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TRAVELING AROUND THE WORLD

Das Weißbrot auf'm Kiez

Heyho du alte Landratte,

heute werde ich dir nicht wieder von unseren Erlebnissen aus den letzten Tagen vorschwärmen, sondern mal versuchen dir ein bisschen von der emotionalen Ebene unserer Reise zu berichten. Denn letztendlich sind es doch auch genau diese Begleiterscheinungen, Menschen und Situationen, von denen wir uns noch so viele auf dieser Reise erhoffen. Also jetzt wirds knallhart und ehrlich.

Wieso haben wir eigentlich so viele Geld zusammengespart für ein Jahr im Ausland? Wahrscheinlich sind es zu viele Faktoren, um alle davon aufzuzählen, aber dazu gehören aufjedenfall die Abenteuerlust, die Neugierde auf andere Menschen, auf andere Religionen und natürlich auch anderes Essen. Einige dieser Punkte haben wir schon erleben dürfen und da gibt es noch diesen einen Satz, an dem so viel Wahres dran ist, wie an wohl keinem Zweiten. "Wir wollen dem Alltag entfliehen!" Und genau so ist es auch, wir haben hier schon alle Aufstehenszeiten durch, inklusive einer Nacht auf dem Flughafen, haben zwischen Sushi All-you-can-eat und einem trockenen Brötchen schon alle Budgets ausgereizt und ausprobiert. Das Ganze kann aber auch immer einen Haken haben, denn wir müssen hier täglich so viel mehr Entscheidungen fällen, dass natürlich nicht immer Einigkeit besteht. Das beginnt mit dem Frühstück und die Frage was wir uns kaufen; Was auf dem Supermarkt? Aber das gefüllte Croissant sah auch nicht schlecht aus! Sollen wir einen Kaffee trinken oder sollen wir uns lieber später in der Stadt einen gemütlichen Ort suchen und uns dort etwas holen?! Ich denke, es ist für uns ein Vorteil als Paar zu reisen, und dass wir uns schon seit knapp vier Jahren kennen, ich glaube, eine Freundschaft hat es auf so einer Reise deutlich schwerer. Beispiel gefällig? 

Vorgestern haben wir uns entschlossen eine eigene Tour durch die Altstadt von Lissabon zu unternehmen. Marvin hat sich schon von Anfang an zum Reiseleiter erkoren und stellte einen Plan auf, welche Bahnstation wir am Besten verlassen würden und welchen Weg wir dann Richtung Stadtzentrum einschlagen. Soweit so gut. Zu Beginn sah es auch so aus als würde seine Route aufgehen, doch irgendwann verlor er etwas den Faden und wir mussten uns durch die Straßen fragen. Was für eine Schmach, was für eine Niederlage. Wer mich kennt, der weiß, dass ich in so einer Situation ein kleines Pulverfass bin. Dieses Erlebnis kam einem Wochenende gleich mit Niederlagen von Werder und Wendisch, gaaaanz schlechte Mischung. Aber Lisa kennt mich gut und wir schwiegen uns die nächsten 20 Minuten an, erst auf der Rückfahrt machte Sie einen kleinen Witz über meinen Fauxpas und wir lachten uns gegenseitig an.

Dann gibt es diese Menschen, die deinen ganzen Tag auf die Kopf stellen können, weil Sie dermaßen positiv sind, dass wir wirklich versuchen werden und hiervon eine Scheibe abzuschneiden. Gestern haben wir eine Free Walking Tour mitgemacht, das ist eine Tour bei der man nur so viel bezahlt wie man möchte und diese Touren werden meistens auf Englisch geführt. Eigentlich wollten wir diese Tour schon am Sonntag machen, aber die Betreiber dieser Free Walking Tours sind wahre Genies. Beginn sollte der Cais do Soile sein, eine der größten Metrostationen in Lissabon. Wirklich lustig oder?! Finde da mal eine Gruppe von 10 Leuten. Ich mein, wenn ich mich mit meinen Freunden auf dem Stadtfest verabrede, dann sag ich doch auch nicht : "Wir treffen uns am Sande, Ihr erkennt mich an den schwarzen Schuhen". Naja, im zweiten Anlauf hat es ja geklappt und wir lernten Yuri kennen, unseren Guide. Der Typ war im positiven Sinn nicht ganz dicht. Der tanzte, sang und rappte uns Teile der Geschichte von Lissabon vor und die knapp drei Stunden vergingen wie im Flug. Danach waren wir wirklich positiv berührt von seiner Art das Leben zu leben und wie er mit einer Gruppe von völlig fremden Menschen umgegangen ist.

Diese Energie nutze ich direkt, als ich einen Selfiestickverkäufer und einen Jungen mit Benficatrikot den Ball hochhalten sah. Ab hin da! Und ohne ein Wort zu wechseln ließen wir den Ball laufen, an einem Platz der geflutet war von Touristen. Ein tolles Gefühl! Ohne Charme und ohne über die Außenwirkung nachzudenken, einfach mal Spaß haben.

Passend zum Thema Außenwirkung: Wir wohnen im Moment in einem Viertel etwas außerhalb der Stadt, indem circa 90% der Menschen farbig ist. Die anderen 9,99999% sind dunkelgebrannt und haben dunkle Haare, so wie Lisa, die hier überhaupt nicht auffällt. Und dann gibt es da noch mich. Das Weißbrot auf'm Kiez. Mich würde man hier aus einem Hubschrauber in Höhen von 300 Metern ohne Fernrohr orten können. Ein lustiges, aber auch gleichzeitig komischen Gefühl eine Minderheit zu sein. Das kannte ich so auch noch nicht.

Ich hoffe du konntest einen Eindruck von unserem Leben hier einfangen.

Ciao, Ciao

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