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TRAVELING AROUND THE WORLD

Woofing Sointula

Am Tag, als wir unsere erste Farm verlassen haben, hat es morgens Hunde und Katzen geregnet und wir haben uns entschlossen, entgegen unseres ursprünglichen Plans, keine Blueberries im Regen zu pflücken sondern uns erst einmal auf den Weg Richtung Port McNeill zu machen. Trotz des Regens wollten wir den Tag nicht völlig dem „Transfer“ überlassen und sind nach Telegraph Cove gefahren. Dies ist ein kleiner Ort direkt am Meer, am nördlichen Ende der Johnstone Strait (eine Walroute) und ist deshalb für seine Walsichtungen bekannt. Leider zog das Wetter auf dem Weg dorthin erneut zu und es lud nicht zu weiteren Outdooraktivitäten ein. Somit haben wir lediglich ein paar nette Bilder der Häuser auf Holzpfählen gemacht und eine „Creamy Fishsoup“ probiert… die mediterrane Variante ist uns jedoch lieberJ.

Um 6.40 ging sodann die Fähre von Port McNeill nach Sointula (Malcom Island) und wir waren pünktlich um 7.30 bei unserer zweiten Farm angekommen. Nach einem kurzen Rundgang und dem Verstauen unserer Sachen in unserer neuen Cabin gab es noch ein kleines Abendessen (gebackener, frischer Lachs mit Quinoa-Rote-Bete-Auflauf) und wir verkrochen uns in unserer Cabin.

Am ersten Arbeitstag haben wir uns bewusst für mehr Arbeitsstunden entschieden und haben 6,5h gearbeitet (Jäten und Obstbäume zurückschneiden). Abgesprochen waren für 6 Nächte 22 Arbeitsstunden, die wir uns jedoch nach Belieben einteilen konnten. Da der erste Tag erneut feucht und kalt war, haben wir diesen Tag zum Arbeiten genutzt und anschließend die einzigartige, selbstgebaute Sauna probiert. In der Sauna stand ein kleiner Ofen, der von uns mit Holz befeuert werden musste. Da das Meer ausreichend Holz anspült und auch der Wald ausreichend Vorrat bereitstellt ist Holz keine Mangelware. Entgegen der deutschen Gewohnheiten ist man in Kanada schüchterner und trägt Badekleidung in der SaunaJ. Darüber hinaus war die Sauna wirklich ein Erlebnis und wir haben die drei Aufgüsse mit Blick auf Strand und Meer sehr genossen.

Am zweiten Arbeitstag haben wir erneut 6h gearbeitet. An diesem Tag haben wir fast drei Eimer Blueberries gepflückt, Bohnen geerntet, die Netze zweier Berry-Patches zum Trocknen hochgebunden, weitere Bereiche gejätet und Woodchips auf Pfade und Beete verteilt. Auf den Pfaden nutzen Kai und Pam Zedernholz, da dieses Holz etwas säurehaltig ist und dadurch das Wachstum von Unkraut unterbindet, auf den Beeten nutzen sie „den ganzen Wald“, d.h. Holzschnipsel, die aus Baumstamm, Ästen und Nadeln bestehen. Am Nachmittag hat das Wetter aufgerissen und wir haben an unserem Privatstrand gefaulenztJ. Es war frühes Essen geplant, damit wir anschließen (bei Hightide) noch einen kleinen Kajak-Trip machen und den Sonnenuntergang genießen konnten. Gegessen wurde an diesem Abend am Lagerfeuer. Ein ehemaliger Wwoofer aus Argentinien war zu Besuch und hatte frischen Lachs gefangen. Ergänzt wurde dieser Leckerbissen mit gebratener Wurst und abgeschlossen mit S´mores (ein in Nordamerika üblicher Lagerfeuersnack). Dies ist gegrillter Marshmallow auf einem Cracker mit Nutella (nein, natürlich war dies keineswegs süß oder gar kalorienhaltigJ). By the way, das Essen war erneut großartig und stets frisch. Pam hatte für die Deutschen regelmäßig frisches Brot gebacken, mittags gab es häufig selbstgemachte Suppen mit Zutaten aus dem Garten und auch abends war das Essen stets frisch und abwechslungsreich. Wir haben viele neue Ideen auch für unsere Küche mitgenommen und ich freue mich schon, einige Dinge hiervon zu Hause auszuprobieren (auch eine pfiffige KaffeekreationJ).

Am dritten Tag war der schönste von allen Tagen und wir haben auf 3,5h Arbeitszeit verkürzt. An diesem Tag haben wir die Woodchips fertig verteilt und die Himbeersträucher zurückgeschnitten. Anschließend sind wir mit Rädern zurück zur Fähre gefahren (5km), haben die Fähre via Port McNeill nach Alert Bay genommen (es gibt keine direkte Fähre auf die Nachbarinsel und so muss man über den Haupthafen fahren und einfach auf der Fähre bleiben – kostet aber keinen CentJ). Knapp die Hälfte der Einwohner von Alert Bay, nach eigenen Angaben 260, gehört den Ureinwohnern an, die meisten davon einem der 12 Stämme der Kwakwaka'wakw. Dies ist eine Gruppe von First Nations (Indianer), in deren traditionellem Territorium sich der Ort befindet. Auf der Insel kann man daher vor allem die Geschichte und Lebensweise der First Nations studieren (Museum) und auch indianische Skulpturen bewundern. Im Ort steht soll der höchste (?) Totempfahl der Welt stehen. Er besteht aus drei Teilen und ist 56,4 m hoch sein. Die Insel ist sehenswert, mehr als drei Stunden fanden wir jedoch nicht nötig (mit Museumsbesuch und Inselerkundung mit dem Rad).

 

Am vierten Tag stand bereits fest, dass es reichen würde, wenn wir in Summe nur 20h arbeiten, da wir erneut sehr schnell arbeiteten und Pam und Kai jeden Abend schon nach neuen Aufgaben für uns suchen musstenJ. Somit haben wir sowohl am 4. als auch am 5. Tag nur 2h gearbeitet und hatten anschließend Freizeit. An diesen Tagen haben wir den Rest des Gartens fertig gejätet (am Schluss hatten wir den gesamten Garten frisch gejätet), Calendula zurückgeschnitten (deadheading) und die Blütenköpfe zum Trocknen ausgelegt. Des Weiteren haben wir gelernt, wie man z.B. Salbei, Lavendel oder andere Pflanzen trimmt und neu pflanzt. Kai und Pam (sie ist Ärztin) haben beide ein enormes Wissen über Natur, Pflanzen, ökologische Bauweisen und es war stets eine große Freude, ihnen zuzuhören. Kai ist zudem auf diesem Besitz aufgewachsen und hat so gut wie alles selbst gebaut. Eine wirkliche Show war die Outhouse-Shower oder auch die Outhouse-Toilet. Ich würde so nicht auf ewig leben wollen, für 6 Nächte jedoch war dies eine richtige Wohltat zu unserem sonstigen Alltag. Ein wenig werde ich auch vermissen, beim Duschen oder b… nicht mehr den Wald und die Tiere begutachten zu können. Am Nachmittag waren wir dann noch am Bere-Point, der im Grunde perfekt für Walsichtungen ist. Leider zog am Nachmittag wieder der Fog über die Insel und wir machten nur eine kleine Wanderung (4h; Bere Point to Malcom Point und am Strand zurück). Irgendwie sollte das mit den Walen dieses Mal nicht so gut klappen.

Am fünften Tag (Samstag) haben wir unsere Gartenarbeit soweit erledigt und haben dann begonnen unsere Sachen für die Abreise am nächsten Tag vorzubereiten. An diesem Wochenende war Salmon Festival und wir haben uns zum Mittagessen mit Pam und Kai im Dorf getroffen. Da Lachs völlig unverständlicherweise erst ab 3 Uhr angeboten wurde, habe ich mein erstes Pulled-Pork-Sandwich getestet und es für gut befunden. Da das Festival schon eher kleiner ist im Vergleich zu unseren Festen haben wir am Nachmittag noch einen kleinen Spaziergang zum Big Lake unternommen (ca. 2,5h) und sind rechtzeitig zum Dinner wieder bei Kai und Pam gewesen. Die zwei hatten ein Pärchen zu Gast und es gab wieder sehr leckeres Essen mit schmackhaftem Dessert.

Wir hatten uns am Sonntag die Fähre um 11 Uhr ausgesucht und uns geistig schon auf frühen Aufbruch vorbereitet. Am Tag nach dem Salmon Festival scheint alles wieder panisch von der Insel runter zu wollenJ (Spaß, die Insel ist wirklich wunderschön und noch so etwas wie ein Geheimtip) und die Fähren sind deutlich überlastet. Pam und Kai sind gegen 9 Uhr in den Ort zum Frühstücken gefahren und haben sich für uns schon mal in die Schlange gestellt. Dies war jedoch schon zu spät, da die Schlange bereits zu diesem Zeitpunkt ewig lang war. Somit hatten wir bis 11 Uhr Zeit uns die Zeit etwas zu vertreiben, dann mit der sich bewegenden Schlange etwas weiter Richtung Fähre zu fahren, um dann noch bis 1.45pm auf die nächste Fähre zu warten. Man kann sich vage vorstellen, dass mich das nicht übermäßig begeistert hat, aber was soll man machen. Somit startete unsere neu gewonnene Freiheit (jetzt sollte unsere 6 wöchige Reisezeit beginnen) erst einmal mit Warten. Wir haben sodann eine ganze Box Brombeeren gepflückt, die dort wie Unkraut am Wegesrand wuchern, haben noch einen Sparziergang zum Little Lake J unternommen (ca. 1,5h) und dem hießigen Cafébetreiber 2 Coffee To Go abgekauft. Um 1.45 ging sodann die nächste Fähre, die uns auch wieder von der Insel brachte. Unser nächstes Ziel war wieder Courteney, nahe der ersten Farm, auf der wir gearbeitet haben.

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