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Reiseführer Island

Island, Island

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Einleitung


Island (isl. Lýðveldið Ísland) ist ein Inselstaat im Nordatlantik. Er zählt zu Nordeuropa. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs; über 11 % der Landesfläche besteht aus Gletschern.

Flagge
Kurzdaten
Hauptstadt: Reykjavík
Staatsform: Parlamentarische Republik
Währung: Isländische Krone (ISK)
Fläche: 103.000 km²
Bevölkerung: 319.600
Sprachen: Isländisch
Religionen: Lutheraner 87,1 %, andere Protestanten 4,1 %
Stromnetz: 230 V / 50 Hz
Telefonvorwahl: 354
Internet TLD: .is
Zeitzone: MEZ-1h

Regionen


Bezirke in Island
  • Der Südwesten Beinhaltet das südwestliche Vesturland (Westland) sowie das westliche Suðurland (Südland). Hier hat Island seine größte Bevölkerungsdichte, v.a. bedingt durch die Hauptstadt. Im so genannten „Goldenen Zirkel“ liegen auch einige der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten.
  • Der Nordwesten Besteht aus dem nörlichen Vesturland, den Vestfirðir (Westfjorden) und Norðurland Vestra (westliches Nordland). Vestfirðir ist einer der isoliertesten Teile Islands, da die Ringstraße an ihnen vorbei führt. Vor allem für Vogelliebhaber ist es wahrscheinlich die wichtigste Region Islands. Viele isländische Sagas haben hier ihren Ursprung.
  • Der Nordosten Die Bezirke Norðurland Eystra (östliches Nordland) und der nordöstliche Teil von Austurland (Ostland) zählen hierzu. Das Klima ist hier wesentlich trockener als z.B. im Südwesten, der Sommer ist wärmer und der Winter etwas kühler.
  • Der Südosten Hierzu gehört das südliche Austurland und das östliche Suðurland. Das Land der Superlative: weißes Eis, grünes Gras und ganz schwarzer Sand. Umrahmt von hohen Bergen und tiefen Fjorden.
  • Hochland Diese Region zieht sich über alle Bezirke, bis auf die Vestfirðir. Das Landesinnere besteht aus Felswüsten, zerklüfteten Gipfeln, Gletschern, Vulkanen, versteckten Tälern und heißen Fumarolen. Es ist eine ehrfurchtsgebietende, unangetastete Wildnis. Hier kommt man nur über Pisten wie die Kjölur oder Sprengisandur hin.

Städte


Karte von Island

Weitere Ziele


Kessel des Vulkansystems Askja (Island)
  • Vestmannaeyjar-Inseln: Kleine Insel-Gruppe südlich von Island, gerne besucht wegen seiner Vogelwelt. Es gibt zahlreiche Tagestouren-Anbieter.
  • Grímsey: Kleine Insel mit hundert Einwohnern nördlich des Festlandes, nördlichster Teil Islands. Interessant wegen der Vogelwelt, bei Touristen besonders beliebt, weil sie genau auf dem Polarkreis liegt, den man auf der Landepiste überquert. Es gibt Flüge u.a. von Akureyri und Reykjavík und Fähren von Dalvík.
  • Mývatn: See im Norden, bekannt durch und benannt nach den gigantischen Mückenschwärmen. Direkt am See oder in der weiteren Umgebung liegen aber auch einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands, z.B. die Pseudokrater, die Wasserfälle Goðafoss oder Dettifoss oder die Solfatare (Schwefelquellen) von Námaskarð. Dadurch ist der Mývatn nach Reykjavík das zweitwichtigste Touristenziel Islands.
  • Grönland: Von Reykjavík aus werden ganzjährig verschiedene Touren nach Grönland angeboten. Im Sommer auch als Tagestour, sonst über mindestens 2 Tage.
  • Färöer

Hintergrund


Das Land

Island wuchs in Jahrmillionen aus dem Meer. Diese frühere Meeresklippe liegt heute im Landesinneren.

Island ist eine vulkanische Insel auf dem Mittelatlantischen Rücken und einer der Hot Spots. Bedingt durch den Vulkanismus wächst die Insel um ca. 1,5 cm jährlich. Der Vulkangürtel durchzieht Island von Südwesten nach Nordosten. Die Breite des Gürtels beträgt im Süden ca. 60 km und verengt sich im Norden auf ca. 20 km und bedeckt etwa ein Viertel des Landes. Der südwestliche Teil des Landes mit Reykjavík ist Nordamerika und wenn man in Keflavík aus dem Flugzeug steigt, betritt man amerikanischen Boden. Die andere Seite dieser Kontinentalplatte ist der San-Andreas-Graben. Der östliche Landesteil liegt auf der europäischen Platte. Von Touristenführern gerne vorgeführte Erdspalten mit dem Hinweis, mit einem Schritt könne man von Europa nach Amerika gehen, sind etwas Etikettenschwindel, die Bruchstelle der Kontinente ist mehrere Kilometer breit. Übrigens sind nicht alle Felskanten die Grenzen zwischen den Kontinenten, auch wenn man sie gerne damit verwechselt. Da Island sich allmählich aus dem Meer erhoben hat, gibt es im Landesinneren etliche ehemaligen Steilküsten, die heute wie die Bruchstellen der Kontinente aussehen.

Die Auswirkungen des Vulkanismus begegnen dem Touristen tagtäglich: Wasserdampf, der aus der Erde quillt, gab vielen Stellen in Island den Namen. Reyk bedeutet Rauch oder Dampf und Reykjavík ist beispielsweise die dampfende Bucht. Schon die ersten Siedler nutzten das heiße Wasser welches an die Oberfläche tritt und heute werden die geothermischen Quellen zur Energiegewinnung genommen. In der Innenstadt von Reykjavík sind so die Bürgersteige im Winter größtenteils schneefrei. Bei fast jedem Kontakt mit Wasser begleitet einen der Schwefelgeruch. Das heiße Wasser ist für die Isländer eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle, das zur Stromerzeugung, Heizung und zur Warmwasserversorgung genutzt wird. Nach Reykjavík führt z.B. eine mehrere zehn Kilometer lange Pipeline mit Heißwasser, das in den Bergen mit ca. 88 °C startet und mit 86 °C in der Stadt ankommt.

Im Landesinneren lebt niemand, das Land ist selbst den Isländern zu unwirtlich. Nur für den Sommertourismus werden bestimmte Infrastrukturen hochgefahren. Überhaupt: Viele Isländer finden ihr eigenes Land nicht besonders spannend und halten die Einöde für langweilig. Es gibt so manche Einwohner Reykjavíks, die sich in Europa besser auskennen als im Rest des Landes. Um so erstaunlicher ist es, dass - egal wo man hinkommt - fast jedes zweite Haus eine Kirche ist. Die Isländer sind allerdings nicht besonders religiös, sondern es gab mal ein Gesetz, nach dem Höfe, auf denen eine Kirche steht, keine Steuern zahlen mussten.

Mordor oder doch nur ein Lavafeld auf Island? Die Filme wurden in Neuseeland gedreht, aber Autor Tolkien war nachweislich auf Island, bevor er Der Herr der Ringe schrieb.

Dichter besiedelt ist Island hauptsächlich in der Küstenregion. Hier findet man auch Feuchtwiesen und Moore. Wälder wie die größeren Hallormsstaður, Váglasstaður und die kleineren wie Egilsstaður, Húsafell, Ásbyrgi sind selten, es werden jedoch Anstrengungen zur Aufforstung in vielen Landesteilen unternommen. Das Hochland ist eine trockene Wüstenlandschaft und besteht aus Gletschern, Lavafeldern, Vulkanen, Bergseen, die teilweise aufgestaut werden, und sehr großen Kiesflächen. Es regnet zwar viel, aber das Wasser versickert vielerorts. Dafür dürfte Island das einzige Land der Erde sein, in dem es mehr Wasserfälle als Menschen gibt. Der abgelegene Dettifoss ist einen Hauch größer als der Rheinfall von Schaffhausen und damit der größte in Europa.

Gerne unterschätzt wird die Größe des Landes. Es ist deutlich größer als Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zusammen oder als Portugal und nur etwas kleiner als Schweiz und Österreich zusammen. Die Ringstraße, die einmal um Island herumführt, ist etwa 1.500 km lang. Für eine Rundreise, die entlang dieser Straße führt mit den Highlights Islands, wird üblicherweise eine Woche veranschlagt. Nicht zuletzt sollte man nicht vergessen, dass selbst die gut ausgebaute Ringstraße keine Autobahn ist, sondern eher einer mal besseren, mal schlechteren Landstraße entspricht. Und Abstecher gehen oft über Schotterpisten, auf denen man mehr rollt als fährt.

Schwefelquelle am Mývatn, der Geruch ist manchmal schwer auszuhalten.
Das austretende Gas dieses etwa einen Meter hohen Solfatars am Mývatn verursacht ein lautes Rauschen.

Geschichte und Politik

Die offizielle Geschichtsschreibung beginnt im Jahre 874 mit der Landnahme durch den Wikinger Ingólfur Arnarson, aber es ist sicher, dass auf den Westmännerinseln im 7. und 8. Jahrhundert schon Menschen lebten. Gegen Ende der Landnahmezeit um 930 lebten 20.000 - 60.000 Menschen auf Island. In diesem Jahr fand auch zum ersten Mal die Versammlung der freien Bauern und Priestern, der sogenannten Alþing, statt. Dort wurden Streitfragen geschlichtet und Recht gesprochen, manchmal durch den Einsatz von Armeen. Im Jahre 1000 wurde das Christentum endgültig eingeführt, auch wenn noch viele noch an die alten Götter glaubten.

Im 11. Jahrhundert kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, sodass der norwegische König den freiheitlichen isländischen Nationalstaat auflösen konnte. Der Alþing war nun nur für die Rechtsprechung zuständig. In der kleinen Eiszeit zwischen 1200 und 1700 wurde den Bauern die Lebensgrundlage größtenteils entzogen. Der Fischfang und –export wurde ausgeweitet. Dieser wurde jedoch nur mit Tagelöhnern betrieben, da die Bauern die Gründung von Fischerorten verhinderten.

1387 fiel Island an Dänemark, da das norwegische Königsgeschlecht ausgestorben war. Im 16. Jahrhundert wurde Island reformiert. Dänemark führte den Monopolhandel ein und da die Isländer keine eigenen Schiffe besaßen, waren sie der Krone ausgeliefert. Die Wirtschaft ging zu Grunde. Erst im Jahr 1752 verbesserte ein Landvogt die Infrastruktur durch errichten kleiner Handelsposten und den Wegebau.

Der Ausbruch der Lakispalte von 1783-1785 zog einen wirtschaftlichen Einbruch nach sich, führte jedoch zur Lockerung des Handelsmonopols. Er gehört zu den größten, jemals von Menschen beobachteten Vulkanausbrüchen und hatte erhebliche Auswirkungen auf das weltweite Klima. Die Aschewolke verdunkelte den Himmel über Europa für Wochen. Ein Fünftel der damaligen 50.000 Einwohner Islands starb an den kurz- und langfristigen Folgen. In Island wird oft die Geschichte erzählt, dass die Missernten in Europa in den 1780er Jahren, insbesondere die von 1788, durch diesen Vulkanausbruch verursacht wurden und zur französischen Revolution führten. Wissenschaftler sind sich aber nicht sicher, ob der Laki-Ausbruch einen so großen EinFluss hatte.

Im Jahr 1801 erfolgte die Auflösung des Alþing, ein weiterer Rückschlag. 1843 wurde die Wiedereinsetzung des Alþing mit beratender Funktion durchgesetzt, 1854 der Monopolhandel endgültig aufgehoben. 1874 erhielt Island aus den Händen des dänischen Königs seine eigene Verfassung. 1903 erhielt Island wieder eine eigene Regierung, dies führte zu einem wirtschaftlicher Aufschwung. Dann kamen die Wirren der Weltkriege mit Besetzung durch die Briten. Ein Jahr später kamen die USA als Schutzmacht. Durch die Stationierung US-amerikanischer Soldaten wurde amerikanische Lebensart Teil der isländischen Kultur und bis heute sieht sich Island nicht als Teil Europas, sondern in einer Mittelposition zwischen Amerika und Europa und die Bevölkerung ist kein Freund der Europäischen Union. Am 17. Juni 1944 wurde im historischen Þingvellir die Republik Island ausgerufen.

Im Laufe der Zeit bauten die Isländer die politische und internationalen Zusammenarbeit sowie auch ihr Wirtschaftssystem aus. Der Fischfang ist nach wie vor Haupterwerbszweig, die Fischereigrenzen vergrößerte man im Laufe der Zeit auf 200 Seemeilen.

Bis zur Finanzkrise war Island der höchstentwickelste Staat der Welt (HDI-Rangliste der UNO 2007/ 2008).

Finanzkrise (Stand April 2012)

Island war von allen Ländern der Welt das am stärksten betroffene Land. Der Staat war defacto pleite und wurde nur durch ausländische Kredite am Leben erhalten, die Island realistischerweise nie zurückzahlen kann. 70 Prozent aller Betriebe waren konkurs und wurden verstaatlicht, sogar die berühmte Blaue Lagune, eigentlich nicht mehr als eine Art Wellness-Bad, hat sich verspekuliert. Hintergrund war die jahrelange Praxis, Kredite in fremder Währung aufzunehmen. Man spekulierte darauf, dass die isländische Krone immer weiter anstieg und dadurch die Rückzahlung in Fremdwährung sehr viel billiger wurde. Als die Krone jedoch im Kurs verfiel, mussten die fremden Währungen für die Rückzahlungsraten teuer gekauft werden und private wie geschäftliche Schuldner konnten die Kredite nicht mehr zurückzahlen. Ausländische Anleger, die für hohe Zinsen Geld bei isländischen Banken angelegt hatten, bekamen zunächst ihr Geld nicht wieder, weil die Regierung Islands eine Haftung verweigerte. Jahrelang stritten die Regierungen der besonders betroffenen Anleger (Großbritannien und Niederlande) mit Island, die Regierung in London wandte zur Beschlagnahme isländischen Eigentums sogar Anti-Terror-Gesetze an.

Sichtbar wird die Finanzkrise in Island im ganzen Land: Zahllose halbfertige Bauruinen, deren Investoren entweder pleite sind oder dem schlechten Geld nicht noch gutes hinterwerfen wollen. Auch am Straßenrand findet man zahlreiche abgestellte Baumaschinen, die dort noch lange Zeit neben Baustellen unbenutzt parken werden. Mittlerweile schwächen sich die Auswirkungen der Finanzkrise allmählich ab. Die Arbeitslosigkeit stieg 2008 von etwa einem auf neun Prozent an, ist aber wieder bei sechs Prozent.

Der Tourist ist davon auf zwei Arten betroffen: Durch den dramatischen Verfall der Währung ist ein Urlaub in Island plötzlich sehr viel billiger geworden. Lebensmittelpreise sind in etwa auf mitteleuropäischem Niveau, Restaurantbesuche noch etwas teurer, ebenso wie Drogerie-Artikel. Hotels der einfachen Mittelklasse sind in Reykjavík mittlerweile deutlich unter hundert Euro zu bekommen, vor der Finanzkrise noch teilweise zum dreifachen. Insofern ist ein Island-Urlaub seit Jahrzehnten nicht mehr so günstig wie jetzt.

Andererseits sind durch die erheblichen Schwankungen der isländischen Krone bei keiner Bank der Welt außerhalb des Landes Kronen vorrätig. Dies ist aber kein ernsthaftes Problem. Erstens zahlt man in Island ohnehin selbst Kleinstbeträge mit der Kreditkarte (ich habe nur in den Lokalbussen in Reykjavík kein Lesegerät gesehen) und zweitens sind direkt am Ausgang am Flughafen Keflavík mehrere Geldautomaten und eine Wechselstube, die bis tief in die Nacht geöffnet hat. Verlaufen kann man sich da nicht. Auch wenn der Flughafen zunächst weitläufig scheint, ist der Ausgangsbereich, durch den jeder muss, sehr klein. Auch die Versorgung durch zahlreiche andere Geldautomaten im ganzen Land ist völlig problemlos. Die Finanzkrise ist also für Touristen kein Grund, auf einen Island-Urlaub zu verzichten, im Gegenteil.

Da die Währung im Moment in wenigen Wochen schnell um 20% steigt oder fällt, sollte man zwecks Budget-Planung regelmäßig den Kurs beobachten.

Kultur

Mineralien wie hier Eisenoxyd an einem Hügel am Mývatn färben Island an manchen Stellen kunterbunt.

Man stellt sich die Wikinger als wilde Krieger vor, aber sie waren auch Bauern, Handwerker, Kaufmänner und Politiker. Dank der Dichter und Künstler können wir uns heute noch ein gutes Bild von ihnen machen. Ebenso von der Landschaft und den Naturkräften denen sie trotzen mussten.

In den kurzen Sommermonaten musste alles unternommen werden, um das Überleben im Winter zu sichern. Es gab nur wenig fruchtbaren Boden, die vorhandenen Bäume wurden als Bau- und Brennmaterial geschlagen. Dies zog weitreichende Erosionen mit sich. Trotzdem entstanden an den langen Wintertagen zahlreiche Sagas, Helden- und Götterberichte. Die „Edda“ und „Saga“ zählen zu den Berühmtesten. Bedingt durch die relative Isolation der Insel hat sich die Sprache über die Jahrhunderte nur wenig geändert. Noch heute werden „moderne“ Wörter umschrieben. So heißt z. B. Computer tölva, ein Mischwort aus tala (Zahl) und völva (Prophetin). Telefon wurde zu Sími (Faden), der Hubschrauber ist ein þyrla (Wirbler) und ein Flugzeug þota (Sausender).

Sehr viel hat sich im Laufe der Zeit nicht geändert. Im Winter wird näher zusammengerückt. Es finden zahlreiche Betriebsfeste und Vereinsfeierlichkeiten statt. Das Weihnachtsfest wird jedoch strikt innerhalb der Familie gefeiert. Ungefähr im Februar wurden vor vielen Jahrhunderten die Notvorräte angebrochen. Þorrablót ist dem entsprechend heute auch noch ein Fest, wo viele althergebrachte Spezialitäten auf den Tisch kommen. Danach fängt das Warten auf den Frühling an.

Heute verfügt Island über eine rege Kulturszene. Statistisch gesehen schreibt jeder Isländer im Leben wenigstens ein Buch. Die isländische Literatur ist bis heute ein Leitmedium des Landes. Literarische Titel erlangen nicht selten eine Auflage von 1.000 Exemplaren je Werk. Island gilt als eines der Länder mit den höchsten Umsatzquoten bei den öffentlichen Bibliotheken. Der Anteil der Analphabeten in der Bevölkerung liegt bei unter einem Prozent.

Am Wochenende spielen so viele Bands und Musiker in den Kneipen Reykjavíks, dass man sich fragt, wo die alle herkommen.

Tier- und Pflanzenwelt

An den Küsten und auf den Inseln um Island herum gibt es zahlreiche Vogelnistplätze.

Der Polarfuchs ist heimisch und wahrscheinlich in der letzten Eiszeit eingewandert. Genauso wie der letzte Eisbär, der vor ca. 100 Jahren geschossen wurde. Im Nordosten, in der Gegend von Egilsstaðir, gibt es größere Rentierherden. Im Hochland, aber auch um Binnenseen wie den Mývatn, gibt es teilweise riesige Wasservögelansammlungen sowie beachtliche Vorkommen an Greifvögeln. Seevögel gibt es an den Klippen in Massen. Der Papageientaucher hat hier sein größtes Weltvorkommen. Die Wikinger haben ihre Pferde mitgebracht. Diese gibt es heute noch in unverfälschter direkter Linie. Sie beherrschen neben den normalen Bewegungsformen sowohl den Tölt als auch den Paßgang und sind damit einmalig. Auch Schafe wurden von den ersten Siedlern eingeführt.

Die Viehzucht ist der viertwichtigste Wirtschaftszweig Islands. Schafe sieht man an allen Ecken und Enden. Auch Pferde sieht man immer wieder. Was man nicht glaubt, weil man sie nie zu sehen bekommt: Es gibt rund 80.000 Kühe, jeweils die Hälfte für Milchproduktion und zur Fleischerzeugung. Die Kühe verlassen in Island so gut wie nie den Stall, nur zur Reinigung des Stalls werden sie auf die Weide getrieben.


Nord Island zwischen Egilsstaðir und Myvatn

In Island gibt es nur fünf Arten von Vegetation:

  • Gar nichts (das ist die häufigste)
  • Gras
  • ein Moos, das sehr empfindlich ist und ca. 15 Jahre zum Nachwachsen braucht (an einem Berg an der Ringstraße gibt es eine Inschrift im Moos, die man bis heute gut lesen kann, obwohl sie von 1987 ist)
  • die vor Jahrzehnten angesiedelte Alaska-Lupine, weil sie dort wächst, wo sonst gar nichts wächst
  • Bäume, die allmählich wieder aufgeforstet werden, nachdem sie vor Jahrhunderten fast komplett abgeholzt wurden.

Trotzdem ist die Vegetation in Island so spärlich, dass es dort den alten Witz gibt: Wodurch kann man sich orientieren, wenn man sich in einem isländischen Wald verlaufen hat? Aufstehen.

Elfen Trolle Co.

Diese Luftgestalten und ähnliche Gesellen sollte man in Island nie und nimmer außen vor lassen. Dafür sind sogar offizielle Anlaufstellen bei den Behörden vorhanden, um die Interessen des „verborgenen Volkes“ zu wahren. Es gibt Straßen, wo zwischen zwei Häusern ein Felsbrocken, mit eigener Hausnummer steht. Hier wohnen Elfen, denn wenn man sie verärgert, kann es passieren, dass man nicht mehr froh wird. Auch ein isländischer Regierungschef sagt dazu: „In meiner Gegend, aus der ich stamme, glauben wir nicht an Elfen. Aber an Trolle. Nur sieht sie nicht jeder.“

Im Endeffekt kann man es umdeuten in den Respekt des Isländers vor der Natur!?! Das muss allerdings jeder für sich selber erleben und umsetzen.

Polarnacht

Abgesehen von den Polarlichtern, die im Winter die größte Attraktion Islands sind, hat für den Touristen die Polarnacht bzw. der Polartag sehr praktische Bedeutung. Im Winter ist es nur wenige Stunden hell (wenn man die Dämmerung dazu zählt, vielleicht 5-6), im Sommer wird es auch in der kurzen Zeit, in der die Sonne unter den Horizont versinkt, nicht richtig dunkel. Während einen die Dunkelheit im Winter schon sehr behindern kann und viele Aktivitäten einschränkt, kann man sich im Sommer schnell mit der Uhrzeit verschätzen, weil es abends nicht dunkel wird. Im Winter sollte man den Tag jedenfalls so planen, dass man bei Tageslicht an der jeweiligen Attraktion ankommt und sich alles ansehen kann.

Saison

Wegen der Polarnacht, wegen des Schnees im Landesinneren, wegen des Glaubens der ausländischen Touristen an den Schnee auch an den Küsten, aber wohl auch einfach wegen der Gewohnheit erwacht, oder besser explodiert, der isländische Tourismus in den wenigen Sommermonaten und geht dann wieder in Tiefschlaf. 85 % aller Touristen kommen im Sommer. Da es sich nicht um einen Städteurlaub handelt, ist man beim Erkunden des Landes entweder von einem Mietwagen oder von einem der zahlreichen Busanbieter abhängig. Wer sich allerdings mit dem Mietwagen auf Entdeckertour begibt, sollte sich im klaren darüber sein, dass viele Besonderheiten des Landes irgendwo im nirgendwo liegen und erstmal gefunden werden müssen. Wer sich auf die Busanbieter verläßt, sollte im Internet nachprüfen, ob seine Wunsch-Touren auch zum Reisezeitpunkt durchgeführt werden. Im Winter findet abgesehen vom Golden Circle und Blauer Lagune fast nichts organisiert statt. Ab Mai gibt es erste Angebote und zum 1. Juni fährt innerhalb eines Tages der gesamte Tourismus Islands von etwa 20 % auf 100 % Leistungsfähigkeit hoch. Und schläft am letzten Septembertag urplötzlich von einem Tag auf den anderen ein. Wer außerhalb dieser Saison anreist, muss mit dramatischen Einschränkungen beim gesamten touristischen Angebot rechnen, insbesondere der Mobilität.

Im Norden und Landesinneren ist diese Saison noch viel kürzer. Der abgelegene Dettifoss, Europas größter Wasserfall, wird von Bustouren nur von Mitte Juli bis Ende August angefahren. Grundsätzlich gilt: Wer ein bestimmtes Angebot im Internet entdeckt, muss nachfragen, ob es zu seinem Reisezeitpunkt auch stattfindet. Ganzjahresangebote sind außerhalb Reykjavíks sehr, sehr selten.

In den letzten Jahren gibt es allerdings den Trend, die Wintersaison verstärkt für Wintersport-Aktivitäten zu nutzen. Es gibt Skigebiete z.B. eine halbe Autostunde von Reykjavík entfernt oder bei Akureyri. Auch am Myvatn kann man Langlaufen. Auch werden Snowmobile-Touren im Winter ausgeweitet.

Einreisebestimmungen


Anreise


Island ist zwangsläufig nur auf dem Luft- oder Seeweg zu erreichen. Falls man mit dem eigenen Fahrzeug anreisen will, bleibt nur die Anreise mit der Fähre.

Einreisebestimmungen

Für EU- und EWR-Bürger ist kein Visum erforderlich, sie brauchen für die Einreise einen Reisepass oder Personalausweis. Kinder benötigen einen Kinderausweis bzw. sollten im Reisepass der Eltern miteingetragen sein (Achtung: Miteintragung galt nur noch bis 15. Juni 2012). Das Dokument muss zum Zeitpunkt der Ausreise mindestens noch drei Monate gültig sein. Touristen dürfen sich in Island bis zu drei Monaten aufhalten. Island ist seit 2001 Mitglied des Schengener Abkommens. Nichtdestotrotz müssen die Ausweispapiere mitgeführt werden.

Wer Angeln oder Reiten will und seine eigene Ausrüstung mitführt, sollte diese unbedingt vorher desinfizieren lassen. Dies machen z.B. Amtstierärzte. Eine entsprechende Bestätigung ist mitzuführen. Bei Einreise kann die Desinfektion kostenpflichtig am Einreisepunkt durchgeführt werden. Zahlreiche Reisende berichten allerdings, dass Kontrollen nur sehr selten sind (ohne Gewähr).

Die Einfuhr roher Milch- oder Fleischprodukte ist nicht gestattet. Man sollte allerdings beachten, dass z. B. Salami und Schinken als rohe Fleischprodukte gelten!

Haustiere unterliegen strengen Regeln. Ihre Einfuhr muss im Vorfeld genehmigt werden und nach der Einreise unterliegen sie einer vierwöchigen Quarantäne. Die genauen Bestimmungen und weitere Infromationen finden sich auf der homepage des isländischen Landwirtschaftsministeriums

Mit dem Flugzeug

Island kann man sehr gut mit dem Flugzeug erreichen. Von allen größeren europäischen Flughäfen starten Maschinen nach internationale Flughafen. Manche Routen werden aber nicht das ganze Jahr über betrieben. Viele Flüge kommen und gehen erst um Mitternacht. Der internationale Flughafen von Keflavík liegt etwa 65 km von Reykjavík entfernt und hat eine recht gute Anbindung an die Hauptstadt. Das Übernachten am Flughafen ist nicht erlaubt, wohl gibt es aber unmittelbar neben dem Flugplatz ein Hotel sowie in der Stadt Keflavík mehrere private Unterkünfte. Der Bustransfer vom Flughafen zum Busbahnhof in Reykjavík kostet ca. 1950 ISK (ca. 11 €) und dauert etwa 60 Minuten. Unterwegs gibt es einige Bushaltestellen, die direkt neben Hotels liegen - auch werden die Jugendherberge und der Campingplatz in Reykjavík direkt angefahren. Während selbst mitten in der Nacht Busse von Keflavík nach Reykjavík fahren, ist das Angebot außerhalb der Hauptsaison in umgekehrter Richtung sehr viel dünner und ab nachmittags fährt gar kein Bus mehr. Was bedeutet, die Busse, die vom Flughafen Passagiere abholen, fahren leer hin. Da viele Flüge aber erst spätabends von Keflavík abgehen, hat der Reisende außerhalb der Hauptsaison oft ein Problem. Außerdem gibt es einen Bus direkt zur ISAVIA, wo sich ebenfalls ein Hotel, ein Motel und ein Campingplatz befinden. Warnung: Taxis sind sehr teuer und kosten ca. 15.000 ISK (90 €). Charterflüge kann man auch von einigen europäischen Flughäfen auch direkt nach Akureyri, Egilstaðir/ Fellabær durchführen (Anfang April bis Anfang Oktober).

Im Frühjahr 2010 und auch im Mai 2011 wurde der Flugverkehr über Island und ganz Europa durch Aschewolken aus Isländischen Vulkanen gestört, in Folge der Gefährdung der Triebwerke fiel zeitweise der komplette Flugverkehr in weiten Teilen Europas aus. Zuständige Behörde für die zivilen Flughäfen Islands ist ISAVIA (isländisch und englisch), hier gibt es auch eine Seite mit aktuellen Infos zu Vulkanausbrüchen.

  • Eine Liste mit Links zur europäischen Wetterlage und Flugverkehrsinformationen findet sich auch im Portal Flugreisen.

Mit dem Schiff

Will man mit dem eigenen Kraftfahrzeug (Geländewagen, Wohnmobil, Auto oder Motorrad) nach Island, so ist die Fähre eine einfache Möglichkeit. Die Route Hirtshals (DK) - Tórshavn (Färöer) - Air Iceland wird von der färingischen Smyril Line betrieben. Sie wird mit einem sehr modernen Schiff befahren, das in allen Komfortklassen Plätze anbietet. Von Dänemark nach Island und zurück dauert die Fährpassage etwa vier bis fünf Tage. Im Sommerfahrplan startet man am Dienstag vormittags in Hirtshals(seit 2011), trifft Mittwoch nachmittags in Tórshavn ein und erreicht Seyðisfjörður am Donnerstag Morgen. Die Rückfahrt beginnt Donnerstag Mittag und endet Samstag Nachmittag. Für diejenigen, die viel Zeit haben besteht die Möglichkeit schon am Samstag in Hirtshals loszufahren. Allerdings muss man dann am Montag in Tórshavn aussteigen, zwei Tage auf den Färöer verbringen (ist recht nett), am Mittwoch wieder zusteigen und nach Island weiter fahren. Die Route wird auch das restliche Jahr über befahren, dann aber zu anderen Zeiten und von einem anderen Ort aus (Esbjerg (DK)).

Seit dem Jahr 2009 fährt die Fähre die Häfen Bergen in Norwegen und Scrabster in Schottland nicht mehr an.

Alternativ kann man sein Fahrzeug ab Hamburg oder Bremen nach Reykjavík verfrachten. Das dauert zwar je Richtung gut eine Woche, aber die geht dann nicht vom Aufenthalt in Island verloren. Wer nicht seekrank wird, kann auch als Passagier auf dem Frachtschiff reisen.

Mobilität


In Island bewegt man sich mit dem Flugzeug, Bus und Auto sowie Fähre von einem Ort zum anderen. Wandern, Rad- und Motorradfahren und Reiten sind natürlich auch Fortbewegungsarten.

Flugzeug

Air Iceland bietet viele Inlandsflüge, aber auch Flüge zu internationalen Zielen an. Innerhalb des Landes ist Fliegen wie Taxifahren, wichtige Verbindungen gibt es mehrfach täglich. Daneben werden auch Flüge zu den benachbarten Inseln Färöer und Grönland angeboten.

An zahllosen Stellen gibt es auch einfache Landepisten, um in Notfällen ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Diese Landepisten können aber auch privat genutzt werden, z.B. von Charterfliegern, die Wanderer absetzen.

Auto

Mietauto

eine Straße im Inneren Islands (1972)

Hertz, Avis und Alp haben Büros am Flughafen Keflavík. Das Mieten eines Autos kann sehr teuer werden; es ist allerdings billiger vor Ort als vorab zu buchen. Die Büros sind nicht rund um die Uhr besetzt (auch die am Flughafen nicht).

  • Vor dem Abschluss eines Mietvertrages für ein Fahrzeug die erlaubten oder verbotenen Straßen/Wege/Gebiete erfragen. Da die schönsten Pisten in Island für das Fahrzeug die Verschleissintensivsten sind, verbieten viele Fahrzeugvermieter diese Routen.
Beispielsweise verbieten viele Autovermieter die Fahrt mit normalen PKW (ohne 4WD) zu einem der größten Wasserfälle Europas Dettifoss. Der Holperpfad (Straße 864) zweigt von der Ringstrasse ab, und führt nach ca. 35 km zum Dettifoss. Bei umsichtiger Fahrweise und normalen Wetterverhältissen auch mit einem normalem PKW befahrbar.
  • Ein Fahrzeug zu Mieten ist nur mit gültiger Kreditkarte und Ausweis möglich. Darüber hinaus sollte beachtet werden, dass für vor Ort gebuchte Kfz eine Kaution von 100.000 ISK (≈ ca. 1.250 €) erhoben wird (von Kreditkarte), die im Schadensfall einbehalten wird.
  • Bei Mietbeginn mit dem Vermieter das Fahrzeug vor Übernahme auf Schäden kontrollieren. Eventuell vorhandene Kratzer, Dellen, Steinschläge in der Frontscheibe, Beschädigungen an der Fahrzeugunterseite u.s.w, bestätigen lassen.
  • Reserverad und zugehöriges Werkzeug überprüfen. Es gibt viele scharfkantige Steine auf Islands Straßen.
  • Immer Volltanken, auch wenn der Tank noch zu 60% voll sein sollte. Gerade als Tourist weiss man nicht wo die nächste Tankstelle ist.
  • Achtung: Auch bei Mietfahrzeugen mit Vollkaskoversicherung werden Schäden am Unterboden respektive bei Unfällen „im Gelände“ immer als grob fahrlässig bzw. als Vorsatz gewertet! Hierbei verliert man jeglichen Versicherungsschutz und haftet persönlich in voller Schadenshöhe für alle entstandenen Schäden am Kfz und evtl. gegenüber Dritten! Daher ist es empfehlenswert, um etwaige Komplikationen auszuschließen, das Auto direkt nach Rückgabe durch die Autovermietungsmitarbeiter in Augenschein nehmen zu lassen. Nicht einfach den Schlüssel in die Schlüsselbox der Autovermietung zu werfen. Hier hat man dann keinen Beleg über den schadensfreien Zustand des Kfzs.
  • Autofahrer aus Mitteleuropa sollten die Distanzen in Island nicht unterschätzen, und nicht zu schnell fahren:
  • Es gibt keine Autobahn.
  • Beim Fahren und Bremsen auf Schotterpisten sind ABS, ESP oder andere Fahrerassistenzsysteme wesentlich weniger effektiv, wie auf einem festen Fahrbahnbelag.
  • Jederzeit mit freilaufenden Schafen und Pferden rechnen. Wenn man ein Schaf umfährt ist das Schaf tot, das Auto kaputt, und man muss dem Schaf-Besitzer Schadenersatz zahlen.
  • Auf der Ringstrasse sind die wenigen LKW die dort fahren ein guter Indikator. Am besten dahinter bleiben, die Fahrer kennen die Straßen. Wenn der Lkw mit 90 km/h an einem 30 km/h Schild vorbeifährt, kann es nicht so gefährlich sein, und wenn er auf freier Strecke plötzlich bremst, gibt es meist einen guten Grund dafür.

Allrad Fahrzeug (4WD):

  • Für Reisen im Südwesten Islands zu den meisten Touristenattraktionen in der Nähe von Reykjavik, Þingvellir, Gullfoss, Geysir, Strokkur und die gesamte Ringstrasse ist ein normaler PKW ohne 4WD völlig ausreichend.
  • Nur für Reisen ins Hochland und abgelegene Gebiete ist ein 4WD-Fahrzeug nötig, auf manchen Strecken sogar durch Verkehrsschilder vorgeschrieben.
  • Das Hochland sollte man ohnehin nur mit mehreren Fahrzeugen im Konvoi durchfahren.
  • Die Miete für einen geländetauglichen Wagen(4WD) ist um ein vielfaches(!) höher als die eines normalen PKWs.
  • Man sollte beachten, dass es sich bei den Allradfahrzeugen normalerweise um sog. SUV ( Sport Utility Vehicle) handelt. Diese sind nicht immer für den Einsatz im Gelände, d.h. zum durchfahren von Furten geeignet, da diese z.T. sehr tückisch sein können. Auf den Schotterpisten ist in jedem Fall ein echtes 4WD-Kfz von Vorteil, da eine bessere Spurtreue gegenüber konventionellen front- bzw. heckangetriebenen Kfz geboten wird.

Straßenverkehr

Die Ringstraße. Wichtige Straßen sehen mittlerweile in weiten Teilen Islands so aus. Die gelben Begrenzungsposten dienen dazu, auch im Winter den Straßenverlauf zu erkennen.

In Island gilt Rechtsverkehr. Die Ringstaße ist fast durchgängig asphaltiert, nur im Osten gibt es noch eine größere sowie einige kleine Lücken. Allerdings muss man bei Brücken oft mit Fahrbahnverengungen rechnen. Auch andere wichtige Straßen wurden in den letzten Jahren asphaltiert. Jedoch sind gerade Nebenstraßen und Straßen im Landesinneren bis heute reine Schotterpisten. Durch die Finanzkrise muss man mit zahlreichen nicht fertiggestellten Baustellen rechnen, die das bis auf weiteres auch bleiben werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb von Ortschaften beträgt 90 km/ h auf asphaltierten Straßen, sonst 80 km/ h. Aber selbst diese Geschwindigkeit kann und sollte auf trockenen Schotterstraßen nicht gefahren werden. Insbesondere bei dichtem Nebel rächt sich eine zu optimistische Tourenplanung.

Viele Straßen überqueren Flüsse ohne Brücken (1972)

Zwei Straßenschilder zur Beachtung:

  • MALBIK ENDAR Geschwindigkeit reduzieren, weil gleich der Asphalt endet
  • EINBREIÐ BRÚ Geschwindigkeit reduzieren, einspurige Brücke

Ein Allradfahrzeug ist selbst für die "großen" der kleinen Straßen sicher kein Nachteil. Diese sind in den meisten Fällen nämlich nicht asphaltiert. Das Furten von bis zu 1 m tiefen Flüssen (vor allem nach Regenfällen) erfordert durchaus fahrerisches Können und sollte den Profis überlassen werden.

Die Isländer selbst, besonders jene in Reykjavík, haben sich in guten Zeiten aus Statusgründen gerne große Geländewagen zugelegt, die aber niemals dazu gedacht waren, tatsächlich ins Gelände zu fahren. Nachher werden sie noch beschädigt...

Hier gibt es Informationen über Wetter und Straßenbedingungen auf den wichtigsten Straßen. Dort kann man sich auch über die Wintersperren informieren. Weitere wichtige Informationen über das sichere Reisen in Island findet man unter safetravel.is - allerdings in englischer Sprache.

Im Hochland ist das Fahren nur auf den Pisten erlaubt. Durch Fahren abseits der Pisten wird die Natur nachhaltig zerstört und braucht Jahre, um sich zu regenerieren. Wird man erwischt, muss man mit strenger Bestrafung rechnen. Die Polizei hat hierfür eigene Helikopterstaffeln, um diesem Unwesen Einhalt zu gebieten.

Tanken

Das Tankstellennetz in Island ist relativ dicht, jedoch sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, dass das Tanken wie in Deutschland funktioniert.

In keinem Reiseführer wird darauf hingewiesen, dass es nur in größeren Orten Tankstellen gibt, wo man in einem „Kassenbüdchen“ seine Rechnung bar oder mit Kreditkarte, Unterschriftsbeleg begleichen kann. Meistens findet man eine einzelne Zapfsäule mit Benzin und Diesel, ohne jegliche Besiedlung im Umkreis von 50 km bis 100 km, alleine in der Gegend stehend. Dort steht in der Regel «Pay at the pump». Bei diesen Zapfsäulen, kann man ausschließlich nur mit „EC-Karte“ bzw. „Maestro-Karte“ oder mit Kreditkarte zahlen. In Island sind Master- oder EuroCard und VISA scheinbar am weitesten verbreitet. Bei beiden Kartenarten ist allerdings die Eingabe der PIN zwingend erforderlich!!!

Bei den West- und Ostfjorden, die touristisch noch nicht so erschlossen sind, kann es passieren, dass bei jeder zweiten Tankstelle die deutsche EC-Karte nicht vom Tankautomaten akzeptiert wird. Die in Österreich gängige Bankomatkarte, welche von allen Geldautomaten in Island akzeptiert wird, wird von den Tankautomaten nicht angenommen!

Daher ist es ratsam folgende Tankstrategie an den Tag zu legen:

1. Den Tank nur zur Hälfte leerfahren. 2. Sich zur Sicherheit die Kreditkarten-PINs einprägen, falls mal bei der EC-Karte erklärt wird, dass diese Karte unbekannt ist. 3. Als Auffanglösung an Tankstellen mit Bedienung kann man Pre-paid-Tankkarten kaufen, die dann auch ohne PIN zu benutzen sind.

Bus

Für den nationalen Fernbusverkehr sind mehrere Busunternehmen zuständig, besonders BSI Travel und SBA. Von Reykjavík aus gibt es Verbindungen nach Akureyri, Höfn, Isarfjörður und zu weiteren Orten. Zu beachten ist, dass besonders im Ostteil Islands nur während der Sommersaison (Ende April bis Anfang Oktober) Busverbindungen existieren. Und in der Nebensaison (April/Mai und September/Oktober) können diese Verbindungen stark ausgedünnt sein. Wer in dieser Zeit verreist, muss seine Reise unbedingt vorplanen, für viele Strecken gibt es keine Alternativen (außer Taxi). Und was die Isländer ganz sicher nicht erfunden haben, ist die Anschlussverbindung. Die Weiterfahrt zum nächsten Ziel ist oft nur am nächsten Tag möglich. Mit Übernachtungen an Zwischenstationen muss man rechnen.

Für Touristen sind zwei Buskarten interessant. Das Rundreiseticket Hringmíði kostet etwa 300 €. Es erlaubt die Rundreise mit beliebig vielen und beliebig langen Unterbrechungen auf der Ringstraße. Das Zeitticket Tímamíði kostet gut 300 € für eine Woche und gestaffelt hinauf bis gut 600 € für vier Wochen. Es erlaubt in der Zeit beliebig viele Fahrten auf den Überland-Linienbussen. (Anmerkung: Euro-Preise sind mittlerweile sicher überholt und stellen den Stand vor der Finanzkrise dar).

Für den Busverkehr in Reykjavík und Umgebung ist die Strætó zuständig. Hier kann man nur mit Bargeld bezahlen und es gibt kein Wechselgeld. Erwachsene kosten 360 ISK und Kinder bis 17 Jahre 100 ISK. Die Regelmäßigkeit und Verbreitung der Busverbindungen entsprechen einer Stadt dieser Größe. Tagsüber werden die Linien im etwa 20- bis 30-, abends bis etwa 23 Uhr im 30- oder 60-Minuten-Takt bedient.

Bahn

In Island gibt es keine Eisenbahn und jegliche Planung in diese Richtung ist angesichts der Finanzlage Islands ad acta gelegt.

Trampen

Trampen geht auf der Ringstraße ziemlich gut. Island ist sicher und die Menschen freundlich. Gerade auf dem Land wird man oft von Autofahreren angesprochen, ob man nicht mitfahren will. Wenn man in die abgeschiedenen Gegenden will, sollte man genug Zeit und die entsprechende Ausrüstung (Zelt, Schlafsack, Lebensmittel usw.) dabei haben, um notfalls auch übernachten zu können. Gerade im Sommer sind viele Autos mit eigenem Gepäck unterwegs.

Sprache


Auf Island wird die isländische Sprache gesprochen. Englisch und die skandinavischen Sprachen sind weitverbreitet, Englisch schon allein deshalb, weil es im isländischen Fernsehen zahlreiche englische Originalserien oder -filme mit isländischen Untertiteln gibt. Deutsch wird eher weniger gesprochen. Da die Deutschen allerdings nach den US-Amerikanern die zweitwichtigste Touristengruppe stellen, gibt es deutschsprechendes Personal in einigen Touri-Informationen und deutschsprachige Erklärungstafeln an nahezu allen wichtigen Attraktionen. Es schadet aber auf keinen Fall sich die grundlegensten Phrasen (bitte, danke usw.) anzueignen. Achtung: Die Aussprache isländischer Wörter (Ortsnamen) ist oft deutlich anders als erwartet.

Ein Beispiel: Im Südosten liegt der Ort Höfn, das wird etwa Höpn ausgesprochen, und nach Höfn heißt auf Isländisch til Hafnar, was etwa till Hapnar ausgesprochen wird, das bringt man, wenn man ungeübt ist und die Sprache nicht gut genug kennt, mit der Schreibweise in der Landkarte, die immer dem Nominativ entspricht, wohingegen "Hafnar" Genitiv ist, nicht mehr in Verbindung. Einige Regeln:

  • Á,á = au;
  • Æ,æ = ai;
  • ei, ey = äi;
  • I,i = i wie in ist;
  • Í,í = i wie in sieben;
  • au = öi;
  • O,o = o wie in "hoffen";
  • Ó,ó = ou, wie o in engl. "hope";
  • U,u = ü wie in "müssen";
  • Ú,ú = u;
  • ll = dl (also Hella = Hedla, Jökull = Jöküdl);
  • ð = stimmhaftes engl. th; (weather)
  • þ = stimmloses engl. th (think)

Klarkommen


Feiertage

Termin Name Bedeutung
01.01. Neujahr
Januar/Februar Þorrablót Ursprünglich ein Opferfest im Winter. Heutzutage haben die Feiern auch Ähnlichkeit mit Karneval. Es werden traditionelle Gerichte angeboten.(inoffizieller Feiertag)
März/April Ostern Gründonnerstag bis Ostermontag
erster Donnerstag nach dem 18. April Sumardagurinn fyrsti Erster Sommertag Man begrüßt sich mit Gleðileg sumar og takk fyrir veturinn (Fröhlichen Sommer und danke für den Winter). Früher wurde das Jahr nur in Winter und Sommer unterteilt, dabei wurden eigene Monatsnamen und -einteilungen verwendet. Der erste Sommertag ist der 1. Tag des ersten Sommermonats Harpa.
01.05. Tag der Arbeit
Mai/ Juni Christi Himmelfahrt
Mai/ Juni Pfingsten
1. Sonntag im Juni Sjómannadagurinn Seemannstag Man gedenkt der ertrunkenen Seeleute. Es werden Hafenfeste gefeiert. Die Schiffe werden geschmückt, es gibt kostenlose Hafenundfahrten, Umzüge, Ruderregatten, Reden und Fischmärkte.
17.06. Nationalfeiertag An diesem Tag wurde im Jahre 1811 Jón Sigurðsson geboren. Er war ein Vorkämpfer für Islands Selbstständigkeit vom Königreich Dänemark. Am 17 Juni 1944 wurde in Þingvellir die Selbstständigkeit Islands ausgerufen.
1. Montag im August Verslunarmannahelgi Angestelltenfeiertag Von Freitag/ Spätnachmittags bis Dienstagmorgen sind fast alle Geschäfte geschlossen. Dadurch ergibt sich ein verlängertes Wochenende, das von den Isländern zu Ausflügen in die Natur und zum ausgiebigen feiern genutzt wird.
September Réttadagur Schafabtrieb, anschließend wird gefeiert. (inoffizieller Feiertag)
24. -26.12. Weihnachten Am 24.12 ab nachmittags.
31.12 Silvester ab nachmittags.

Ausgehen & Nachtleben

Das Nachtleben Reykjavíks ist legendär. Ein Bier kostet etwa 500-900 ISK (ca. 3-5 €), alkoholfreie Getränke etwa die Hälfte. Dafür bekommt man aber auch einiges geboten. In nicht wenigen Bars spielen am Wochenende diverse Bands. Aktuelle Pistennews gibt es in der Zeitung "The Reykjavík Grapevine", die überall in der Stadt kostenlos ausliegt.

Unterkunft

Island ist dünn besiedelt, die Übernachtungsmöglichkeiten liegen teils weit auseinander und das Angebot ist stellenweise knapp. Man sollte sich besser schon am Vorabend um die nächste Unterkunft kümmern, wenn man nicht vorgebucht hat. An den Isländischen Feiertagen/Brückentagen/Ferien im Sommer kann es teuer und schwierig werden kurzfristig eine Unterkunft zu bekommen. Zu der Zeit sind auch die Isländer auf der ganzen Insel unterwegs und machen Party.

Sehr zu empfehlen hier für ist der kostenlose Reiseführer Rund um Island, der in allen Hotels und guten Privatunterkünften ausliegt. Hier sind neben nützlichen Reiseinformationen auch zahlreiche Übernachtungsadressen angegeben. Auch viele Farmen bieten Unterkunft.

Da es fast jedes Jahr neue Jugendherbergen (Farfuglarheimili) gibt und andere Häuser dann nicht mehr dazugehören, sollte man sich vorher informieren, wo man übernachten kann. Die meisten Jugendherbergen haben nur eine Gästeküche und man muss sich selbst versorgen.

Über das ganze Land verstreut gibt es Internate, die im Sommer (Juni - August) als "Edda Hotels" fungieren und für Island relativ preisgünstig sind.

Es gibt übrigens in ganz Island keinen Waschsalon mit Münzautomaten. Allerdings bieten viele Hotel einen Reinigungsservice gegen Gebühr an. Manche Gästehäuser haben auch Waschmaschinen zur Selbstbedienung. Wer sich auf Handwäsche im Hotel oder Gästehaus einläßt, sollte keine zu empfindliche Nase haben und an das schwefelhaltige Wasser denken. Der Geruch verfliegt allerdings sehr schnell, sodass die Wäsche anstandslos getragen werden kann.

Camping

Es gibt im ganzen Land sowohl betreute, als auch unbetreute Campingplätze, die sich sowohl im Preis als auch hinsichtlich der Ausstattung stark unterscheiden. Bei letzteren ist man dazu angehalten den Betrag vor der Abreise in einen Kasten zu werfen. Bei einigen Campingplätzen kommen auch unregelmässig Kassierer vorbei.

In Island gibt es formal kein Jedermannsrecht, wildcampen wird aber i.d.R. toleriert und ist nicht ungewöhnlich. Dabei sollte man aber sehr auf die Vegetation Rücksicht nehmen, da diese in Island nur wenig Zeit zur Regeneration hat. Also lieber ein Nacht auf härterem Bodem schlafen, als die Natur nachhaltig zu zerstören. Da auch die nicht eingezäunten Wiesen/ Gebiete jemandem gehören, sollte man zum einen nicht zu dicht an den Höfen zelten oder sich gleich direkt auf dem Hof erkundigen. In den Naturschutzgebieten und mehreren, besonders markierten Gebieten ist das freie Zelten nicht erlaubt und kann zu hohen Geldstrafen führen. Der Schlafsack sollte dem polaren Klima unbedingt angepasst sein.

Arbeiten

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Island sind in dieser Reihenfolge: 1. Aluminiumverarbeitung, 2. Fischfang, 3. Tourismus. Aluminium benötigt bei der Verarbeitung mehr Energie als alle anderen Metalle und weil Energie in Island so einfach zu haben ist, wird das Metall aus aller Welt hier weiterverarbeitet. Die Fischgründe sind reichhaltig, deshalb ist die EU auch an einem Island-Beitritt interessiert und isländische Regierungen weniger.

Viele junge Leute kamen früher für die Sommermonate nach Island, um auf Bauernhöfen, Pferdefarmen oder in den Fischfabriken zu arbeiten. Die Finanzkrise hat in Island ein Wort in den Alltag gebracht, das man vorher kaum gebraucht hat: Arbeitslosigkeit. Von unter einem auf weit über zehn Prozent ist die Arbeitslosigkeit im Winter 2008/09 hochgeschnellt. Tendenz weiter steigend. Island ist daher kein gutes Pflaster mehr für Auswanderer. Viele Isländer verlassen auch das Land.

Die Arbeitsagentur Stade ist in Deutschland Ansprechpartner für die Job-/ Arbeitssuche, Praktika und das Studieren in Island.

Die Isländer sind berühmt für ihre Arbeitswut, zwei bis drei Jobs sind ebenso normal wie der im Nebenberuf taxifahrende Professor. Allerdings kann man daher nicht jeden Beruf auch gleich gut. Als Tourist wird man immer wieder mit Saisonkräften konfrontiert, die nicht wirklich gut Bescheid wissen und einem falsche Auskünfte erteilen. Insbesondere bei irgendwelchen Öffnungs- und Saisonzeiten, die einem von Touristenführern genannt werden, sollte man sehr vorsichtig sein und sich nicht darauf verlassen. Lieber nochmal im Internet checken, ehe man sich auf einen langen Weg macht.

Literatur

Kunst und Kultur

Währung

Botschaften

Respekt

In Island gilt es als eine Selbstverständlichkeit, dass man vor dem Betreten eines Hauses - egal ob ein Guesthouse, eine Wanderhütte, das Haus einer Privatperson, etc. - die Schuhe auszieht, um Verschmutzung zu vermeiden. Das Gleiche gilt auch beim Besuch eines Schwimmbads. Dort stehen meistens im Eingangsbereich große Schuhregale.

Zäune auf dem Land sind weniger dazu da, um Besucher aus-, sondern um Schafe einzusperren. Wer durch ein eingezäuntes Gebiet geht, sollte die Tore auch wieder fest verschließen.

Die Wirtschaftskrise begleitet die Isländer ohnehin alltäglich, in normaler, höflicher Form kann man das Thema problemlos anschneiden. Die Isländer sind allerdings keine Anhänger der Europäischen Union, daran hat auch die Wirtschaftskrise nichts geändert. Prinzipiell kann man das Thema EU-Beitritt mit Isländern besprechen, aber man sollte in diesem Punkt diplomatisch bleiben. Und in der Kneipe mit möglicherweise Betrunkenen sollte man dieses Thema komplett vermeiden.

Post und Telekommunikation

Der Seljalandsfoss kann über einen Weg von hinten betrachtet werden.
Der Seljalandsfoss von vorne, im Hintergrund der Weg mit Wanderern.

Die Versorgung ist in Island wie folgt gesetzlich geregelt: Jeder, der einen festen Wohnsitz hat, hat einen Anspruch auf Anschluss an heißes und kaltes Wasser, Strom, Fernsehen, Telefon und neuerdings auch Internet. Egal, wie abgelegen er wohnt. Auch, wenn es im Landesinneren dann am Ende doch niemanden gibt, ist dieses Versprechen doch eine ziemliche Herausforderung, wenn man an manchen wirklich abgelegenen Häusern vorbeikommt.

Postämter gibt es in jedem größeren Ort. Sie bieten normalerweise alle üblichen Dienste an.

Internetcafés gibt es in den meisten Städten bzw. Dörfern. Oft sind sie in die Tourist-Centres integriert. Die Preise sind mit Mitteleuropa vergleichbar. Viele Hotels bieten allerdings einen Rechner mit InternetAnschluss an oder wenigstens einen Gratis-WLAN-Anschluss für eigene Laptops.

Das GSM-Netz deckt bei weitem nicht ganz Island ab. Entlang der Hauptstraßen hat man aber eine recht gute Chance auf Empfang. Es gibt derzeit zwei Firmen, die Netze auf Island betreiben, es heisst, dass die Firma Síminn eine etwas bessere Netzabdeckung hat, als Vodafone. Mobiltelefonieren ist hier billiger als in Deutschland.

Es gibt auch ein NMT-Mobiltelefonnetz (Nordic Mobile Telephone), das auch das Hochland abdeckt. Aufgrund der schweren Ausrüstung kommt es aber nur für Autofahrer in Frage.

Wegen der Reichweite gibt es für den UKW-Rundfunk viele regionale Sendestationen in den bewohnten Gebieten. Man muss sich über die entsprechenden Frequenzen informieren.

Und wegen einer Sache sollte man auf keinen Fall nach Island fahren: Fernsehen. Zwischen 2 und 4 TV-Sender kann man auf Island im Hotel empfangen. Davon ist einer amerikanisches Bibel-TV und einer verschlüsseltes Pay-TV. Wer informiert sein will, sollte sich eher aufs Internet verlassen.

Gesund bleiben

Die medizinischen Einrichtungen im Land sind sehr gut und als EU-Bürger wird man kostenlos behandelt, dafür benötigt man allerdings die Auslandskrankenversicherungskarte, die man bei seiner gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos innerhalb einer Woche zugeschickt bekommt.

Apotheken haben während der normalen Geschäftszeiten geöffnet. Sie sind erkennbar an einem grünen Kreuz. Es gibt einige Lyfja-Apotheken [[2]] mit verlängerten Öffnungszeiten:

Lyfja Lágmúla [[3]], Lágmúla 5, 108 Reykjavík. Geöffnet von 7.00 morgens bis 1.00 nachts an allen Tagen.

Lyfja Smáratorgi [[4]], Smáratorgi 1, 200 Kópavogur. Geöffnet von 8.00 bis 24.00, ebenfalls an allen Tagen.

In Reykjavík gibt mehrere Gesundheitszentren. Dort bekommt man ohne längere Wartezeiten Sprechstundentermine. In den Gemeinden befinden sich ebenfalls medizinische Zentren oder niedergelassene Ärzte. Allerdings muss einem klar sein, wenn man irgendwo in der Landschaft einen Unfall hat, kann das nächste Gesundheitszentrum mehrere zehn Kilometer entfernt sein.

Die Notrufnummer "112" gilt landesweit in Island für Polizei, Notarzt und Feuerwehr.

Mit dem Amphibienfahrzeug geht es auf die Gletscherlagune Jökulsárlón am Vatnajökull. Ohne Regenjacke mit Kapuze ist oft die Erkältung vorprogrammiert.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass man sich auf Island erkältet, weil es einfach immer feucht und meistens kalt ist, vorallem aber eines: windig. Und zwar wirklich windig. Aus diesem Grund haben die Isländer auch keine Windkrafträder, wegen des vielen Windes müssten sie ständig abgeschaltet bleiben. In Island gibt man die Windgeschwindigkeit in m/s an. 10 m/s (36 km/h) sind nicht besonders, ab 20 m/s (72 km/h) wird es lustig und wenn man bei einer Vulkanwanderung gegen Böen mit weit über 100 km/h ankämpfen muss, fragt man sich warum Island nicht Windland genannt wurde. Im Winter gibt es regelmäßig Stürme mit über 200 km/h. Deswegen gibt es in Island nichts exotischeres als einen Regenschirm. Nicht weil es nicht regnet, sondern weil ein Wind, der durch keinen Wald und keinen Baum behindert wird, jeden Regenschirm sofort unbrauchbar macht. Isländer haben keine Regenschirme. Entweder man trägt eine Jacke mit Kapuze oder eine dicke Mütze. Also auf jeden Fall genug warme und trockene Sachen mitnehmen.

Was übrigens auch zu einer Islandreise gehört (auch wenn es unbedarfte Zeitgenossen immer überrascht): Sonnenmilch. Sonnenbrand entsteht nicht durch Wärme, sondern durch Sonneneinstrahlung und von der gibt es in Island mehr als mancher denkt. Viele unterschätzen die Sonnenbrandgefahr auch wegen des scheinbar kühlenden Windes. Aber nicht umsonst bekommt man Sonnenmilch auch an kleinen Tankstellen in ganz Island. Besonders hoch ist die Gefahr an Stellen, wo Sonnenlicht reflektiert wird, also im Schnee oder im bläulich-weißlichem Wasser der Blauen Lagune.

In Island unterscheidet man zwei Arten von Wasser: Gletscherwasser (dreckig und voller Vulkansand) und Regenwasser (=Frischwasser), das ohne jede Behandlung getrunken werden kann und überall auch benutzt wird. Sobald man den Wasserhahn aufdreht, kommt einem sofort der Geruch entgegen, der einem durch ganz Island begleitet: Schwefel. Er soll aber gesundheitlich kein Problem sein und da die Isländer mit die höchste Lebenserwartung der Welt haben, muss da was dran sein.

Das Wasser aus den Flüssen kann man praktisch überall bedenkenlos trinken, außer unterhalb von Städten (sprich in Reykjavík) und in unmittelbarer Umgebung von Geothermiekraftwerken.

Klima

Die Gletscherlagune Jökulsárlón am Vatnajökull.

Island hat ein sehr typisches maritimes Klima, das es auch auf anderen nordeuropäischen Inseln gibt. Im Winter wird es nicht besonders kalt, im Sommer nicht besonders warm (Durchschnittstemperatur liegt im Süden, Westen, Westfjorden etwa bei 10 °C im Juni, im Osten und Nord-Osten 15-18 °C im August/ Anfang September). Kilometerdickes Packeis wie in Grönland, wie es manche uninformierte Touristen erwarten, gibt es nicht. Im Sommer steigt die Temperatur selten über 20 °C (wobei auch schon mal 30 °C gemessen werden). Dafür sinkt im Winter besonders an den Küsten, wo nahezu alle Isländer leben, die Temperatur nur selten deutlich unter den Gefrierpunkt. Und es regnet im Süden und Süd-Westen sowie in den Westfjorden oft, allerdings meist nicht sehr lang. Jedoch sind die zahllosen Wetterwechsel typisch für den geographischen Bereich (Island, Irland, Schottland u.ä.Länder). Ein verbreiteter Witz auf Island ist, dass der Wetteransager den leichtesten Job hat. Er braucht für den nächsten Tag einfach nur Sonne und Regen vorherzusagen und hat immer recht. In Island ist es also recht sinnlos, morgens aus dem Fenster zu sehen und zu glauben, dieser Blick hätte in zwei oder drei Stunden noch irgendeine Bedeutung.

Im Winter gibt es in den Küstenstädten weit weniger Schnee als man am Polarkreis vermutet. Selbst wenn es schneit, steigt die Temperatur oft einige Tage später wieder über null und der nächste Niederschlag kommt als Regen, der den Schnee wegspült. Im Landesinneren bleibt der Schnee auf den Gletschern natürlich liegen. Dort kann es auch im Sommer unter null Grad kalt sein.

Außerdem ist es nahezu ständig sehr windig, wesentlich häufiger als in Mitteleuropa auch stürmisch.

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
max. Temperatur in (°C) 2 3 4 6 10 12 14 14 11 7 4 2
min. Temperatur (°C) -2 -2 -1 1 4 7 9 8 6 3 0 -2
Niederschlag (Tage) 20 17 19 18 16 15 15 16 19 21 18 20

Sicherheit

Das Risiko von Diebstählen oder Überfällen ist praktisch gleich null. Handfeuerwaffen sind komplett verboten, nicht mal die Polizei trägt welche (abgesehen von einer Spezialeinheit). Auf dem Land läßt man das Auto offen ebenso wie das Haus.

Die größte Gefahr geht in Island von den Naturgewalten aus. Man sollte die Macht der Regenfälle und (Sand-/ Staub-)Stürme auf keinen Fall unterschätzen und sich vor allem vor Trekkingtouren den aktuellen Wetterbericht anhören, vorausgesetzt man versteht fliessend Isländisch. Also doch besser zur Tageszeitung greifen oder im Internet die Wetterprognose der kommenden Tage anschauen. Es empfiehlt sich auch, jemandem zu sagen, wo man hingeht und wann man wo ankommen will.

Der Gullfoss-Wasserfall wird von Touristen meist als Teil des Golden Circle angesteuert.

Island ist auch jetzt noch ein Land, das keine Fehler verzeiht und Verbote, bestimmte Absperrungen nicht zu überschreiten, sollte man unbedingt ernster nehmen als in anderen Ländern. Wer wegen eines etwas besseren Fotos in den tosenden Gullfoss-Wasserfall fällt, bekommt keinen Ärger, sondern einen Sarg. Falls die Leiche jemals irgendwo angeschwemmt wird. Absperrungen an heißen Quellen haben den einfachen Sinn, dass darum herum kein sicherer Grund sein muss, sondern oft nur eine wenige Zentimeter dicke marode Steinschicht, die vielleicht noch einen Menschen trägt, aber vielleicht auch nicht. Und schwerste Verbrühungen 50 Kilometer von der nächsten Gesundheitstation entfernt, erreichbar nur über eine langsame Schotterpiste, sind nicht lustig.

In Island kämpft man bis heute mit Naturgewalten und das jeden Tag. Eine angemesse Kleidung und für passionierte Wanderer eine gute Ausrüstung sind Pflicht. Neben einem regen- und windabweisenden Mantel gehört festes Schuhwerk zum Island-Touristen. Auch wenn man touristisch extrem erschlossene Attraktion wie den Golden Circle (mit Geysir, Strokkur und Gullfoss) besucht, ein paar Schritte über unwegsames Gelände mit Schotter oder einige notdürftig in den Fels gehauene Stufen muss man immer einplanen. Und wer mal als Durchschnittstouri ein Stündchen über ein Lavafeld wandern will, braucht erst recht vernünftige Schuhe.

Erdbeben sind allgegenwärtig, im Schnitt werden pro Tag etwa 20-50 leichte Erdstöße von einem flächendeckenden und empfindlichen Messnetz registriert, gelegentlich deutlich mehr. Die meisten spürt man nicht, erst ab etwa Magnitude 2-3 bekommt man sie mit. In Island passiert bei Erdbeben relativ wenig. Man ist gut darauf vorbereitet und Bauvorschriften bzgl. der Erdbebensicherheit werden auch eingehalten. Im Jahr 2008 gab es fast zeitgleich zwei starke Beben in Island und China. In China gab es 80.000 Tote, in Island nur 30 Verletzte.

Auch mit Vulkanausbrüchen muss man rechnen. Im Durchschnitt bricht alle 5 Jahre ein Vulkan auf Island aus. In der Regel können diese vorhergesagt werden, wenn auch oft nur einige Stunden vorher. Deutlich kürzere oder gar keine Vorwarnzeiten sind jedoch möglich. Insbesondere Ausbrüche der Hekla kündigen sich oft weniger als eine halbe Stunde vorher an, ein Besteigen dieses und anderer Vulkane sollte daher grundsätzlich wohl überdacht und gut vorbereitet werden. Die größte Gefahr bei Vulkanausbrüchen geht von Gletscherläufen (jökulhlaups) aus, wenn große Mengen Schmelzwasser unter einem Gletscher hervorbrechen.

An der Küste sollte man bei Angriffen von Möwen und Seeschwalben in deren Revier nicht in Panik geraten. Ein hochgehaltener Gegenstand (Stock o.ä.) lenkt sie vom sonst höchsten Punkt des Menschen (Kopf) ab. Ein geordneter Rückzug beim ersten Scheinangriff (der meistens ziemlich knapp über den Kopf geht) ist ratsam.

Sehr selten werden Eisbären auf Eisschollen angeschwemmt. Sie sind sehr gefährlich und müssen meist erschossen werden, wenn sie nicht gefangen werden können.

Küche

Ein Teil der traditionellen isländischen Gerichte werden von Touristen als seltsam bis hin zu völlig ungenießbar eingestuft, auf Grund ihrer Beschaffenheit, des Geruchs oder wegen des Geschmacks. In der Küche wurde alles verwertet, was essbar ist, ohne die Möglichkeit den Geschmack durch Gewürze stark zu verändern. Viele der Gerichte kann man heute im Supermarkt kaufen. Die Basis der isländischen Küche ist Fisch und Schaf.

  • Blóðmör- gesäuerte Schafsblutwurst. Wird mit Zucker gesüßt und in Molke gelagert.
  • Flatkökur - Roggenpfannkuchen
  • Hangikjöt - geräuchertes, gepöckeltes Lammfleisch. Es wird gekocht und in Scheiben geschnitten zu süßen Kartoffeln oder süßem Kartoffelbrei gegessen. Hangikjöt ist ein Festessen z. B. an Weihnachten oder Silvester.
  • Harðfiskur - Trocken- oder Stockfisch. Wird normalerweise mit etwas Butter bestrichen gegessen. Er riecht extrem, schmeckt aber sehr gut. Aus Schellfisch (Ýsa) hergestellter Stockfisch, ist zwar teuer, aber schmeckt nicht so tranig. Man riecht ihn allerdings sogar noch durch verschweißte Plastiktüten.
  • (Kæstur) Hákarl - fermentierter Haifisch (meistens Grönlandhai). Er wird erst ca. 6 Wochen vergraben und dann noch mal 6 Wochen luftgetrocknet. Dazu wird Branntwein Svarti Dauði (Schwarzer Tod) getrunken.
  • Hrútspungar - sauer eingelegte Widderhoden
  • Hverabrauð - isländisches Pumpernickel. Ursprünglich wurde es in der Erde bei den heißen Quellen für ca. 12 – 24 Stunden gebacken bzw. getrocknet.
  • Kleinur - Schmalzgebäck
  • Kæst skata – Fermentierter Rochen. Wird gesalzen und mindestens vier Wochen abgehangen und dadurch fermentiert. Wird traditionell am 23. Dezember (Þorláksmessa) gegessen.
  • Lax - Lachs roh auf Brot, mit Creme fraîche, als Lachstartar, gebraten, geräuchert oder frittiert
  • Lundi - gebratener Papageientaucher
  • Mýsingur – aus Molke zubereiteter süßer Brotaufstrich
  • Plokkfiskur - ein Fischgericht
  • Rúgbrauð – dunkles, süßes Roggenbrot
  • Selshreyfar - sauer eingelegte Robbenflossen
  • Skyr - quarkähnliches Gericht. Er wird mit Milch verrührt und dann gezuckert und traditionell wird es mit Heidelbeeren gegessen.
  • Súrmjólk – Sauermilch. Wird mit braunem Zucker zum Frühstück gegessen.
  • Svið - Abgesengter halber Schafskopf. Dieses traditionsreiche Gericht besteht aus einem halben (geschorenen) Schafskopf, der durchgekocht und nicht ausgenommen wird. Die Augen gelten als Delikatesse.

Das Nationalgetränk der Isländer ist Kaffee. Er wird den ganzen Tag bis spät in die Nacht getrunken und wird/ wurde kostenlos nachgeschenkt. Dies sollte man jedoch nicht allzu sehr ausnutzen.

Das moderne isländische Essen besteht aus viel Fisch, Lammfleisch sowie Nudeln, Milchprodukten usw.. Allerdings legen die Isländer mehr Wert auf das Fleisch und weniger auf die Beilagen. Salat mit Essen war bis vor einigen Jahren ein Fremdwort. In Island (in zahlreichen Treibhäusern) angebautes Gemüse ist per Gesetz Bio, jedoch bekommt man im Supermarkt oft Obst und Gemüse aus aller Welt, für die das ganz sicher nicht gilt.

Man hat, zumindest in den größeren Ortschaften, eine normale Auswahl an Geschäften und Restaurants. Unterwegs sind Tankstellen oft mit ein oder zwei Fastfood-Ketten ausgestattet. Sehr verbreitet sind in Island die Sandwich-Kette Subway und Serrano (mexikanisch). Die drei isländischen McDonalds-Filialen wurden vom Besitzer 2009 geschlossen, da sich wegen der teuren (aus Deutschland) importierten Lebensmittel der Betrieb nicht mehr lohnte.

Wer es mag, Restaurants bieten auch Walfleisch an. Ob man es essen will, muss man mit sich selber abmachen.

Übrigens essen Isländer sehr gerne und sehr viel Geräuchertes, sowohl Fisch wie Lamm. Da fragt man sich doch glatt, womit die das machen, wo es doch in Island so gut wie keine Bäume gibt, die Holz zum Räuchern liefern könnte. Außerdem fragt man sich irgendwann, was die Isländer eigentlich mit dem ganzen Schafsdung machen. Fragen über Fragen...

Kaufen

Die Isländer sind am Wochenende keine Frühaufsteher: Die Laugavegur an einem Samstag um 9.00 Uhr. Die Wäsche hängt übrigens nicht zum Trocknen, sondern gehört zu einem Kunstprojekt der reichen isländischen Kulturszene.

Die Währung in Island ist die Isländische Krone (ISK). Zur Zeit beträgt der Wechselkurs für 1 € 160 ISK (Notierung seit 9, Oktober 2008 ausgesetzt). Der Wechselkurs schwankt allerdings sehr massiv, aktuelle Informationen müssen vor dem Urlaub unbedingt eingeholt werden.

Island wird nie ein billiges Land, da viele Lebensmittel und andere Waren importiert werden müssen. Durch den Kursverfall der Krone ist Island jedoch deutlich günstiger als vor der Finanzkrise 2008. Lebensmittel mitzunehmen lohnt sich im Moment kaum, Kleidung ist allerdings immer noch teurer, auch Drogerieartikel.

Kreditkarten sind sehr viel verbreiteter als bei uns, sie werden selbst für kleinste Einkäufe verwendet, d.h. auch für die Tasse Kaffee unterwegs. Man wird auch oft danach gefragt, ob man nicht mit Kreditkarte bezahlen kann, um Wechselgeld zu vermeiden.

Gerade im Tourismus versuchen viele Anbieter, direkt in Euro zu kassieren. Wenn man ausweichen kann, sollte man solche Anbieter meiden, da sich dabei natürlich kein Wechselkursvorteil für Ausländer ergibt, sondern man die Preise von vor der Finanzkrise bezahlen muss. Wenigstens sollte man mit spitzem Bleistift rechnen, ob sich ein solches Angebot wirklich lohnt.

In Island gibt es zahlreiche kleine Geschäfte, die alles von Gemälden über Porzellanskulpturen bis hin zu Schmuck aller Art verkaufen. Wie in allen nordeuropäischen Ländern sind die Öffnungszeiten meist recht kurz. Geöffnet ist ab 9.00 oder 10.00 Uhr morgens, geschlossen wird bereits zwischen 17.00 und 18.00 Uhr.

Die Haupteinkaufsstraße Reykjavíks und damit Islands ist die Laugavegur (nicht verwechseln mit dem gleichnamigen Wanderweg Blauen Lagune). Supermärkte, Restaurants, viele kleine Geschäfte und touristische Infrastruktur warten hier auf Kundschaft.

Für Selbstversorger: Einige Lebensmittelläden im Großraum Reykjavík haben von 10.00 bis 22.00 oder 23.00 Uhr geöffnet. In Reykjavík gibt es auch 24-Stunden-Supermärkte, die heißen dann auch gleich "24", sie haben allerdings auch das höchste Preisniveau. In ländlichen Gebieten sind die Öffnungszeiten meist wesentlich kürzer.

Lyfja ist eine landesweite Apotheken- und Drogeriemarktkette in einem. Neben dem Hilton-Hotel in Reykjavík ist eine Filiale [[1]], die bis 1 Uhr nachts geöffnet hat, für Notfälle oder Spätshopping.

Mit Kringlan gibt es ein größeres Einkaufszentrum am Rande von Reykjavík. Allerdings sieht sie aus wie alle Shopping Malls in der Welt, Island lernt man dort nicht kennen und günstig ist es auch nicht.

Außerhalb der Zentren sind in Tankstellen meist die notwendigsten Lebensmittel und Drogerieartikel zu bekommen. An der Ringstraße haben sie auch Treffpunktcharakter. Manchmal gibt es auch unbemannte Stände am Straßenrand, an denen man Gemüse "ab Hof" kaufen kann. Hier wird auf Ehrlichkeit gezählt!

Mitbringsel: Neben Vulkangestein oder Schwefelsteinen, die man einfach aufsammelt, kann man Hautpflegeprodukte der Blauen Lagune mitbringen. Neben dem Shop vor Ort gibt es mehrere in Reykjavík und im Rest Islands, wo man es etwas günstiger bekommt. Dramatisch sind die Unterschiede aber nicht. Wer es etwas ungewöhnlicher mag: Isländer lieben eine Art getrockneten Fisch, den es überall in Tüten zu kaufen gibt. Seltener bekommt man Hai in kleinen Würfeln. Da Haie keine Nieren besitzen, enthält das Fleisch viel Ammoniak. Daher werden die Haie monatelang zum Trocknen aufgehängt und dann wie Konfekt in kleine, weiße Würfel geschnitten. Schmeckt wie Weingummi mit Fischgeschmack. Der Geruch allerdings... (uff!!!).

Es gibt auch einige interessante, international bekannte isländische Bands und Musiker (Björk, Eberg, múm und Sigur Rós). Ein bisschen Stöbern in einem CD-Geschäft kann sich daher lohnen.

Alkoholische Getränke werden in Bars und manchen Restaurants angeboten, aber sehr teuer. In Supermärkten und Tankstellen werden diese nicht verkauft. Die günstigere Alternative sind die staatlichen Läden Vínbúð (Weinbude). Es gibt ca. 48 Läden davon in Island. Die Läden sind für Touristen schlecht zu finden, und die Öffnungszeiten variieren zwischen wenigen Stunden pro Tag und wenigen Stunden pro Woche. Selten sieht man in Island soviel Isländer an einem Platz, wie an einer geöffneten Vínbúð.

Lernen und studieren

In Island findet man neun Universitäten, die von 16.000 Studenten besucht werden. Für Einwanderer werden Sprachkurse zum Erlernen der für den Mitteleuropäer nicht ganz einfachen Sprache angeboten.

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