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Zeitreise nach Kuba

Zigarrenduft in der Luft, hinter dir ein Hupkonzert von Oldtimern und ein Cocktail mit Rum auf die Hand - so ist Kuba oder? Wir sagen ganz klar : Jein!

Dass Kuba das etwas andere Reiseziel ist merkt man schnell. Schon bei der Ankunft am Flughafen fühlten wir uns in einen der Filme im Stile der 60er und 70er Jahre zurückversetzt. Wo sich sonst im Flughafen KFC, McDonalds und Starbucks tummelten war nur eine gähnende Leere. Am Ausgang sind wir sonst immer ein großes Chaos gewohnt, in dem sich Taxis, Shuttlebusse oder der öffentliche Verkehr um die Reisegäste stritten, in Havana gab’s nur eine Option, das Taxi.

Als wir in unsere Unterkunft ankamen ging es gleich los mit einem Rundgang und der stellte unsere spanisch Kenntnisse gleich auf die Probe. Für das kalte Wasser gibt es einen Hahn, für das Warme eine Gasherd, aber nie zu lange laufen lassen! Toilettenpapier nie runterspülen und passt auf mit den Insekten. Gar nicht so einfach.

Am nächsten Tag ging es dann in das Stadtzentrum, aber schon der Weg dorthin ist ohne fließendes Spanisch kaum möglich. Erstmal rein in den Bus und dann hieß es quetschen und Luft holen. Wenn du dachtest in diesen Bus passt niemand mehr rein, kamen nochmal zehn neue Fahrgäste bis die Tür nicht mehr schließen konnte.So kamen wir gleich in den Genuss die dreckigen und armen Stadtviertel kennenzulernen, die oft nach verbranntem Plastik stanken. Doch nur wenige Gehminuten später waren wir am Kapitol, dem Eingang zum alten Habana, angekommen. Schon nach diesem kurzen Weg stockte uns der Atem, denn die Hitze gepaart mit der verpesteten Luft hatte es echt in sich. Bei einem Schluck Wasser sahen wir dann schon die Oldtimer in einer Reihe stehen. Pink, grün, blau, orange in matt oder glänzend, da war für jeden etwas dabei.

Zwei Straßen weiter tauchten wir dann in das Leben von Habana ein. Kubanische Klänge mit Tänzern, ein Souvenirshop jagte den Nächsten und die Rikschas düsten alle Nase lang an dir vorbei. An der Straße gab es Churros und eine unverschämt leckere Eisschokolade im Museo del chocolate.Wahnsinn oder? Ehrlich gesagt waren wir gar nicht so begeistert, denn wir hatten uns Havana irgendwie traditioneller, etwas uriger, etwas authentischer vorgestellt. Authentisch ist wohl genau das richtige Wort, denn eine komplette Straße mit Souvenirs war völlig übertrieben, genauso wie die Preise in den Cafés und die tanzende Parade die täglich durch die Gassen zieht. Diese lebensfrohe Art, die wir bei einer solchen Reise erwartet haben, war schon irgendwie vorhanden, aber irgendwie auch nicht. Besonders abseits der Touristraßen wirkten die Einheimischen genervt, genervt von den ganzen Fotos, die hier von jedem Kleinkind gemacht werden, genervt von den total überteuerten Preisen in ihrer Heimat und mit Sicherheit auch etwas neidisch auf die großen Reichtümer der Ausländer. Ich kann es Ihnen nicht verdenken, aber wir haben wirklich viele unfreundlich Kubaner getroffen, die Lisa anstarrten oder mich als „Motherfucker“ beschimpfen, weil ich beim 300 mal „where are you from?“ meine Antwort verweigerte. Außerdem wurden wir tagtäglich auf die Probe gestellt, denn bei jedem Rückgeld musst du genau kontrollieren. Versucht uns zu bescheißen hat fast jeder : der Busfahrer, der Straßenverkäufer, das Restaurant und natürlich die Oldtimerfahrer.

Es klingt alles etwas negativer als es eigentlich war, denn wir genossen die Fahrt mit einem Oldtimer, den Kauf eine Zigarre und auch den Cocktail, aber vielleicht hatten wir einfach zu hohe Erwartungen an dieses Land. Einem Land in dem eine Stunde WLAN 2,50€ kostet und nur an öffentlichen Plätzen verfügbar ist und im Supermarkt auch mal das Wasser ausverkauft sein kann.

Ein Land in dem es Einheimische gibt die von 20 CUC im Monat leben müssen, der gleiche Preis gilt für eine Taxifahrt zum Flughafen. Wir haben diese Reise genossen und Havana ist immer noch gut für ein paar Tage der Idylle, aber das alte Kuba aus unserer Vorstellung wird es wohl nie wieder geben.

Am Mittwoch kommen wir in den USA an! Oh mein Gott! Langsam müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es bald wieder Graubrot und Mett zum Frühstück gibt. Wenn ich so darüber nachdenken, freue ich mich schon riesig!

 

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