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Woofing Courtenay

Unsere erste Farm - oder besser gesagt unsere erste "Selbstversorger-Familie" war großartig und die erste Wwoofing-Erfahrung somit richtig gut.

Die Familie bestand aus einem Pärchen mit zwei Gänsen und vier Enten. Die Hühnchen waren zu dieser Zeit bereits tiefgefroren im Froster:-). Mike, 48 und gebürtiger Amerikaner, Jenn, 42 und gebürtig von Vancouver Island. Beide waren sehr angenehm, sympathisch und unkompliziert. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, ausgebeutet zu werden oder irgendwie nur Arbeitskräfte zu sein. Im Gegenteil. Wir wurden super lecker bekocht, immer frisch und quasi direkt aus dem Garten. Bereits am ersten Abend stand ein ganzer Chicken-Braten im Rohr, zusammen mit Süßkartoffeln, Kartoffelwedges, Rote Bete Salat, Gurkensalat und in Bastkörben gedämpfter Grünkohl-Mix ergab dieses erste Dinner einen ersten Vorgeschmack auf die nächsten Tage. Bereits am ersten Abend lernte ich die Routinen mit den 2 Gänsen und den 4 Enten kennen und sammelte bereits die ersten Enteneier ein. Diese sollten wir in den kommenden Tagen reichlich essen. Da gerade Erntezeit für Zucchini und Gurke war, gab es auch diese in ausreichenden Mengen: morgens im Omelette, mittags in der Suppe oder als Gemüse, abends als Gemüse oder Salat. Immer wieder anders, jedoch in ausreichender Menge.

Am ersten Arbeitstag haben wir im Gewächshaus die langen Zweige von Süßkartoffelpflanzen nach oben gebunden (die Süßkartoffeln sind ein neues Projekt und Mike hatte gelesen, dass das wohl gut sei) und in mühevoller kleinarbeit büschelweise Lauch ausgestochen, die Wurzeln der Setzlinge behutsam in Wasser voneinander getrennt und einzeln in einem Abstand von 2cm getrennt voneinander wieder eingesetzt ("Die hab ich wohl etwas zu nah ausgesäht", meinte Mike mit einem Lächeln im Gesicht). Diese Aufgaben hatte uns Mike am Vorabend erklärt, da Mike und Jenn am Mittwoch beide bis abends arbeiten mussten.

Am zweiten Tag haben wir Bohnen und Möhren geerntet, ein neues Beet angelegt, mit dem Bewässerungssystem versehen und neue Bohnensamen wieder einsetzt. Diesen Tag haben wir etwas verkürzt (5 Tage à 5h waren ausgemacht und Mike wollte dass wir auf keinen Fall mehr arbeiten:-)) und sind am Nachmittag zum Mount Washington (einziges Skigebiet auf Vancouver Island) gefahren, um eine Wanderung durch den Strachcona Provincial Park zu unternehmen. Da der Berg etwas in den Wolken hing war die Aussicht nicht immer optimal und die Bilder etwas dunkel. Diese Tour eignet sich jedoch ansich nicht unbedingt, um eine schöne Rundumsicht zu genießen. Der Park ist beinahe flach angelegt und man passiert einige zauberhaft gelegene Seen. Erst der dritte von drei Loops war überwiegend ohne die bereits bekannten Holzplanken angelegt und dadurch etwas fordernder - jedoch keineswegs schwierig. Auch erst in diesem dritten Loop gibt es durch einiges Auf und Ab ein paar Höhenmeter zu überwinden. Um diese Strecke in 4,5h zu schaffen, muss man jedoch schon strammen Schrittes unterwegs sein, wir hatten jedoch einfach nicht mehr Zeit;.).

Am dritten Tag haben wir morgens unser Auto zum Mechaniker gebracht (Mike hat dies ganz toll für uns arrangiert), um dann auf dem Rückweg Alpacca-Poo (Scheiße) auf den Truck zu laden. Wir haben also ca. 20-30min Scheiße auf den Truck geladen, um diese dann ca. 30min wieder abzuladen und mit Hühnchenmist zu vermischen. Ich kann nicht sagen, dass es eklig war, gerochen hat es jedoch nicht so toll - und unsere erste Blase haben wir uns auch geholt:-). Nachmittags haben wir dann angefangen, den Urwald seitlich des Hauses für den kommenden Tag vorzubereiten. Am Samstag sollte nämlich, wie von Beginn an angekündigt, ein richtig langer Arbeitstag werden. Mike hat also mit der Motorsäge die bereits gefallenen Bäume geschnitten, Andy und ich haben abwechselnd mit einem größeren Randschneider den Urwaldboden klein gemacht und der Dritte hat das Zeug aus dem Wald geschafft. Work out war an diesem Tag nicht mehr notwendig und wir haben den Abend ruhig ausklingen lassen. Schließlich sollte der Samstag ja anstrengend werden.

Am Samstag, dem vierten Tag, war nun Großkampftag. Ein kanadischer Lumberjack (Holzfäller) ist mit schwerem Gerät angerückt (Lastwagen mit Häcksler, Holzspalter) und hat gekonnt ca. 40-50 Bäume gefällt. Dabei hatte er die Fallstelle und die Abmessungen des Baumes stets im Blick und die Bäume sind perfekt z.B. zwischen Entengehege und Gewächshaus zum liegen gekommen. Dies war durchaus bewunderswert. Doch dann ging die Arbeit für uns erst los. Die Männer haben mit Kettensägen zunächste die Äste der Bäume abgeschnitten, die wir sodann zum Häxler brachten. Die Holzspäne wurden im Lastwagen gesammelt und sollten später dem Wald wieder zurückgegeben werden. Wenn der Baumstamm freigelegt war wurde dieser in "tragbare" Teile zerteilt und aus dem Wald getragen. Da der Holzspalter aus logistischen Gründen an einer anderen Stelle stand habe ich die Holzblocken mit einer Art Rasenmähertraktor dorthin gebracht. Jenn und ihre Mum haben den ganzen nachmitag gespalten und das Holz aufgetürmt. Gegen 5pm haben wir entschieden, dass Bear-Time ist - wir waren alle richtig müde. Andy und ich hatten eine kurze Dusche (die Deutschen hätten sonst gefroren:-)) und haben uns dann das Bier bzw. den Cider gegönnt. Dave und Jenny, die Holzfäller, sind ebenfalls noch geblieben und so wurde es eine lustig Runde mit Burger, Peach-Cake und ausreichend Bier und Cider.

Am fünften und letzten Arbeitstag haben wir mit der Arbeit vom Vortag weitergemacht (es ist noch Arbeit für ca. 2 Wwoof-Wochen übrig). Andy bekam nun die Kettensäge in die Hand und hat mit Mike den Wald zerkleinert. Jenn und ich haben gespalten und gestapelt. Mittags haben wir uns kurz saubere Shirts angezogen und sind zu einem Garlic-Fest gefahren, auf dem der Bee-Club einen Stand hatte (Jenn ist die Präsidentin des Bienen-Clubs). Da war richtig was los, wenn man bedenkt, dass dort nicht so viele Menschen leben. Ich habe mich natürlich einmal durch die Angebote probiert (Pestos, Chutneys, Marmeladen, etc.) und dann der kleinen Band im Freien gelauscht. Nachmittags haben wir noch etwas weitergearbeitet und uns dann entspannt auf die Couch gesetzt. Für mich hat die Suche nach Hosts im Oktober und November wieder begonnen.

Die 6 Nächte waren richtig toll, Jenn und Mike wirklich tolle Hosts und ich kann nur sagen: die erste Wwoofing-Erfahrung war prima. Die Rehe leben hier so nah bei den Menschen, dass diese relativ unbekümmert auf dem Grundstück stehen und den vielen Menschen beim Fällen der Bäume zusehen. Laut Jenn und Mike gibt es sogar zu viele, dass diese zwingend durch den Menschen dezimiert werden müssen (aus Mangel an natürlichen Feinden). Auch einen Adler haben wir gesehen, den wir jedoch noch nicht mit unseren Kameras einfangen konnten.Wir haben noch Honig für unsere Reise geschenkt bekommen und haben zwei leere Behälter erhalten, damit wir noch Blueberries pflücken können. Leider sieht es gerade nach Regen aus und das motiviert nicht gerade zum Blueberriepflücken. Also auf zu unserer zweiten Wwwoofing-Farm.

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