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TRAVELING AROUND THE WORLD

Bloß kein langes Gesicht ziehen

...5,5 Std Flugzeit bis zur Osterinsel war schon recht lang, sollte sich aber als absolut lohnenswert herausstellen:

Tag 1

Nachdem es vormittags leicht, aber durchgängig regnete, was ich als Anlass für den obligatorischen Museumsbesuch nahm, war in der zweiten Tageshälfte feinstes Wetterchen. Mit dem Rucksack voll Wasser, Snacks und 1 Jacke für windige Höhen bin ich auf den Vulkan Puna Pau gelaufen, wo aus dessen roten Vulkangestein die Hüte der Moais hergestellt wurden. Dort ist mir zufällig Jose aus meiner Unterkunft begegnet. Für die insgesamt ca. 3,5 - 4 Std Wanderung bei recht schwülen Temperaturen hat Jose nichts weiter dabei als sein Handy und 1 Sonnenbrille. Socken waren auch nicht notwendig - man kann sich ja Blätter zwischen Ferse und Schuh klemmen... ach ja, Jose ist IT Fritze :D 

Der Rückweg über eine andere Route sei laut Jose auch nicht länger als der Hinweg. Man könne querfeldein abkürzen...na klar :D nix war! So konnte ich die schöne Landschaft wenigstens über die doppelte Weglänge genießen und noch bei der ehemaligen Kultstätte Akivi vorbeischauen. 

Tag 2

Tag der großen Tour in den Osten und Nordosten der Insel, zum riesigen Vulkan Rano Raraku, wo die Moais hergestellt wurden und noch haufenweise unfertige Moais herumstehen oder teils in der Vulkanwand "liegen". Ich denke einige kennen die Kartenapp maps.me. Wenn man da auf den Vulkan heranzoomt wird quasi jeder Moai angezeigt...irre viel! Insgesamt gibt es 887 dieser Glotzköpfe auf der Insel und alle wurden vom eigenen Volk gestürzt weil sie OOM (out of mana) waren. Harte Strafe. Und auch schwer anzusehen, wie viele der Moais buchstäblich ins Gras beißen :-( 

Abends war es recht entspannt, im Gespräch mit Jose konnte ich meine Spanischkenntnisse verbessern und er seine Englischkenntnisse. Solche "langsamen" Unterhaltungen sind eine prima und notwendige Ergänzung zu jedem Sprachkurs.

Tag 3

Heute war die höchste Erhebung der Osterinsel mein Ziel, der Tongavaka Berg. Wieder vollgepackt und mit für alle Eventualitäten ausgerüstetem Equipment war es ein recht angenehmer Aufstieg. Herrliche Aussicht. Bestes Wetterchen. Tiefenentspannte Ruhe. Einfach herrlich. Beim Abstieg traf ich wieder ein bekanntes Gesicht....Jose! Der Typ....macht sich auf 'nen über 20 km langen Trip mit Bergbesteigung als sei es ein 20 Minuten Spaziergang - ohne Jacke, ohne Rucksack, nur mit einer 0,5 Liter Wasserflasche, die bereits leer war xD Ich komm nicht klar :D er meinte er hätte genug Energiereserven und deutete auf seinen Bauch^^ hab ihm trotzdem Wasser gegeben... hachja.....diese IT Fritzen sind schon 'n lustiges Volk....

Der Tongavaka war schon nice. Der Rückweg hat das nochmal getoppt. Erst durch 1 Höhle, dann zur Küste während des Sonnenunterganges durch eine von Vulkangestein übersähte, unwirkliche Steppenlandschaft, mega! Überall chillen Wildpferde und Kühe, zu dieser Zeit war dort keine Menschenseele mehr zu sehen (was mich ehrlich gesagt etwas stutzig machte, aber wayne) nur Jose habe ich nach einer gewissen Zeit zurück Richtung Hanga Roa marschieren sehen :D

Dann war es mit einem Mal stockfinster. Mitten im Nationalpark und noch 1 Std bis zur Unterkunft...mach' dich lieber los. Hatte zum Glück zuverlässiges taktisches Equipment dabei, was leuchtet. Damit war der Heimweg kein Problem. Nur ein plötzlich wieherndes Pferd, was trotz Taschenlampe perfekt mit dem dunklen Hintergrund getarnt war und im Lichtkegel lautlos auftauchende Hunde sorgten für unnötige Adrenalinschübe :D da wird man etwas schreckhaft.

 Tag 4

Kleiner Spaziergang zum Orongo-Dorf und Vulkan im Süden der Insel, weiter zur Kultstätte Vinapu ("die Gefallenen") und mit dem Rückweg 1 mal um den Flughafen getrampelt.

Rückkehr nach Stgo

In der letzten Nacht ist ein astreiner Tropensturm über die Insel gefegt, permanent sind Äste aufs Dach geknallt, der Lärm durch den Sturm selbst war schon enorm sodass wir alle 4 Reisenden im Hostelhaus kaum 1 Auge zubekommen haben. Stromausfall auf der gesamten Insel rundet das Ganze ab. Morgens war ich dank Schlafmangels wie gerädert und mit einer Erkältung im Gepäck. Macht nix, ab in den Flieger und weitersehen. Flieger hat über 4 std Verspätung. Klasse. Jede Sitzmöglichkeit diente für 1 kleines Nickerchen. Flieger flog, Ankunft in Santiago um 23:30 Uhr. Totmüde, ich hätte im Stehen pennen können. Schnell zur U-Bahn und ins Hostel! U-Bahn fährt nach 23 Uhr nicht mehr!!!11@!! Prima, lass' mal wieder 'n Stückchen laufen. Taxi war keine Option, keine Bankfiliale hatte mehr geöffnet und ich war blank :D Und auf der Osterinsel gab's ja kein Strom. Gut, 00:15 im Hostel gelandet, sagt der Typ ich könne nicht mehr einchecken, weil es ja schon der nächste Tag ist, das System erlaubt es nicht XD will der mich verarschen?? Ich war fix und fertig & kurz davor, mich im Flur abzuparken und wegzupennen.... dann kam zum Glück el kompetenter Rezeptionist und hat die Sache binnen 2 Minuten geregelt... Mensch ey....

Ein ganzer Tag voller Tiefen... Wenn ausgleichendes Karma existiert dürfte ich also die nächste Zeit nichts zu befürchten haben. 

Abschließend noch eine Weisheit von Anna, die aufgrund einer Erkältung nicht alles auf der Osterinsel sehen konnte, was sie wollte. Ich sagte sie könne ja irgendwann noch mal wiederkommen, und sie so: "Ich komme bestimmt nicht nochmal hier her, die Welt ist viel zu groß um zweimal an den selben Ort zu reisen!"  :-) wo sie Recht hat....

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