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TRAVELING AROUND THE WORLD

Welcome home, son.

Hanoi, 17. März, ich begebe mich an einem erneut von warmen Nieselregen begleiteten Morgen in die Hotellobby zum Frühstück. Der kleine vietnamesische Portier, versteckt hinter seinem Mundschutz, winkt verneinend mit beiden Armen und sagt "we are closed, no more tourists". Zum Frühstück kann ich noch ins Hotel nebenan gehen.

So schnell schlägt es über eine Nacht von einem "Sag' einfach, wieviel weitere Nächte du bleiben willst" zur Schließung des Hotels um. Zum zweiten Mal. 

Gestern Abend habe ich nach weiterer Recherche in Facebookgruppen, den Informationen des auswärtigen Amtes und der Bekanntgabe von Angela am Abend unter sehr, seeehr schweren Herzens (wirklich richtig schwer!) beschlossen, 3,5 Monate verfrüht die Heimreise anzutreten. Hach ist mein Herz schwer, sooo schwer! Ich schwöre. 

Die abendliche Flugsuche hat auch verdeutlicht, dass jetzt der angemessene Zeitpunkt dafür gekommen ist. Viele Flugzeiten sind katastrophal, die Preise sind nachvollziehbar hoch. Die Flugverbindungen gehen über die Türkei, wo Leute bereits festhängen und man wahrscheinlich schon festgehalten wird, wenn man ein Böhmermann-Video in der Youtube Playlist hat. Oder über Moskau, was ich gerade aufgrund der Facebook-Liveberichte nicht sehr entzückend finde. Letzte Wahl über die Emiraten.

Eine Nacht - die LETZTE Nacht :'-( drüber geschlafen und heute früh noch den letzten Platz für einen 16-Stunden-Flug über Thailand gefunden der auch noch bezahlbar ist.

Auch wenn viele Reisende weiterhin sagen, sie hätten ihr 90 Tage Visum und sitzen entspannt auf einer Insel - so in etwa hatte mein Plan auch ausgesehen - dann ist es dennoch kein zufriedenstellendes Reisen mehr.

Ich wollte nach Taiwan. Medizinische Versorgung ist dort hervorragend (für den Ernstfall) und es gibt wenig Covid Fälle. Wetter angenehm. Wäre wohl dennoch nur max. 2 Wochen lang gut gegangen. Da nun auch täglich die letzten Grenzen zugemacht wurden (Malaysia und Indonesien z.b.) und es ungewiss ist, ob ich auf Taiwan gelassen werde - und wenn nicht, wie ich dann zurück nach sonst wohin komme, denke ich ist es besser, hier erstmal einen Schlussstrich zu ziehen.

Auch weiterhin erreichen mich Meldungen über geschlossene regionale Gebiete/Attraktionen. Alles, einfach alles wird geschlossen und geblockt. Viele Vietnamesen haben nun keinen Job mehr und müssen schauen, wie sie über die Runden kommen. Der andere Teil der Vietnamesen ist froh, dass die Touristen alle weg sind, da aus ihrer Sicht mit den Touris die Gefahr einer Infektion steigen könnte. Gerade auf ländlichem Gebiet habe ich in einige sehr entsetzte Gesichter blicken müssen, die mich Tourist erspäht haben. Ihre Angst ist nachvollziehbar. Eine Infektion "hier draußen" würde für die Leute nicht gut ausgehen und über eine Krankenversicherung braucht man hier gar nicht erst zu reden. 

In Deutschland sieht es nicht besser aus, aber dort habe ich eine Sichere Basis.

... zurück in Vietnam... ich steige also nachmittags 3 Uhr, nachdem ich einen letzten Spaziergang durch die leicht vernebelte Altstadt Hanois gemacht habe, ins Taxi Richtung Flughafen. Schon auf der kurzen Fahrt geht mir recht wehmütig noch einmal die ganze Reise durch den Kopf... Der Start in Rio, wo ich noch gar keinen richtigen Plan hatte, was auf mich zukommt...die phänomenalen Landschaften von Wasserfällen über Wüsten bis zum Dschungel...die körperlichen und mentalen Erlebnisse wie die Bergbesteigungen, Downhillbiken, Tauchen, Surfen usw. ... all die Leute, bei denen ich mich glücklich schätzen kann, sie getroffen zu haben und deren "Sorte" man auch nur trifft, wenn man auf Reise ist... ich kann es gar nicht alles aufzählen! Es ist einfach unbeschreiblich viel passiert in den gerade einmal 8,5 Monaten und ich würde nicht einen einzigen Tag davon missen wollen.

Nun ist die Zeit gekommen, in der ich zwar nicht das nachholen kann, was ich zu Hause verpasst habe, aber in der ich mich auf jeden Fall erstmal komplett der Familie widmen werde - die aufgrund meiner plötzlichen Rückkehr quasi über Nacht alles Notwendige für mich arrangiert hat, damit ich mit höchstem Komfort und Klopapier :-) meine 2-wöchige Isolation verbringen kann.

Auch hier nochmal 1 riesengroßes Dankeschön für den Rückhalt über den gesamten Zeitraum!

Ich freue mich auf jeden Fall, Euch alle - Famile, Freunde und Kollegen - wiederzusehen und hoffe, dass es die aktuelle Lage auch bald risikofrei zulässt - Bis denne! :-)

## Reise: Weltumrundung geschafft, melde mich ab, Ende! ##

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