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TRAVELING AROUND THE WORLD

Krüger Nationalpark Safari XXL

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wirklich wo ich hier anfangen soll, aber ich versuch es einfach mal so:

Nach unserem Nachtflug mit Egypt Air (seeeehr weiterzuempfehlen!), Richtung Johannesburg sind wir am Freitagmorgen gelandet und machten uns direkt auf den Weg zu unserem Leihwagen. Anders als aus Ägypten gewohnt, ging das Ganze recht flott und wir standen schon 45 Minuten nach der Landung vor unserem Hyundai i10 (unserem Partner für die kommenden drei Wochen). Ich hasse Menschen, die immer Klischees erfüllen und denen nach zwei Wochen in England die Wörter auf deutsch nicht mehr einfallen oder diejenigen, die natürlich zuerst auf der linken Seite einsteigen und mit einem künstlichen Lachen feststellen, dass das Lenkrad in Südafrika auf der anderen Seite zu finden ist. Und doch muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich die Fahrerseite geöffnet habe, um Lisa unser Trinken auf die Beifahrerseite zu bringen. 

Und dann ging das Abenteuer auch schon los! Mittlerweile klappt das Schalten mit der linken Hand schon einigermaßen passabel. Zu Beginn sah’s aus wie eine neue Disziplin beim Blindensport. Nach sechs Stunden Fahrt auf der Autobahn, über kleinere Berge und weite Landstraßen, hatten wir unsere Lodge erreicht, welche ungefähr 20 Kilometer vom Nationalpark entfernt war. Völlig aufgeregt, aber auch ziemlich erschöpft ging es ab ins Bett und zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch gar nicht, wie geil diese Reise werden sollte.

Als wir dann das Gate zum Park erreicht hatten, überkamen uns mehrere Gefühle, denn natürlich ist so einer Fahrt ein riesen Abenteuer. Viel tun kannst du in einem Hyundai i10 aber auch nicht, wenn ein Elefant sich überlegt, dass du ihm gerade nicht in seiner Umgebung passt. Diese Angst wurde aber schnell von den glücklichen Seiten überschattet.

Schon am ersten Tag haben wir eine riesige Horde von ungefähr 50 Elefanten gesehen, Nilpferde, Wasserbüffel, Giraffen, Zebras oder Gnus. All das aus unserem eigenen Auto. Oft waren die Tiere nur 10 Meter entfernt. Einfach nur großartig. Bei der ersten geführten Safari wurde das Erlebte noch einmal von einem Rudel Löwen und einem Leoparden getoppt. Wow, und unser Camp war einfach nur unglaublich! Mit Restaurant, einem kleinen Shop und jeder Menge Wasserstellen um uns herum. Am nächsten Morgen erkunden wir unsere Umgebung zu Fuß bei einem River-Walk. Wie der Name schon sagt, ging es für uns ans Wasser. Von hier aus konnten wir den Nilpferden und Krokodilen so nah wie nur möglich kommen. Das Fährtensuchen, die Umgebung außerhalb des Autos zu erkunden und die Geschichten der Ranger zu den Tieren sind unglaublich interessant. Das Olifantscamp war für uns auch das schönste Camp, trotzdem ging es weiter in das größte aller Camps, dem Skukuza. Auf dem Weg zählten wir auf, welche Tiere wir noch unbedingt sehen müssen: Hyänen, Nashörner, Geparden und und und... Als hätte die Savanne uns erhört, sahen wir bereits auf dem Weg eine Hyäne mit Babys, direkt neben der Straße und zwei Geparden. Außerdem machten wir eine Nachtsafari und durften zwei Löwen beim Babys machen zugucken, dreimal! In 15 Minuten. All das nur 20 Meter neben unserem Van.

Auf dem Weg zum Pretoriuskop Camp, unserem letzten Ziel, hatten wir die Hoffnung auf eine Nashorn-Sichtung schon etwas verloren. Dabei sind wir extra nochmal drei Stunden mit dem eigenen Auto auf Erkundungstour gefahren und dann... was war da zu sehen? Elefanten? Komische Elefanten. Lisa zückte die Kamera, zoomte ran und tatsächlich, etwa 200 Meter von uns entfernt konnten wir zwei der 5000 Nashörner hier im Park bestaunen. Ein letzter Haken auf unserer imaginären Liste von Tieren, die man gesehen haben muss. Check!

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir am nächsten Tag beim Morning Walk nochmal ein Nashorn sehen würden, welches nur etwa 200 Meter von uns entfernt graste. Selbst der Ranger war etwas angespannt und meinte wir sollen uns leise unterhalten, denn eine Begegnung mit einem solchen Riesen endet meist nicht gut.

Manche unserer Geschichten hören sich vielleicht zu gut an, um wahr zu sein oder dass wir sehr viel Glück hatten. Mit Sicherheit hatten wir das auch und wie heißt es so schön? Das Glück kann man nicht erzwingen. Stimmt so aber nicht ganz, denn unsere wochenlangen Recherchen zu den Ländern, zu der Safari und zu unseren Aktivitäten machen sich jetzt bezahlt und wir sind oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Man muss schon ein bisschen bekloppt sein, sich am Sonntag vier bis fünf Stunden hinzusetzten und Flüge zu checken, Blogs zu lesen und Tipps zu notieren. Ansonsten ist eine solche Tour mit dem Auto gar nicht möglich. Der Mietwagen war übrigens die beste aller Entscheidungen! Ich kann jedem nur empfehlen mit dem eigenen Auto eine Safari zu machen und die Unterkünfte beim Sanparks zu buchen. Diese sind völlig ausreichend und sehen wirklich gut aus.

Und für alle Schlangen-Fans wie mich noch eine kurze Gute-Nacht-Geschichte: Nachdem ich lange mit mir ringen musste diese Frage zu stellen, denn ich hasse Schlagen zwar, aber gleichzeitig faszinieren mich diese Geschöpfe auch, sprudelte die Frage aus mir heraus: Wo sind eigentlich die ganzen Schlangen? Die Kobras? Die Nattern oder die Mambas?

Der Ranger lachte und sagte: Sie können es fühlen wenn wir näher kommen und machen sich dann auf den Weg in ein Versteck. Die meisten Schlagen sind aber sowieso in den Camps, wo wir schlafen. Dann lachte er laut. Die Gruppe, etwas schockiert, aber dann auch erleichtert, begann mit zu lachen.

Dann dreht der Ranger sich nochmal zu Gruppe und sagte: Im Ernst, die meisten Schlangen sind in den Camps. Fast täglich werden wir gerufen, um die Schlangen aus den Hütten oder den Baderäumen zu entfernen. *Schluck* Okay, zum Glück haben wir nur noch eine Nacht im Camp vor uns.

Etwa 15 Minuten später auf dem Rückweg, als der Ranger uns fragen wollte zu welchem Tier dieser Haufen gehörte, sahen wir übrigens... eine Schlange! Direkt vor uns im Gebüsch, so nah, dass es gedauert hat bis wir sie überhaupt sehen konnten. Erst als der Ranger uns hektisch zu sich winkte mit den Worten „Move away! Move away!“, sahen wir sie. Direkt vor unseren Augen, zwar keine große Schlange, aber immerhin.

UPDATE: Am letzten Abend durften wir auf unserem letzten Ausflug noch ein Spektakel miterleben. Eine Löwenmutter hat sich in der Abenddämmerung ein Impala gerissen, soweit nichts Außergewöhnliches, wären da nicht genau bei unserer Ankunft auch circa 20 Hyänen durch Zufall auf die Löwin aufmerksam geworden. Immer wieder bissen und reizten die Hyänen die Löwin, die um ihre Beute,im wahrsten Sinne des Wortes,kämpfte. Vergebens! Mit dem typischen Hyänenlachen triumphierte die Masse und die Löwenmutter trottete mit einigen Bissverletzungen davon. Sowas gibts sonst nur bei National Geographic's. Unglaublich!

Morgen geht’s mit dem Auto weiter an die Küste. Yieha!

 

Macht’s gut Leute.

 

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