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Zusammen in der Kammer des Schreckens

Hey Leute,

wer heute eine geile Geschichte von einer marokkanischen Küstenstadt oder einem Ausflug in die Sahara lesen möchte, der ist hier leider falsch.

Was war passiert?

Lisa und ich haben uns jeweils eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, wahrscheinlich von der Tajine, die wir so lecker fanden. Das Ganze äußerte sich dann in Form von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindel. An sich sind das ja leider Gemütszustände, die fast jeder von uns mal kennt, von einem Magen-Darm-Infekt. Allerdings wurde unsere Abwährtsspirale durch unsere Unterkunft nur weiter beschleunigt: Kleines Zimmer ohne Fenster, ohne Klimaanlage bei 40 Grad draußen und nebenan das Bad. Nebenan das Bad? Sollte doch eigentlich ein Vorteil sein, wenn es einem nicht gut geht oder? Schon, aber das Abwasser hat hier einen so beißenden Geruch, dass es einem schon im fitten Gesundheitszustand die Nase rümpfen lies. So vergingen die Stunden in unserer Kammer des Schreckens, aber was ist das schon für eine richtige Geschichte, wenn diese nicht noch eine weitere Wendung für uns offen halten würde?! Wahrscheinlich gar keine.

Also sollte es so kommen, dass wir beide wirklich nicht mehr weiter dort liegen konnten. Wir mussten zum Arzt! Glücklicherweise fanden wir im Internet eine Adresse von einer deutschen Ärztin hier in Marrakesch mit super Bewertungen, diese Ärztin würde unsere Rettung sein, da waren wir uns sicher. Wir schürten unseren verbliebenen Kräfte und suchten uns ein Taxi zu der Praxis. Dort angekommen wollten wir durch das Gartentor Richtung Eingang. Verschlossen. Ein Arbeiter von der Straße gestikulierte neben uns und sprach in einem abgebrochenen französisch. Als er einen Zettel zu uns umdreht, war seine Botschaft an uns klar: Die Praxis ist im Urlaub. Puh, das war tatsächlich das Schlimmste, was uns nun passieren konnte, aber keine Sorge es gibt immer Marokkaner mit einem tollen Tipp für Dich: (An dieser Stelle möchte ich eine selbst erstellte These anbringen: Traue nie, nie und ich meine niemals einem Einheimischen in Marokko) kein Problem, in 150 Meter kommt das örtliche Krankenhaus. Ohne Internet, ohne viel Zeit in unserem Zustand und ohne viele Gedanken zu verlieren, trotten wir zum Krankenhaus. Ich möchte über diesen Ort so wenig Worte wie möglich verlieren, da wir dieses Ereignis aus unseren Erinnerungen verdrängen wollen, aber soviel: Es war der schlimmste Ort, an dem wir je gewesen sind und es war die mit Abstand schwerste Zeit für uns beide als Paar. Die Zustände, Hygiene und Englischkenntnisse waren eine glatte 6.

Leider, und das sage ich natürlich nur aus unseren Erfahrung, sind die Marokkaner keine mitfühlenden Menschen. Taxifahrer oder Menschen an jeder Ecke versuchen noch Geld mit dir zu machen, so zahlen wir für unsere Rückfahrt vom Krankenhaus, hierzulande unverschämte, 5 Euro. 

Am nächsten Tag mussten wir uns eingestehen, dass unsere Pläne für Marokko nicht mehr zu machen waren. Wir mussten die Saharatour stornieren und unseren Aufenthalt in Essaouira absagen. Natürlich waren wir darüber ziemlich traurig, aber auf der anderen Seite haben wir seit gestern eine Unterkunft mit großem Bett, Klimaanlage und eigenem Bad. Hier fühlen wir uns wirklich besser.

Auf den Souk, den großen Markt in Marrakesch bringen uns keine 10 Pferde mehr, nicht weil dieser Ort keine Reise wert ist, sondern weil uns der Geruch auf den Straßen hier, immer noch zum Würgen bringt. Wie schon bei unserer Erfahrung mit dem Diebstahl aus dem Zimmer in Barcelona versuchen wir das Beste aus der Situation zu ziehen und treiben unsere weitere Reiseplanung voran und diese wird nun doch stark abweichen von der Reiseliste auf dieser Website. Warum? Wir haben festgestellt, dass uns zwei Wochen in einem Land mit so schwachem Lebensstandard einfach zu viel sind. Für Ägypten haben wir uns eine bessere Unterkunft gesucht, in Ländern wie zum Beispiel Indien oder Vietnam werden wir unsere Reisezeit drastisch kürzen. Denn wir machen diese Reise ja für uns und warum sollten wir uns länger an Orten aufhalten, wo wir uns nicht zu 100 % wohlfühlen.

Wer also tatsächlich mit den Gedanken gespielt hat uns besuchen zu kommen, der sollte aufjedenfall nochmal mit uns Rücksprache halten.

 

Liebe Grüße aus unserem klimatisierten Zimmer

 

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