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Nikolaus mal anders

Hachja, kaum auf dem Festland zurück und nach 1 Tag Pause in Quito zum Wäsche waschen zog es mich zum zweithöchsten Aushängeschild Ecuadors und einen der höchsten aktiven Vulkane - den Cotopaxi. 

Mit seinen 5897 m Höhe reiht er sich zwischen dem Kilimandscharo (5895 m) und dem Oruro (6052 m) ein. Nur 1 Stunde vom Vulkan entfernt, mit ungestörter Aussicht auf den Cotopaxi, befindet sich das Hostel Secret Garden, dessen Zwillingshostel aus Quito 3-Tages-Aufenthalte mit kleinen Touren am Cotopaxi vermittelt. Ist ein richtig nettes und populäres Plätzchen...hier habe ich Barry und Danielle von den Galapagosinseln wiedergetroffen. 

Nach der Begrüßung im Hostel war der Plan klar: ein bisschen durch den Nationalpark chillen und mal etwas näher an den Cotopaxi heranfahren, um das Monster aus der Nähe zu sehen. Mit im Hostelzimmer waren u.a. die Schweizer Dominik und Sonia und der Duisburger Fredy. Die Schweizer haben gleich ein mal klar gemacht, dass sie auf den Gipfel des Cotopaxi wollen. Fredy und ich entschieden uns für den Rimiñahui (von 3900 m auf 4660 m krabbeln), um zu sehen, wie wir fitnesstechnisch dastehen und auch um uns an die Höhe zu gewöhnen. Wir kamen ja beide gerade vom Meer. Bergführer Henry legte einen Affenzahn vor, sodass ich vor dem letzten 300-m-Stück Steilwand fix und fertig war. Ganz oben angekommen waren wir froh, dass die Jagd ein Ende hatte.

Zurück im Hostel haben wir uns mit Dominik und Sonia ausgetauscht, die sich zum Basecamp (4800 m) und Gletscherrand (5000 m) vorgetastet haben. Sie sagten, dass man zum Cotopaxi quasi in Zeitlupe läuft - und nicht halb joggend wie wir zum Rimiñahui :D Das machte Mut. Mit Blick aus dem Fenster zum Cotopaxi "Ich hab Bock. Mach' mer, wa?" ....und Fredy war dabei! 

Also sind wir am nächsten Tag ebenfalls zum Basecamp hochgetrampelt und dann noch weiter bis zum Gletscherrand, um die 5000-m-Luft zu schnuppern - und es lief ganz gut. Ecuadorianische Kinder erkannten unser Bergsteigerpotenzial und machten Fotos mit uns. FAME.

Wieder im Hostel haben wir den Bergführer gebucht und so kam es: am nächsten Tag gegen Mittag kam Segundo an, der den Vortag Dominik und Sonia und den Tag davor Holländer Lars zum  Gipfel hoch geführt hatte. 3 Mal nacheinander den Cotopaxi besteigen sei ok, ab dem 4. Mal wird es anstrengend :D ein Typ...

Zack, Ausrüstung anprobiert und Abfahrt zum Vulkanfuß. Wieder alles zum Basecamp latschen, diesmal mit dem gesamten Bergsteigerequipment. Noch kurz etwas essen, bevor 18 Uhr das Sandmännchen kam. Denn 23.30 Uhr klingelte der Wecker. Hochgerechnet 2 Stunden Schlaf dürften es gewesen sein. Die Kälte zieht, das Adrenalin drückt! Die ganze Nacht hat es geschneit,  den 3. Tag in Folge. 00:30 Uhr liefen wir los. Grund für die Uhrzeit ist die aufgehende Sonne, die den Schnee schmelzen lässt. Man hat nur bis 7 Uhr Zeit, den Gipfel zu erreichen, danach muss man umdrehen.

Wir liefen und liefen, Schritt - einatmen, Schritt - ausatmen, Schrittweite in etwa wie "Kaffeebohnen". Mit dem Eispickel immer schön bergseitig abstützen. Ab 5300 m kam man langsam außer Atem. Schritttempo ändern! Ab hier wurde je Schritt tief ein- und ausgeatmet. Es war mega anstrengend, der eisige Wind zieht durch die Sturmmaske,  das Blut in den Oberschenkeln brennt wie Säure, jeder Ausfallschritt musste mit einer kleinen Atempause korrigiert werden. Dennoch waren Fredy und ich in Topform! Der Rhythmus hat gepasst, von Höhenkrankheit keine Spur, die Vorbereitung war Gold Wert. Mit der Zeit sind wir an den anderen Gipfelstürmern vorbeigezogen und haben die Führung übernommen! Doch dann machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung... der Schneefall der letzten Tage war zu stark. Immer wieder begutachteten die Guides die Schneedecke. Wir sanken gut 20-30 cm in den Schnee ein. Gletscherspalten waren verdeckt. Die Gefahr, dass der Schnee abrutscht, war zu groß. Nach 4 Stunden steilen Aufstiegs und auf der Höhe von 5550 m mussten leider alle umdrehen. :-( Schade, denn wir hätten es 100% bis hoch geschafft! Es hätte ein noch coolerer Nikolaustag werden können. Aber lieber ein anderes Mal noch einen Versuch wagen, als auf einer Lawine herunterzurutschen. 

Tja Cotopaxi, dann halt bis zur nächsten Weltreise ;-)

War trotzdem ein mega Erlebnis und nach dem Rainbow Mountain (5000 m) meine neue 'Höchst'-leistung. 

 

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