNDERWAYGS dir bietet, bist du bestens auf deine Reise vorbereitet. Probiere es aus und plane deine eigene Reiseroute, schreibe deinen Reiseblog!

    Jetzt loslegen

UNDERWAYGS
Reisen
Reisen
Orte
Orte
Ratgeber
Blog
Community
Freunde
Events
Über
Nach oben scrollen