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La ruta de la muerte

Schönes Wetter steht in La Paz bevor! Die Zelte werden in Sucre abgebrochen und mit dem Nachtbus beginnt 21 Uhr die 12 stündige Fahrt Richtung Norden im Doppelstockbus, obere Etage, erste Reihe, mit bester Sicht auf... Straßenblockaden! Kaum aus der Stadt raus wurde kilometerlang die Straße mit Felsbrocken, Baumwurzeln, Ästen und Autowracks verziert. Hinter jeder Bergkurve hat der Busfahrer eine schnittige Bremsung hingelegt, sobald im begrenzten Scheinwerferlicht das Geröll erschienen ist. Wir waren zum Glück nicht die Ersten, die die Straße passierten, sodass meistens schmale Passagen freigeräumt waren, durch die der Busfahrer künstlerisch durchzirkeln konnte. Chapeau! Nur ein mal ist die halbe Busbesatzung ausgestiegen um etwas Steineschubs-Nachtsport zu treiben.

Wie ich später erfahren habe, waren das landesweite Proteste gegen den amtierenden Präsidenten Boliviens. Sehr krass war es in Uyuni. Vor 3 Tagen wurde der gesamte Ort für 2 Tage lang vollständig blockiert. Keiner kam rein, keiner kam raus, Geschäfte waren geschlossen, nix geht mehr. Wer durch die Blockade brechen wollte wurde von den Blockierenden verfolgt... Aber keine Sorge. Ich verschwinde in ein paar Tagen über die Grenze :-) hoffentlich.

Nun das eigentlich Interessante: La Paz. La ruta de muerte! 

Das ist der Grund, warum ich auf gutes Wetter gewartet habe! Auf genau diesen einen sonnigen Tag zwischen all den regenriskanten Tagen - und es hat sich gelohnt! 

Die gesamte Deathroad ist eine Downhill-Strecke. Start in La Cunbre auf 4700 m Höhe, Ziel in Coroico auf 1700 m Höhe. Von verschneiten Berggipfel bis in den schwülen Dschungel ist klimatisch alles vertreten. Gesamtlänge ca. 60 km. Fahrtdauer mit Stopps, Streckeninstruktionen und ja - mit Unfallbehebung ca. 4-5 Std. Unser Guide heißt Angel.

Los geht's. La Paz (=Frieden), DEATHroad, Guide Name "ANGEL" mit dem Pullover "Roots of Terror"... Bolivien...

Wir sind stets als Gruppe gefahren, umklammert von 2 Guides, wer schnell fahren will, hängt sich an den vorderen Guide, wer langsam fahren will, an den hinteren Guide. Ein Minibus mit Ersatzrädern und Equipment war das Schlusslicht.

Die erste Etappe diente der Gewöhnung ans Bike (zum Bike selbst erwähne ich besser nichts ;) ). Eine sauber asphaltierte, wenig befahrene Straße um sich ganz vorsichtig an die Höchstgeschwindigkeit heranzutasten :D Die meisten Teilnehmer sind seit Jahren kein Fahrrad gefahren oder recht unerfahren, was man sichtlich gemerkt hat. Aber Felipe, ein Adrenalinjunkie aus Brasilien und ich haben unsere Vorfreude direkt auf den Asphalt gebracht! Als letzte gestartet, windschnittig auf dem Hobel zusammengekauert und dann in feinster Manier an allen vorbei gezogen. Ein Mordsgaudi!!

Nebenbei: Woran erkennt man einen bolivianischen Drogenkontrollposten? Es gibt nur EINEN Polizeibeamten vor Ort :D und der lässt sich mit "Geschenken" die Augen verzaubern, so Angel, nachdem wir diese scharfe Kontrolle ohne Komplikationen passiert haben.

Nach der Asphaltstrecke sind wir mit dem Minibus bis zum Beginn der eigentlichen Deathroad gefahren. Dichter Nebel zu Beginn. Die Freude stieg weiter, ein leichtes Kribbeln bei einigen Teilnehmern :-) Instruktionen folgten, wie z.B. dass nur an der Bergseite zu überholen sei, man seine Grenzen kennen soll... und ab die Post! 

Die Schotterstraße hatte enge Kurven, Top-Speed-Strecken, herrliche Aussichtspunkte, alles ist dabei. Als meine erste Downhill Erfahrung ein echter Bringer! Das Tal liegt ca. 300 m tiefer als die Straße. An manchen Stellen ging es direkt am Abhang über 100 m senkrecht! abwärts, wie uns Angel durch einen fallenden Stein demonstrierte. Diese Stelle war ein Ort, wo jemand mit dem Auto ein Stück zu weit zurückgesetzt hatte und ... :-( Es gab jedoch noch Schlimmeres...

Nicht annähernd so schlimm, aber irgendwie ahnend musste auch in unserer Gruppe etwas passieren. Ausgerechnet zwei Holländerinnen, die besser Radfahren als Laufen können sollten, haben es geschafft, aufzufallen. Die Eine macht ganz lässig wieder eine Vollbremsung, die Andere pennt, zieht die Vorderbremse und lernt fliegen. Alles bei niedriger Geschwindigkeit und ohne Verletzung....aber irgendwie sonnenklar, dass so etwas kommen musste... Immerhin gibt es schon die französische, italienische, englische usw. Kurve - benannt nach der Nationalität der Todesopfer. Ansonsten verlief aber alles glimpflich.

Die letzte Etappe war noch mal richtig geile Fullspeed-Action. Angel vorne weg wie ein Bejackter, Felipe und ich hinterher in gesund-bedachter Rennmanier. In die Kurven gelegt, durch kleine Wasserfälle und Flüsschen gejagt, kleine Sprungeinlagen an Straßenunebenheiten....mega! Einfach mega! Als wir im Zielort angekommen sind (Coroico, im Dschungel) und am Pool gelegen haben, waren wir uns alle sicher: das machen wir nochmal xD

Weitere Fotos folgen.

Ansonsten ist für La Paz die Seilbahn das Aushängeschild und absolut empfehlenswert. In Nullkommanix ist man für sagenhaft wenig Monedas durch die ganze Stadt gefahren. Me gusta mucho. Das ist 1000x besser, als mit den Minibussen oder Taxis zu fahren...hier stehen alle immer irgendwo im Stau. Es gibt auch keine Regeln: wer mehr drängelt oder zuerst hupt oder Lichthupe macht, der fährt. Glaube ich. Fahrzeugbeleuchtung ist auch sensationell! Man muss nicht viel sehen können, hauptsache die Karre leuchtet bunt wie ein Jahrmarkt (bunt wechselnde Farben in den Frontscheinwerfern), Untergrundbeleuchtung und je mehr "Sponsorenaufkleber", desto schneller ist man. Ein Prinzip, dass sich auch in Deutschland noch durchsetzen wird. Das wäre eine Galileoreportage wert! Nicht zu vergessen der Teppichvorleger auf dem Armaturenbrett - nur daran sind seriöse Taxifahrer zu erkennen :D 

In den Restaurants und vielen Hostels wird Modern Talking gespielt. Kein Plan warum... ich glaube die hassen Deutsche. Manchmal im Mix mit Boney M. DIESE Abwechslung könnte sich allerdings schon wieder bei deutschen Radiosendern blicken lassen! 1:0 für die BOBs. 

Nächste Station Copacabana. Cherry cherry Lady!

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